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19 Juni 2026

Reihenvorstellung Der Pfad des Magiers von Horus W. Odenthal


 



Bewertung: ⭐⭐⭐⭐⭐ 

Nach dem ihr ja gestern unheimlich viel über Horus W. Odenthal erfahren habt, möchte ich euch heute die Reihe Der Pfad des Magier vorstellen.

Band 1, das Kind der Vorsehung

Hier lernen wir Amara kennen, ein Kind welches sich am liebsten allein in den Wäldern rund um ihr Heimatdorf Svelte herumtreibt. Sie hat ein Gespür für das Magische, kennt Orte an die sich andere Bewohner ihres Dorfes nicht hin trauen.

Sie ist Einzelgängerin, gilt als seltsam und hat viele Hänseleien bis hin zu Verfolgung  durch die Jungen ihres Dorfes zu erleiden.

Der einzige Freund den sie hat, und der ihr sogar eine Lehrstelle anbietet, ist Ginster, der Schmied von Svelte. Gerade als sie glaubt, es könne für sie alles noch gut werden, und sie könne ihrem schrecklichen Elternhaus entfliehen, kommen Fremde in das Dorf.

Es sind Magier des Einen Weges und durch Amaras Neugier, werden sie auf sie aufmerksam und testen ihre magische Begabung.

Dann überschlagen sich die Ereignisse, Svelte wird von Der Kutte, einem gefürchteten Geheimbund, und erbitterter Feind des Einen Weges, angegriffen.

 

Schlussendlich gelangt sie in die Ausbildungsstätte der Magier des Einen Weges, doch auch dort ist sie die Außenseiterin und muss sich immer wieder beweisen und behaupten.

Dieser erste Band ist ein wunderbarer Einstig in die Welt Ninragon, denn wir lernen sie und ihre Besonderheiten, durch die Augen des ahnungslosen Hexenmädchens Amara kennen. Aufgewachsen ohne großartig Bildung, weiß sie wenig über die Welt, die Gegebenheiten und Magie. Gemeinsam mit ihr lernen wir Magie zu wirken, lernen wir die „Geisterräume“ in der die Magie wirkt, und die verschiedenen Völker der Welt kennen.

Wir begegnen weiteren wichtigen Protagonisten des Zyklus, die teils zu Amaras Freunden, teils zu ihren erbitterten Gegnern, werden.

Lange macht Amara eine rein Schulische Entwicklung durch, doch sie bleibt vorerst das naive Hexenkind, denkt in Schwarz-Weißmustern, da sie diese von Malamnor, dem Schulleiter und ihrem Mentor indoktriniert bekommt.

Nur allmählich merkt sie, dass da Etwas nicht schlüssig ist in ihren Lehren, und manches nicht mit rechten Dingen zu geht.

Der Autor schildert subtile die Inneren Konflikte Amaras, und wir lesenden können und wollen lange, genau wie sie, nicht glauben, das etwas an den Lehren des Einen Weges nicht so „Gut“ ist wie es immer da gestellt wird.

Auch Amaras Freunde lässt Horus W. Odenthal eine Entwicklung durchmachen, je enger sie mit ihr befreundet ist.

 

Im verlauf der Bände lernen wir immer mehr Bereiche und politische Zusammenhänge Ninragons kenne, wir flüchten mit den Freunden aus der Nebelfeste, geraten in Kämpfe, zwischen die Fronten und werden von Gelion, Amaras größtem Konkurrenten und dessen elfischen Begleitern, verfolgt. 

Es kommt zu Verlusten aber auch neuen Verbündeten, und Amara muss lernen, dass sie nicht immer ihren eigenen Gefühlen trauen kann , und vor allem auch zu vertrauen.

 

Dabei ist die Reihe sehr dicht , mit vielen spannenden und überraschenden Plot-Twists sowie einigen gemeinen Cliffhanger geschrieben, so dass ich immer direkt zum nächsten Band greifen musste. Schließlich wollte ich sehr dringend wissen, wie es mit Amara und ihren Gefährten weiter geht. Die Bücher wurden tatsächlich immer dicker, so dass ich von Anfang Mai bis Mitte Juni 5241 Seiten durchsuchtete.

Die Charaktere werden mit den Büchern immer deutlicher und ausgereifter, ( und auch unsympathischer was die Antagonisten angeht) je mehr wir sie beim lesen kennenlernen.  Sie bleiben sich und ihren Überzeugungen treu, auch wenn die ein oder Andere neu dazu kommt.

 

Toll finde ich persönlich auch, dass es eine Karte der Welt Ninragon gibt, denn die Reise von Amara und ihren Gefährten führt sie doch ganz schön herum, und so verliert man nicht den Überblick.

Zu Beginn eines Jeden Buches, finden wir ein Glossar, mit den wichtigsten Personen und Begriffen der Bücher so wie ein Link zu „Was bisher geschah“ welcher einen an das Ende des Buches führt. So kann ich mich selbst entscheiden, benötige ich eine Zusammenfassung oder will ich direkt weiterlesen.

 

Diese Reihe gehört definitiv zu meinen Lesehighlights dieses Jahres und ist eine der besten Reihen,die ich je gelesen habe!


18 Juni 2026

Autoreninterview mit Horus W. Odenthal


 



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Grüßt euch ihr Lieben,
heute möchte ich euch den Fantasyautor Horus W. Odenthal und seine „Der Pfad des Magiers“-Reihe vorstellen. Dafür hatte ich das Vergnügen, ihn mit Fragen zu löchern.

Swapnix: Herzlich willkommen, Horus, in der Bücherschatztruhe. Schön, dass du da bist. Bitte stell dich den Lesenden vor. Wer bist du, wie viele, und was machst du, wenn du nicht gerade schreibst?

