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28 Mai 2025

Interview mit Verleger Marc Hamacher zum German Kaiju Universum





Da ja der Monat Mai ganz im Zeichen des German Kaiju Universum stehen sollte, habe ich natürlich auch Marc Mamacher, als Verleger der Anthologien und Novellen, ein paar Fragen gestellt.
 
Swapnix: Hallo Marc, bitte erzähl mir wie es dazu kam das du so etwas wie der German Kaiju Antho zugestimmt hast? War das nicht viel zu Abgedreht ? 
 
Marc: Nein… ein zu abgedreht gibt es beim Leseratten Verlag sowieso nicht. Die komplette Geschichte wurde ja nun schon mehrfach erzählt und ist in einem der drei Vorworte der Antho nachzulesen. Kurz: Markus hat mich gefragt, hatte ein Konzept und die Leidenschaft und mir ein Kirschbier bezahlt.
Swapnix: Wann stand für dich fest, dass es noch mehr geben muss aus diesem Universum und was macht es für dich so verlegenswert? 
 
Marc: Letztlich war es die LBM und die Reaktionen auf die erste Antho. Die Optik schlug ein, das Thema auch. Es gab nur positive Reaktionen. Auch außerhalb des Kaijuversums wurden nun Menschen auf den Verlag aufmerksam. So sagte mir einige Zeit später mal Tom Orgel, dass es diese Veröffentlichung war, die ihm gezeigt hat, dass wir es ernst meinen und einen seriösen Weg gehen. Was immer er damit meinte. Die Idee einer Novelle stammte von Grummel, aber auch andere Autoren jammerten schon, dass die Zeichenbegrenzung auf eine Kurzgeschichte unschön ist. Einige scheibten sogar deswegen rum wie kleine Kinder. 
 
Swapnix: Wer gestaltet für dich die Cover der Novellen und Anthologien? Und was ist das Besondere an ihnen? 
 
Marc: Für die Optik des German Kaijuversums ist Christian Günther verantwortlich. Markus hat ihn vorgeschlagen und als Inspiration galten die Kinoplakate der alten Godzilla-Filme. Es musste bunt sein und knallig und schreiend. Das ist perfekt gelungen. Auf allen Covern ist übrigens bisher immer eine versteckte Ratte als Suchspiel untergebracht. Schon entdeckt? 😉
 
Swapnix: Auf der Lesung auf der Marburgcon hattest du 3 Poster der Novellencover dabei, was hast du damit vor? 
 
Marc: Bin noch unsicher. Wahrscheinlich eine Versteigerung für Hardcore-Fans, denn die Plakate sind ja alle signiert. Mal schauen
 
Swapnix: Wie wird es mit dem German Kaijus weitergehen? Auf was dürfen wir noch weiterhin gespannt sein? 
 
Marc: 2026 wird es wahrscheinlich ein neues Novum geben. Eine Autorin von uns und einer der besten Zeichner des Landes arbeiten an einem Comic, der in Stuttgart spielt. Da bin ich sehr gespannt auf die Reaktionen der Fans. Eine weitere Novelle ist schon seit 2 Jahren zu 98% fertig. Und 2027 gibt es wieder eine Anthologie, wobei wir noch zwischen zwei Themenvorgaben schwanken. 
 
Swapnix: Lieber Marc, ich bin sehr gespannt auf das was noch alles Kommen wird ! 
 

21 Mai 2025

Autorenvorstellung Thomas Williams, anlässlich des #GermanKaijuMonat

 

 

 




 
Auch von Thomas Williams writes gibt es jetzt, nach seinen Kurzgeschichten, eine Novelle aus dem German Kaiju Universum. Sie heißt Todeskampf der Megabestien und ist natürlich im Leseratten Verlag erschienen. Auch hier bin ich neugierig, wie es dazu kam! 
 
Swapnix: Hallo Thomas, Wie kamst du zum German Kaiju Universum und was führte dazu dass es jetzt sogar eine Novelle von dir gibt? 
 
Thomas: Hallo Sabrina. Zum German Kaiju Universum kam ich, als der Autor und das Mastermind hinter der Reihe Markus Heitkamp Autoren für die erste Anthologie suchte. Ich war sofort begeistert von der Idee, haushohe Monster auf deutsche Städte loszulassen, denn schon als Kind habe ich Filme mit solchen und auch mit kleineren geliebt. Meine erste Kurzgeschichte trägt den Titel „Frankensteins Raketenmonster im Blutrausch“, denn die deutschen Titel der Godzilla Filme waren immer total reißerisch und beinhalteten oftmals den Namen Frankenstein, obwohl der nichts mit der Handlung zu tun hatte. Mir war also noch vor dem Schreibprozess klar, dass ich solch einen Titel haben möchte. Meine Frau und ich haben am Frühstückstisch lauter verrücktes Zeug in den Raum geworfen und ich glaube, dass der Punkt für das Raketenmonster im Blutrausch an sie geht. Diese Geschichte war eine Mischung aus Slapstick und Monsteraction. Danach folgte die zweite Anthologie und ich hatte diese Idee im Kopf, wie es nach dem Angriff auf meine Wahlheimatstadt weitergehen könnte. Das fand ich interessanter als die nächste Stadt platt zu machen. Auch gab es zu der Zeit trauriger Weise sehr oft Berichte über Menschen, die sich einfach daneben benommen haben, wenn es um Unglücksorte ging. Das ist heute bestimmt immer noch so, damals kam es mir aber recht geballt vor. Statt mit dem Handy Hilfe zu rufen, werden Unfallwracks mit den verletzten Insassen gefilmt. Nach der Flut im Ahrtal kamen viele Helfer, aber auch Menschen, die es sich mit Picknick in der