Horus: Also eigentlich bin ich …
Klappe, wer hat dich denn eigentlich gefragt?
… Hey, was fällt denn dir ein, mich einfach so …
Hallo? Ihr beiden? Kriegt ihr euch mal wieder ein? Vor allem lasst uns andere auch mal bitte zu Wort kommen. Und lasst die Kleinen nach vorne, damit sie was sehen können.
Können wir uns bitte darauf einigen, dass ich dieses Interview führe? Und dass ihr eure Vorschläge schriftlich einreichen dürft? In doppelter Ausführung? … Danke.
Also … Wow, hat ja geklappt … Alles still da hinten.
Also, ich bin Horus W. Odenthal, und wir sind eigentlich nur zwei: ich, Horus, der Autor, und Herr Odenthal, mein Verleger. Eigentlich ist er ein ganz umgänglicher Kerl, aber manchmal redet er mir rein und meint dann so Zeug wie, das wäre eine totale Schwachsinnsidee, die er niemandem verkaufen kann und die auch niemand lesen will. Ich glaube ihm kein Wort und beschließe trotzdem, es irgendwann zu schreiben, höre aber erst mal auf ihn. Weil der Kühlschrank schließlich voll sein und die Miete bezahlt werden muss. Oder so.
Also ich, Horus, war früher Comiczeichner und Autor und habe in Deutschland und den USA veröffentlicht. Ich habe eigentlich immer kreatives Zeug gemacht und hatte immer mit Kunst in jeglicher Form zu tun. Hey, I’m an art-bitch! Irgendwann wurde mir das Medium Comic und vor allem der Markt oder eher die Publikationsmöglichkeiten dafür zu eng. Außerdem hatte ich mehr Ideen, als ich zeichnen konnte. Story und Skizzen waren schnell gemacht, und damit war das Erzählen so ziemlich vorbei, und alles musste nur noch visuell umgesetzt werden. Und währenddessen sammelten sich die Ideen in meinem Kopf. Ich habe ein bisschen gezögert, weil ich wenig Lust hatte, die Ochsentour noch einmal von Anfang an zu machen und in einem komplett anderen Medium anzufangen. Aber als ich dann mal so ein bisschen zur Probe geschrieben habe, war die Sache eigentlich für mich klar, und ich hatte meine Leidenschaft gefunden.
Seitdem schreibe ich Fantasyromane. Na ja, erst mal mit ein bisschen Orientierung, was die Genres betraf.
Wenn ich nicht gerade schreibe, lese ich, schaue Filme und Serien und versuche, in unserem durchgeknallten Zirkus von Familie irgendwie obenauf zu bleiben. Leider doch mein Zirkus, doch meine Affen.
 
Swapnix: Für welches Lesealter schreibst du, und in welchem Genre bewegst du dich?

Horus: Alter ist ein sehr relatives Konzept. Auch, was das Lesen betrifft. Tochter G. liest seit Verlassen der Grundschule so Sachen wie Lewis Carroll im Original und hat sich hochgesteigert zur Arthouse-Bitch des Literaturzirkels. Ich habe in ihrem Alter wild James Joyce, Alfred Döblin, Conan der Barbar, Wüstenplanet und Konsorten durcheinandergelesen, ohne mich um E oder U zu scheren. Manchen macht im hohen Alter noch Harry Potter große Freude. Alles ist gut. Jeder soll so machen, wie es ihm gefällt, und das mit dem Alter spielt eher eine untergeordnete Rolle.
Das heißt, es geht eher um Leseerfahrung, Lesegeschichte und Vorlieben.
Ich richte meine Erzähl-Räume zugänglich für alle ein, aber ein bisschen Leseerfahrung sollte man schon mitbringen, weil ich oft mit gängigen Erzählweisen und Erwartungshaltungen spiele. Nicht immer bewusst, aber es passiert halt.
Man muss sehen, wer sich in meinem Haus und meinen Räumen wohlfühlt. Es müssen nicht alle sein. Es muss nicht jedem alles gefallen. Manchen gefällt auf Anhieb nicht der Einrichtungsstil meiner Räume, aber für die, die erst mal bleiben oder sich sogar vom ersten Moment an richtig wohlfühlen, stehen in allen möglichen Ecken Teller mit Plätzchen bereit, die es zu entdecken gilt. Und man findet immer neue Fenster, durch die man Landschaften sieht, die man von draußen gar nicht vermutet hätte.
Das heißt im Großen und Ganzen: Ich schreibe für alle, die neugierig sind und sich gerne überraschen lassen, die in Altbekanntem etwas bisher Unbekanntes, neue Aspekte finden möchten, Ansichten, die ihnen bisher unbekannt waren.
Ich versuche, Leser dort abzuholen, wo sie sich jetzt schon gerne aufhalten und auskennen, und versuche dann, sie von dort aus auf Pfade zu locken, auf denen sie an Orte gelangen, von denen sie bisher gar nicht wussten, dass sie dort hinwollten und dass sie hier Dinge finden, die sie unbewusst vielleicht immer schon gesucht haben.
Und ich schreibe so, dass möglichst viele Arten von Leuten etwas darin finden können. Alles soll unterhaltsame und spannende Geschichte sein. Aber darunter gibt es andere Ebenen. In die kann man sich hineintasten, wenn man mag – oder auch nicht.
Das Genre, in dem ich schreibe, zu bestimmen, ist relativ einfach. Ich schreibe epische Fantasy. Mit den Themen und dem gleichen Sense of Wonder ähnlicher Welten wie denen der Vorbilder in diesem Genre, aber mit einem moderneren Ansatz. Die Geschichten und die Menschen sollen weniger mythisch, sondern lebensnäher sein, realistischer, heutiger, mehr nachvollziehbar … relatable. Die Sprache soll moderner und knackiger sein.
Ich habe mit einer Serie aber auch schon einen Ausflug in die Urban Fantasy und Portal-Fantasy gemacht. Ich möchte mich nur ungern vollkommen festlegen. Man soll niemals nie sagen. Die kreativste Frage ist für mich immer noch: Warum nicht?

Swapnix: Womit hat für dich das Schreiben angefangen? Und wie ist deine Welt Ninragon entstanden?

Horus: Ja, darüber habe ich ja oben schon ein wenig erzählt. Ich hatte den Eindruck, dass ich mit Comics irgendwo an ein Ende für mich gekommen bin. Bezeichnenderweise endet mein letzter Comic mit einem Mädchen, der Heldin, die vor einer Backsteinmauer steht und davon träumt, dass sie eines Tages hindurchgehen wird.
Am Anfang habe ich ein bisschen mit den Genres herumexperimentiert, wollte Science-Fiction schreiben. Vor allem, weil ich, irgendwie ab Mitte der Neunziger schon, eine totale Fantasy-Flaute hatte. Ich konnte das Zeug einfach nicht mehr lesen.
Ich habe Bücher aus den Regalen der Buchhandlung gezogen. Habe auf den Klappentext geschaut. Habe irgendwas von einem Knaben der Prophezeiung gelesen und hätte das Buch am liebsten in die Ecke gefeuert. Aber dazu hätte ich es erst mal kaufen müssen, und dafür war mir mein Geld zu schade.
Verrückt ist, dass ich jetzt zu diesen Themen zurückkehre, aber sie auf eine vollkommen andere Art behandle. Mich hat einfach genervt, dass es in dieser Zeit den 25. Aufguss von Tolkien gab, bis zum Abwinken, und nichts Neues, Kreatives dazukam. Es war immer nur der alte mythische Bläh, der aber inzwischen inhaltlich und von der Substanz vollkommen ausgehöhlt war. Ich hatte den Eindruck, statt mit dem Leser zu wachsen – und da habe ich erst mal mich als Maßstab genommen –, ist das Genre immer infantiler und naiver geworden. Vielleicht tue ich damit einigen tollen Erzählern unrecht, aber das war mein Eindruck.
Weil zu der Zeit kein Schwanz Science-Fiction lesen und ich nicht für mich allein schreiben wollte, Fantasy aber groß in Mode war, habe ich mal überlegt, wie Fantasy denn aussehen müsste, damit sie mir Spaß machen würde. Und dann habe ich munter angefangen, mir Sachen auszudenken, Konzepte zu erfinden und eine Welt zu gestalten. Daraus ist dann NINRAGON geworden.
Irgendwann zwischendrin, als ich mitten in meiner ersten Trilogie war, habe ich mitbekommen, dass es ein paar Autoren gab, denen der alte, ewig gleiche Bläh genauso auf die Nüsse ging wie mir. Unbemerkt von mir hat es eine neue Welle der Fantasy gegeben, die Sachen modernisiert hat und mit einem eigenen Empfinden an die Themen herangeht. Bei Leuten wie Abercrombie habe ich mich dann sehr wohlgefühlt und nicht mehr so ganz allein.
 
Swapnix: Du schreibst ja Einzelbände, Trilogien und Reihen. Mit welchem Buch beginnen Neulesende am besten?

Horus: Ganz klare Empfehlung: mit dem „Pfad des Magiers“. Weil die Protagonistin mit dem gleichen Wissensstand in die Geschichte geht wie der Leser. Sie weiß nämlich ziemlich wenig, fast gar nichts von ihrer Welt, denn sie ist in einem verlassenen Hinterwäldlerdorf aufgewachsen. Die Geschichte bietet außerdem einen ziemlich übersichtlichen Einstieg, denn die ersten drei Bände bilden eine in sich ziemlich abgeschlossene Trilogie. Danach kann man gut entscheiden, ob einem das gefällt und ob man die Welt von Amara Schattenflügel und von NINRAGON weiter entdecken will.
Für mich ist aber wichtig, dass jeder Einzelband, jede Trilogie, jede Reihe für sich gelesen werden kann, vollkommen ohne Vorwissen. Du kannst einfach einsteigen, und der Rest erklärt sich auf dem Weg.
 
Swapnix: Bist du ein Plotter oder Pantser? Führst du Charakterbögen und Zeitstrahlen, damit du, gerade bei deinen langen Serien, nicht mit Personen und Ereignissen durcheinanderkommst? Ich durfte ja mittlerweile schon erfahren, wie komplex deine Welt und deren Personen sind.

Horus: Meine erste Trilogie habe ich als Pantser geschrieben. Das würde ich aber nie wieder machen, weil ich da auf einige Abwege geraten bin und viel Zeit verloren habe. Ich habe viele Geschichten zu erzählen und bleibe nicht gern in einer hängen. Außerdem kann man bestimmte komplexere Plotstrukturen nur aufbauen, wenn man von Anfang an zumindest rudimentär geplant hat. Ich mache das wie ein Architekt: Wenn das Gerüst einmal steht, kann kaum noch etwas schiefgehen. Dann hat man auch den Freiraum für Improvisation und spontane Ideen. Der grundsätzliche Plot ist dann wie ein Netz, das einen auffängt.
Einen Zeitstrahl müsste ich viel gründlicher machen, mache ich aber nur so viel wie gerade nötig, damit ich mit den Zeitaltern, dem Alter der Figuren und generell der Geschichte nicht durcheinanderkomme.
Es ist schon ziemlich wichtig, wenn die Wege von verschiedenen Personen aus meinen Geschichten sich kreuzen, wenn zum Beispiel eine Hauptperson aus einer Geschichte als Nebenfigur in einer anderen Geschichte vorkommt, dass dann ihr Alter stimmt. Wäre blöd, wenn sie als Teenager dargestellt würde, obwohl sie eigentlich vom Zeitablauf her hoch in den Vierzigern sein müsste.
Charakterbögen usw. muss ich führen, weil ich sonst bei meinem riesigen Figurenensemble der Gesamtwelt vollkommen durcheinanderkomme. Ich versuche, das ziemlich akribisch zu machen, verfluche mich aber immer regelmäßig, weil ich bestimmte Sachen nicht eingetragen habe und dafür dann in meinen eigenen Geschichten recherchieren muss. Die Bibel meiner Storys zu führen, ist eben Arbeit, und die nächste Geschichte ist immer interessanter als Buchführen.
Meine Bibel, die intern bei mir „Kompendium Terra-Marani“ heißt, ist inzwischen zu recht beachtlichen Ausmaßen angewachsen. Eine Wikipedia würde sich lohnen, aber die einzurichten bin ich zu faul. Vielleicht macht das ja irgendwann eine KI für mich. Dazu kann man die Büchse schließlich gut gebrauchen. Für Kunst nicht.
 
Swapnix: Für Ninragon hast du ein ganz neues, sehr komplexes Magiesystem entwickelt, welches ich bisher so noch nicht gelesen habe. Wie bist du da herangegangen?

Horus: Nein, habe ich tatsächlich nicht.
Das kann jeder halten, wie er will, und es ist absolut legitim und okay, wenn jemand das anders sieht, und er oder sie kann es gerne machen, wenn er oder sie Freude daran hat – ab und zu finde ich so etwas auch total interessant. Unter meinen Lieblingsbüchern gibt es sogar ein paar gute Beispiele dafür … aber ich persönlich finde Magiesysteme doof.
Das hat etwas von Reißbrett und erweckt den Eindruck, dass man die Welt von außen betrachtet, wie ein Spiel, sie damit aber auch ein ganzes Stück von einer Wirklichkeit abrückt, die man ernst nimmt und für die Zeit des Erzählens als real annimmt. Ich finde, so etwas entwertet die Welt, in der man sich entschlossen hat zu erzählen. Aber das ist, wie gesagt, mein ganz persönliches Empfinden, und das wende ich auch nur auf mein eigenes Schreiben so an. Autoren müssen ja in ihrer Rolle als Autor besonders kritisch sein und bestimmte Sachen „nicht mögen“, denn das definiert ja immerhin das, was sie selbst schreiben wollen. Das hört sich dann immer recht kritisch und mäklerisch an, gilt aber in diesem Moment nur für den Aspekt des eigenen Berufs, das eigene Schreiben. Wenn man davon abrückt und sich nur als Leser betrachtet, sieht die Welt mit einem Mal ganz anders, sehr viel toleranter und offener aus. Das Kritisieren ist allein der Tunnelblick des Autors in seinem Beruf.
Zurück zu Magiesystemen: Eine Welt funktioniert nicht nach sauber ausgedachten Regeln. Das haut vielleicht auf einem Spielbrett hin. Unsere wirkliche Welt funktioniert immerhin auch nicht nach sauberen, abtrennbaren Regeln.
Den Kern, wie ich in meinen Büchern Magie darstelle, bildet eigentlich meine ganz reale Weltsicht, meine Sichtweise und mein Glaube daran, wie die Welt grundsätzlich funktioniert. Dazu habe ich mir dann vorgestellt, es gäbe Magie auf eine sehr handgreifliche und direkte Art wirklich, und habe danach alle Regler bis zum Anschlag hochgedreht.
Man will ja schließlich etwas erleben, wenn man ein Buch liest.
Darauf baue ich dann auf.
Statt einem Magiesystem gibt in meiner Welt Magietheorien, denn jeder will natürlich diese Mächte und Kräfte begreifen, und jede dieser Theorien sieht Magie ein wenig – oder auch gewaltig – anders. Aber alle beziehen sich auf die gleiche magische Realität. Und für die habe ich ein Gefühl, ein ziemlich klares sogar. Aber keine Tabellen.
Und vielleicht verändert sich diese magische Realität ja auch mit der Zeit und der Betrachtungsweise. Frag mal einen Quantenphysiker danach, wie er die Realität sieht.
 
Swapnix: Welche deiner Figuren war für dich am einfachsten zu entwickeln, und welche hat sich am ehesten gesträubt, sich von dir einfangen und auf Papier bannen zu lassen?

Horus: Hm, das ist schwierig. Es gibt Figuren, die kann ich eher nachvollziehen als andere, aber in jedem Protagonisten, in jeder Protagonistin, die ich gerade schreibe, bin ich wirklich drin. Da zählt gar nicht so sehr ein Charakterbogen, sondern eher ein Gefühl für diese Figur, wie sie sich bewegt, wie sie denkt, wie sie spricht.
In Amara konnte ich relativ leicht reinschlüpfen. In Danak auch. Bei Erion musste ich mich manchmal dazu zwingen, so zu empfinden wie er. Hm, ich merke gerade, dass es mir oft deutlich einfacher fällt, in einen weiblichen Charakter als Erzählperpsektive hereinzuschlüpfen. Das ist komisch. Manche männlichen Charaktere sind mir einfach zu … männlich. Es wird leichter, wenn sie das auf eine ziemlich überzogene Art sind. Zum Beispiel fallen mir trockene, lakonische männliche Charaktere irgendwie leicht.
Auric fiel mir leicht, dieses Grundprinzip eines intelligenten und gebildeten Barbaren. Denn ich konnte das Gefühl gut nachempfinden, in der Umgebung, in die man hineingeboren wurde, einfach nicht dazuzugehören.
 
Swapnix: Würdest du sagen, deine Bücher sollen hauptsächlich unterhalten, oder gibt es Dinge, die du mit ihnen transportieren möchtest?

Horus: Zuallererst einmal und als Grundbedingung sollen sie unterhalten. Wenn ein Buch nicht unterhält, taugt es nichts. Alles andere kommt später und kann dazukommen.
Ich versuche, meine Bücher so zu schreiben, dass sie auf verschiedenen Ebenen funktionieren. Jemand, der nur eine spannende und interessante Geschichte lesen will, bekommt sie. Wenn er/sie oder jemand anderes danach mehr will, kann er/sie sich die gleiche Geschichte unter einem anderen Blickwinkel anschauen und wird vieles unter dem normalen Plot entdecken. Aber das muss er/sie nicht.
Ich möchte keine Botschaft transportieren, denn wenn ich das Buch geschrieben und veröffentlicht habe, ist es nicht mehr meins, sondern es gehört allein dem Leser. Ich habe nur die Verpflichtung, als professioneller Lügner ihm ein so komplexes Geflecht, ein so dichtes und ernsthaftes Tableau zur Verfügung zu stellen, dass er sich selbst mit seinen Fragen und seiner Suche nach Antworten darin wiederfindet. Vielleicht gebe ich ihm auch ein paar Stupser.
Eigentlich will ich nur ganz normale menschliche Werte vermitteln, wie Mitgefühl, Toleranz, den Wert von Freundschaft und Loyalität, Engagement für die Dinge, an die du glaubst, dass es sich lohnt, seine Träume zu verfolgen und alles auf diesem Weg hineinzulegen. Solche ganz normalen, banalen Dinge eben.
 
Swapnix: Was müssen Lesende mitbringen, um deine Geschichten verschlingen zu können?

Horus: Neugier. Entdeckerlust. Die Freude, bei etwas Bekanntem anzufangen und sich dann auf ein Abenteuer einzulassen. Der grundsätzliche Wille, sich auf etwas einzulassen, auf neue Erfahrungen, und die Bereitschaft, in etwas zu versinken: in einer Geschichte, dem Bewusstsein einer Person, in einer fremden Welt.
Aber ist es nicht das, warum wir eigentlich alle lesen?
 
Swapnix: Abschließend würde ich gern noch zwei Dinge von dir wissen: Woran arbeitest du momentan, und besteht die Möglichkeit, dich mal lesen zu hören, und falls ja, wo?

Horus: Nein, ich lese immer leise.
Scherz beiseite. Lesungen sind eigentlich nicht so meins; nicht, weil ich nicht gerne vorlese, sondern weil ich in der Zeit, die es braucht, um solche Veranstaltungen zu bewältigen, lieber meine nächste Geschichte schreibe. Aber vielleicht mache ich ja demnächst ein paar Reels, in denen ich Ausschnitte aus meinen Büchern vorlese.
Das bringt mich dazu, woran ich momentan arbeite. Ich schreibe gerade unter Hochdruck an den letzten beiden Bänden von „Der Ring der Elfen“. Danach werde ich erst mal eine Ortsbestimmung machen und planen, was als Nächstes wirklich drankommt.
Ich habe schon eine neue zehnbändige Reihe auf Lager, ich will meine Debüt-Trilogie überarbeiten, weil ich sie damals mit einem ganz bestimmten Mindset geschrieben habe und sie jetzt auch für eine größere Lesergruppe zugänglich machen möchte. Vor allem, da ihre Hauptperson eine nicht ganz unwichtige Rolle in anderen Erzählungen spielt und ihre Biografie quasi die Vorgeschichte zu den meisten meiner späteren Bücher darstellt. Ich möchte, dass möglichst viele Leser der anderen Bücher und Reihen die Geschichte von Auric dem Schwarzen lesen und dieses Buch auch genießen können. Derzeit sehe ich das so, dass ich die Urfassung allen, die sie lesen wollen oder lieb gewonnen haben, ebenfalls weiterhin zugänglich halten möchte.
Darüber hinaus habe ich Ideen und Planungen, die mich über Jahre beschäftigen werden. Ich will unter anderem zwei Meta-Erzählbögen schließen, einen großen … und den ganz großen. Nach dem Letzteren haben mich schon viele gefragt und jetzt – nach ein paar Sachen, die ich in „Ring der Elfen“ eingearbeitet habe – komme ich nicht mehr dran vorbei, mich dem auch wirklich zu widmen.
Viel zu tun. Auf geht’s! Labadi!
 
Swapnix: Oh ja das scheint mir auch so! 
Lieber Horus, ich danke dir für diese sehr spannenden Einblicke in dein Autorendasein und wünsche dir weiterhin viele begeisterte Lesende!

#autorenvorstellung  
#autoreninterview
#reihenvorstellung  
#derpfaddesmagiers  
 
(Quelle Bild: Horus W. Odenthal)

16 März 2025

Anthologievorstellung- Zombie Zone Germany- Was einmal war

 

 

 

Was einmal war ist die neueste Anthologie aus dem Zombie Zone Germany Universum des Amrun Verlag . Wo rum es gehen wird und wer sich daran beteiligt hat, erfahrt ihr hier. Für mich sind tatsächlich einige bekannte Namen dabei, besonders freue ich mich über den Namen Emily Tara Todd 😊, da ich sie persönlich kenne!


🧟‍♂️🧟🧟‍♀️

Was einmal war (Hrsg. von @lektorat_wechselseitig Carolin Gmyrek )

Was hält uns am Leben, wenn wir alles verloren haben?
Was einmal war, ist nicht mehr. Deutschland hat sich verändert. Tod und Verwesung haben die Straßen erobert, der Kampf ums Überleben ist erbarmungslos.
Mai 2020 markiert den Zeitpunkt, an dem es begann – die Toten erhoben sich, getrieben von unstillbarem Hunger nach lebendigem Fleisch. Die Epidemie überrollte das Land wie eine alles verschlingende Flut, bis im Frühjahr 2021 die letzte Grenze gezogen wurde: Deutschland unter Quarantäne.
Zwölf Geschichten erzählen von Menschen, die sich gegen die Leere stemmen. Was hält sie am Leben, wenn die Welt um sie zerfällt? Ein Funken Liebe, die Erinnerung an ein Lachen des eigenen Kindes, die Aussicht auf einen weiteren Sonnenaufgang?
Oder ist das, wofür man kämpft, nur noch eine Illusion?
Mit Geschichten von: Christian Günther, Janika Rehak, Marie Erikson, Claudia Rapp, Carolin Gmyrek, Antonia Dorah, Monika Loerchner, Marko Richter-Höfer, Emily Tara Todd, Melanie Kissel, Oliver Bayer und Thomas Williams.

#ZombieZoneGermany
#Reihenvorstellung
#LokaleZombieApokalypse
#Horror

(Quelle Foto Carolin Gmyrek, bearbeitet mit Canva)

Zombie Zone Germany - eine Einführung

 

 

 

Wie ihr nun seht, gibt es schon eine ganze Reihe an Novellen, und ein paar Anthologien. Auch zur Leipziger Buchmesse weden 2 neue Bücher erscheinen, nämlich eine Anthologie so wie eine Novelle aus der Feder von Simona Turini.

Habt ihr schon mal ein Buch ais der Reihe gelesen? Wie gefiel es euch und was haltet ihr generell von der Idee und dem Setting? Hier dazu mehr:

Was ist die Zombie Zone Germany?

Deutschland, 2020.
Einwohnerzahl: 83 Millionen.
Status: Tot. Oder untot.

Es gibt Überlebende. Sehr wenige. Sie sind auf sich allein gestellt. Aber sie geben nicht auf.

Nachts auf der Landstraße. Rascheln und Schritte hinter dir. Der Hund schlägt an, weicht dann zurück. Dein letzter Gedanke: Der Verfolger ist kein Mensch. Jedenfalls nicht mehr.

Anruf bei der Polizeistation. Ein übermüdeter Wachmann meldet sich. Sagt: „Nicht witzig!“

Filmnacht mit Freunden. Zombie-Horror vom Feinsten. Kratzen und Stöhnen am Fenster. Jemand steht auf: „Ich geh mal nachsehen.“ Berühmte letzte Worte.

Deutschland, Mai, 2020, Sondersendung: „Verehrte ZuschauerInnen, es ist bestätigt. Es ist tatsächlich wahr. Die Zombieapokalypse ist ausgebrochen. Bitte bewahren Sie Ruhe. Bleiben Sie in Ihren Häusern. Helfen Sie ihren Mitmenschen. Hilfe ist unterwegs…“

( Quelle Text: zombiezonegermany.de Quelle Foto: Carolin Gmyrek )

Und liebe Schreibende? Juckt es euch in den Fingern, eine Geschichte in Roman- oder Novellelänge bei zusteuern?
Die Ausschreibung ist fortlaufend, und neue Zombie Geschichten braucht das Land!

#ZombieZoneGermany
#Reihenvorstellung
#LokaleZombieApokalypse
#Horror

Vorstellung Carolin Gmyrek und die Zombie Zone Germany aus dem Amrun Verlag

 

 

 

 

 

 

 

Heute möchte ich euch Carolin Gmyrek und die Novellenreihe Zombie Zone Germany vorstellen, welche durch den Amrun Verlag verlegt wird.
Sie war so lieb, mir etwas über sich und die Entstehung der Reihe zu erzählen.

Swapnix: Liebe Carolin stellt dich doch bitte einmal vor. Wer bist du und seit wann schreibst du?

Carolin: Hallo liebe Swapnix, vielen Dank, dass ich hier sein darf. Mein Name ist Carolin Gmyrek. Ich bin Lektorin, fahrende Buchhändlerin, Autorin und seit mehr als einem Jahr die Herausgeberin der Zombie Zone Germany. Ich studierte an der Universität Leipzig Literaturwissenschaft und bin seit 2010 in der phantastischen Indie-Buchbubble unterwegs. 2023 habe ich mich selbstständig gemacht. Als Lektorin helfe ich Schreibenden mit ihren Manuskripten, als fahrende Buchhändlerin verkaufe ich diese dann auf Events, Messen und Conventions. Zusammen mit meinem Mann und unseren drei Katzen lebe ich in Leipzig.

Swapnix: In welchem Genre bewegst du dich? Und was machst du noch neben dem Schreiben?

Carolin: Seid Kinderbeinen fasziniert mich die Phantastik und der Horror. Hexen, Vampire, dunkle Wälder – all das zog mich beinahe magisch an. Zombies dagegen – selbst Frankenstein – jagten mir einen regelrechten Schauer über den Rücken. Jedenfalls so lange, bis ich die ersten Zombiefilme mit meinen Freund*innen sah. Von Braindead bis Una de Zombie, jeder Trashfilm wurde von mir verschlungen. Der Zombie wurde zu einem Kulturphänomen, zu einem gruseligen Begleiter, der sich in meine Vorliebe für klassische- oder gesellschaftliche Literatur mischte. Tatsächlich schreibe ich im Moment weniger, als ich es früher tat. Die Selbstständigkeit frisst die Zeit auf wie ein hungriger Zombie Gehirne. In den wenigen freien Minuten häkle ich und bastle ich gerne, arbeite mit den Fingern oder spiele auch das ein oder andere Indiegame, zum Beispiel Zomboid.

Swapnix: Wie entstand die Zombie Zone Germany Reihe?

Carolin: Die Idee stammt ursprünglich von Torsten Exter. Er wollte die Zombies mit Lokalkolorit verbinden, wollte zeigen, wie wir in Deutschland überleben oder zu wankenden Untoten werden. Ob nun in Berlin, München oder Frankfurt, überall sind sie in Horden unterwegs. Dabei hat nicht jeder Haushalt eine Schusswaffe, wir sind eng besiedelt und wiegen uns in eine Sicherheit. Doch die Apokalypse ist kein Ponyhof. Zusammen mit dem Amrûn Verlag wollte er eine Reihe erschaffen, in denen die Welt durch die beteiligten Autor*innen weiter wächst, die Geschehnisse nicht direkt vorgegeben sind, sondern in einer Gemeinschaft aufgebaut wird. Es entstanden Anthologien und Novellen, zum Beispiel mit Vincent Voss oder Simona Turini
. Als Torsten Exter den Herausgeberposten abgeben musste, verselbständigte sich die Reihe. Der Blick für das Detail fehlte, die Details begannen sich zu widersprechen. Durch das Rollenspiel begannen wir diese Details wieder zurück auf eine Linie zu bringen.
In einem Hamburger Forschungsinstitut verschwinden einige genmanipulierte Maden, die eine schreckliche Seuche auslösen werden. Kurz danach beklagen nicht nur einige Menschen eine furchtbare Grippe, sondern die ersten Zombies werden gesichtet. Zuerst hält man es für einen schrecklichen Scherz, doch die Krankheit breitet sich aus. Nur wenige Tage nach dem Ausbruch wird der nationale Notstand ausgerufen, die Zombies breiten sich über ganz Deutschland aus, die umliegenden Länder versuchen durch Abriegelungen und Auffanglager die Situation unter Kontrolle zu halten, doch das Militär scheint unterlegen. Die Überlebenden werden sich selbst überlassen. Die Apokalypse hat begonnen.

Swapnix: Ist die Reihe ein festes Setting in welchem sich die Schreibenden dann bewegen und ihre Geschichten entwickeln?

Carolin: Die Geschichten entwickeln sich, damit entwickelt sich auch die Welt. Auch wenn wir die Fäden mittlerweile etwas enger spannen, Ideen und Vorstellungen von uns als Team mit einfließen und wir aus logischen Gründen einige Grenzen setzen mussten, lassen wir unseren Autor*innen viele Freiheiten. Damit die Menschheit überhaupt eine realistische Überlebenschance erhalten, haben die Maden ein Korsett erhalten. Tiere oder Kleinkinder sind beinahe nicht infizierbar, die Zombies bleiben – bis auf wenige Ausnahmen – schlurfende Verfaulende, die Zeit zum Mutieren von Leichen ist limitiert. Auch das Weltgeschehen mussten wir anpassen, denn nach 3 Anthologien und 12 Novellen ist schon viel geschehen. Und dennoch finde ich in jeder Geschichte, in jedem Manuskript neue Ideen, die die Welt erweitern. Es ist ein unglaubliches Wachstum.

Swapnix: Nach welchen Kriterien wählt ihr die Einreichungen aus?

Carolin: Das wichtigste Kriterium ist: Lest die Ausschreibung! Wir haben sie auf unseren social Media Kanälen geteilt, auf unserer Homepage www.zombiezonegermany.de, sowie im Verlag geteilt. Dort stehen viele Bedingungen und Informationen, die die Welt und die Zombie Zone beschreiben. Wenn Fragen offenbleiben: schreibt uns! Wir bemühen uns, jede Mail zu beantworten oder sogar im Call mit den Interessierten zu sprechen. Tatsächlich ist das der erste Punkt, nach dem ich schaue und tatsächlich auch das, woran die meisten scheitern. Dabei kann man viel im Lektorat grade biegen. Aber wenn die Geschichte darauf aufbaut, dass das Virus anders entsteht, die Zombies klug sind oder übermenschliche Fähigkeiten haben, oder untote Vögel über einen herfallen, ist eine Anpassung schwierig. Danach kommen natürlich Schreibstil und Idee. Wir schauen tatsächlich, dass das Manuskript nicht nur auf Bilder aufgebaut sind, die einen emotional zerstören sollen. Zombiekinder, übermäßige Grausamkeit oder die Vernichtung ganzer Ortsteile sind für uns schwierig. Mein Ziel ist es, die Zombiegeschichte auf eine neue Ebene zu heben. Wir schauen nach frischen Ideen, nach einem tollen Schreibstil, positiven Humor und dem Schauer, den einen über den Rücken läuft. Lokalkolorit ist auch gerne gesehen.

Swapnix: Abschließend wüsste ich gern noch ob ihr eine bestimmte Länge der Reihe festgesetzt habt?

Carolin: Nein, tatsächlich nicht. Wir schauen, was kommt, wir suchen immer weiter. Ganz im Gegenteil: Es fängt jetzt erst an. Wir haben weitere Anthologien, Novellen, Magazine, Hörbücher und noch viel mehr geplant. Wir sind zwar ein kleines Team, aber wir hören nach dem Rollenspiel nicht auf. Es gibt viele Geschichten zu erzählen.
Wenn man uns unterstützen möchte, dann findet ihr uns auch auf Patreon: patreon.com/ZombieZoneGermany
Und wir suchen ständig neue Geschichten, im Moment am liebsten Kurzgeschichten. Unsere Dauerausschreibung findet ihr auf www.zombiezonegermany.de

Swapnix: Wer sich jetzt also angesprochen fühlt, weil er/sie eine passende Geschichte in der Tasche hat, kann auch auf der Seite des Amrun-Verlages unter Ausschreibungen die Bedingungen dieser, finden.
Herzlichen dank liebe Carolin, für diese spannenden Hintergrund Infos zu dir und der Zombie Zone Germany Reihe.

Carolin: Vielen lieben Dank für diese Möglichkeit.

#ZombieZoneGermany
#Reihenvorstellung
#LokaleZombieApokalypse
#Horror

(Quelle Foto Carolin Gmyrek)

30 September 2024

Reihenvorstellung Zauber und Stab

 


Die neueste Reihe von @lillylabord aus dem Universum der Asperischen Magier, dreht sich um Schüler:Innen der Kunst. Hier treffen wir die jüngere Generation der Magier aber auch alte Bekannte.
Sie dreht sich um Rivalität, Freundschaft, Intrigen und die Kunst der Zauberstabmacherei!
Ich finde sie ist teilweise sehr düster, hoch explosiv und niemand kann sich wirklich sicher sein, wen es als Nächsten trifft.
Bisher sind 3 Bände erschienen, welche sich aber viel zu schnell durchlesen!
Aber, dafür können wir uns noch auf einige Bände freuen! 
 
(Quelle Bild: Amazon, bearbeitet mit Canva) )

Reihenvorstellung zum Kaffee bei Mr. Dalton - Die Asperischen Magier

 


 

Durch Zufall habe ich mir im letzten Jahr bei meinem Hörbuchanbieter, ich hatte noch sehr viele Guthaben und war zu krank zum Lesen, den ersten Teil der Reihe Zum Café bei Mr. Dalton, geschrieben von Lilli Labord, gelesen von Constance Buttmann, heruntergeladen.
Es ging um eine junge Frau, die auf Arbeitssuche war und ein Angebot ihres Nachbarn bekam.
Als sie sich vorstellt, merkt sie sehr schnell dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht.
Sie bekommt den geheimnisvollen Mr. Dalton nie zu Gesicht, doch sie kann mit ihm reden und wird aufs beste von ihm versorgt.
Schnell findet sie heraus hier ist Magie im Spiel und sie ist fasziniert.
Nach dem sie ihre ersten Aufträge zur vollsten Zufriedenheit ausführt wird sie von Männern angesprochen die sich die Asperishen Magier nennen.
Sie stellt fest dass es nicht nur freundliche Magier gibt, sondern, dass es neben den weißen Magiern auch Graue und Schwarze gibt.
Ich war sofort angefixt und habe mir sämtliche Hörbücher heruntergeladen und in jeder freien Minute eines nach dem Anderen angehört.
Lilly Labord hat mit dem Universum der Asperischen Magier eine vielschichtige spannende und rasante Welt geschaffen.
Ihre Charaktere sind nicht nur Schwarz und Weiß sondern durchaus moralygray, sie teilen sich in unterschiedliche Instanzen auf, wir lernen ihre Familien kennen, deren Wurzeln teilweise weit in die Vergangenheit reichen, manche wechseln zwischenzeitlich die Magischen Vereinigungen.
Das Magiesysthem ist sehr gut durchdacht und wirkt dadurch authentisch.
Während der 5 Bände lösen wir gemeinsam mit Holly Miller und den Asperischen Magiern einen sehr komplexen Kriminalfall der mich hinterher reichlich schockiert und verwirrt zurück lies. Es scheint nichts mehr so zu sein wie vorher gedacht und vermutet!
Lilly Labord nimmt uns auf eine magische, abenteuerliche und rasante Reise nach England. Ihre Reihe erzählt von Mut, Magie, Freundschaft und Liebe, aber auch von Tod und Zerstörung.
Ich kann diese Reihe nur allen ans Herz legen, die spannende, vielschichtige und rasante Urban Fantasy lieben. Auch die Romantik kommt nicht zu kurz, steht aber nicht im Vordergrund der Geschichten.
Es empfiehlt, sich die Bücher der Reihe nach zu lesen, danach gibt es Gott sei dank noch andere Bücher die sich um den Bund der Asperischen Magier und Magierinnen dreht, es gibt Geschichten die als Prequel zu sehen sind, welche die parallel oder nach der Mr. Dalton-Reihe spielen. Auch diese möchte ich euch im Folgenden noch kurz vorstellen.
 

Interview mit Lilly Labord

 

 
 
 

Grüßt euch! Heute möchte ich euch mit Lilly Labord eine meiner Lieblings Urban Fantasy Serien vorstellen. 

Swapnix: Liebe Lilly, bitte stell dich den Lesenden mal vor! 
 
Lilly: Hallo, ihr Lieben! Unter dem Namen Lilly Labord schreibe ich seit 2012 magische und paranormale Romane. Ich lebe in Frankfurt, habe drei Katzen, und eine chronische Erkrankung macht mir das Schreiben manchmal schwer. Trotzdem bin ich mit Feuereifer dabei und dankbar, dass ich das tun kann, was ich am liebsten tue.
 
Swapnix: Wie bist du zum Schreiben gekommen und hast du noch weitere Pseudonyme? 
 
Lilly: Ich habe immer viel gelesen und mit vierzehn meinen ersten Science-Fiction Romane begonnen, wusste aber nicht, wie ich ihn fortführen sollte und so liegt er bis heute in der Schublade 😊 Mit Anfang zwanzig ging es dann richtig los. Ich hatte Lust und Ideen und habe das Schreiben durch Vielschreiben gelernt. Pseudonyme habe ich mir zugelegt, falls etwas nicht funktioniert, und so war es auch – einige meiner alten Pseudonyme habe ich selbst vergessen und heute findet ihr eigentlich nur noch meinen eigentlichen Namen, Gundel Limberg, unter dem ich ab und zu schreibe.
 
Swapnix: Welches Genre und welche Reihen können wir von dir lesen? 
 
Lilly: Seit 2019 habe ich mich ganz intensiv damit beschäftigt, die magische Welt Großbritanniens zu erkunden. Zusammen mit Kay Noa bewege ich mich im selben fiktionalen magischen England. Wir schereiben zusammen die Whitehall-Shadows-Reihe und benutzen beide dieselben Annahmen darüber, wie die Magie im heutigen England funktioniert.
Für die Leserinnen und Leser bedeutet das, in eine Welt einzutauchen, in der Magie Teil unserer normalen alltäglichen Welt ist, aber geheim gehalten wird.
Das begann mit dem, was ich meine Hauptreihe nenne: „Zum Kaffee bei Mr. Dalton“ Darin sucht Holly einen Job und wird von einem echten Magier engagiert, was sie in die gefährliche Welt der Londoner Zauberei führt und außerdem in ihre eigene Vergangenheit.
Von dort aus verästelt sich diese magische Welt. Es gibt Reihen, die damit direkt zusammenhängen wie „Das Geheimnis der blaue Schale“ und „Das Geheimnis des blauen Lichts“. Darin wird ein wichtiger neuer Bösewicht eingeführt.
In Zauber & Stab“ begleiten wir drei jugendliche Magiekundige, die in die wichtigste magische Gilde aufgenommen werden und dabei in die Auseinandersetzungen geraten, die zurzeit herrschen. – Das ist übrigens typisch für meine Reihen – sie spielen immer im Erscheinungsjahr.
Und dann wären da „The Athanor-Academy“, das in einer Akademie für Zaubertränke spielt und „Mr. Nigh“, in dem eine Ermittlerin mit einem Mann zusammenarbeitet, der mit den Toten reden kann.
Und das ist noch lange nicht alles. Ihr seht – diese Welt ist groß, vielschichtig und man kann Figuren aus einer Geschichte in einer anderen begegnen – bis hin zu Truly’s Crimes von Kay, wo meine Asperischen Magier auftauchen, so wie Truly in „Der magische Besen“ auftaucht.
 
Swapnix: Wie genau ist die Reihe zum Café bei Mister Dalton entstanden? Was hat dich dazu inspiriert? Und dürfen wir auf noch weitere Geschichten aus der Welt der Asperischen Magier hoffen? 
 
Lilly: Für Mr. Dalton hatte ich einen Anfang, der zunächst keine Fortsetzung besaß, bis ich eines Tages das erste Kapitel las, das zweite schrieb und nicht aufhörte, bis Band 5 fertig war – so sehr zog mich dieser Magier in seinen Bann! Was mich an den Asperischen Magiern, die darin vorkommen, bis heute fasziniert, ist die Frage, was ist dunkle Magie? Was bedeutet es, weißmagisch zu sein? Sind nicht die meisten Menschen moralisch gesehen eher so grau? Und Mr. Dalton hat mir bewusst gemacht, dass es dabei nicht nur um Gut oder Böse geht, sondern darum, wie man die Welt sieht und was man zur Grundlage von Entscheidungen macht – daher sind beispielsweise Schwarzmagier bei mir vor allem eins: effizient. Oder sie glauben das 😊
Ich werde dieses Jahr den lange – viel zu lange – erwarteten zweiten teil von Rosenmädchen bringen, der einmal komplett einem Computerabsturz erlag und dann dieses Jahr wieder – so als läge ein Fluch darauf. Aber es war gut so, denn so passt sich die Geschichte sehr gut in die Entwicklungen ein, die beispielsweise durch „Zauber & Stab“ entstanden sind. Trotzdem hättet ihr da eine Autorin weinen sehen können.
Außerdem wird „Mr. Nigh“ seinen abschließenden Teil bekommen und – wenn ich es schaffe – gibt es einen Band, der die Asperischen Magier dreieinhalb Jahre nach dem Ende der Hauptreihe zeigt.
 
Swapnix: Du veröffentlichst ja rein im SP, wie kommt das, und was für Vor und Nachteile siehst du im Selfpublishing? 
 
Lilly: Ich hatte anfangs einige schlechte Erfahrungen mit Verlagen. Unter anderem ging ein Verlag pleite und ich kann bis heute die Rechte nicht zurückbekommen. Dann eröffnete Amazon die Möglichkeit, selbst zu veröffentlichen und ich beschloss, mich in dieses neue Abenteuer zu werfen, was natürlich auch so seine Tücken hatte. Inzwischen habe ich sowohl Verlagstitel als auch SP-Titel. SP gibt mir die Freiheit, meine Figuren und Plots selbstbestimmt zu entwickeln.
 
Swapnix: Wer gestaltet für dich die Buchcover und gibst du deine Bücher ins Lektorat sowie Korrektorat?
 
Lilly: Ich habe mit vielen Cover Desigerinnen zusammengearbeitet und liebe die meisten meiner Cover. Am prägendsten war da sicher die Dalton-Reihe. Heute stammen die meisten Cover aus dem Ausland, wo die Wartezeiten kürzer sind. Ich habe auch schon einige Lektorinnen und Korrektorinnen gehabt, davon einige sehr gute, andere, die leider nicht so gut waren. Da ich selbst schlecht sehe, bin ich auf Korrekturen angewiesen. Manchmal hat man aber auch andere Probleme – beispielsweise wurde mein Buchsatz in letzter Zeit mit Atticus gemacht, einem US-amerikanischen Programm. Mir fiel erst zu spät auf, dass es auf Deutsch nicht korrekt trennen kann. Ärgerlich. Manchmal bleibt das dann aber erstmal so, weil ich gar nicht alles schaffe und weil bei mir beispielsweise die Taschenbücher reiner Leserservice sind – sie bringen ihre Unkosten so gut wie nie herein, anders als die E-Books.
 
Swapnix: Welche deiner Reihen mach dir am meisten Spaß zu schreiben und was fordert dich beim Schreiben heraus? 
 
Lilly: Ich schreibe alle gleich gerne – mit etwas mehr Enthusiasmus natürlich alles, was mit Mr. Dalton zu tun hat. Ich bin dann jeweils ganz tief in dieser Welt – beispielsweise in Maidstone, einer sehr schönen englischen Stadt. Herausfordernd ist es, wenn ich entscheiden muss, jemanden zu opfern – hört sich das krass an? 😊 Und, wenn ich beim Schreiben Schmerzen habe, aber weitermachen will.
 
Swapnix: Für welche Lesenden sind deine Bücher geeignet und gibt es etwas, was du mit deinen Geschichten transportieren möchtest? 
 
Lilly: Grundsätzlich kann man meine Bücher so ab 16 lesen, aber die meisten Leserinnen und Leser (Männer rund 20%) sind zwischen 35 und 55 Jahre alt. Sogenannter Spice ist selten und die meisten meiner Bücher kann man nach einem arbeitsreichen und frustrierenden Tag sehr gut lesen, um sich in eine eigene Welt zu versenken. Ich transportiere grundsätzlich Werte, weil ich sie keinem Effekt opfern würde und mir wurde oft zurückgespiegelt, dass Loyalität und Wahlfamilie bei mir eine immer wiederkehrende Rolle spielen. Die Asperischen Magier verkörpern mit ihrem Entschluss, anderen zu helfen, was ich gerne im besten Fall wäre. Und das geht euch ja wohl auch so.
 
Swapnix: Welche Projekte stehen dieses Jahr noch an und wo können wir dich mal zum Lauschen und Plaudern treffen? Wirst du dieses Jahr auf Messen zu finden sein? 
 
Lilly: Zu Projekten habe ich schon einiges verraten. Ihr trefft mich auf der BUCON in Dreieich und beim Frankfurter Blogger-und-Autorenstammtisch und darauf freue ich mich schon.
 
Swapnix: Liebe Lilly, ich danke dir sehr für das nette und interessante Gespräch! Und für deine magischen Geschichten wünsche ich dir weiterhin viele begeisterte Leser:innen! 
 
Lilly: Danke – es war schön, mal ausführlich über das zu schwätzen, was ich am liebsten tue. Vielen Dank dafür und ich wünsche dir und euch allen noch viele wunderbare Leseabenteuer von vielen Autorinnen und Autoren. 
 
(Quelle Bild: Gundel Limberg )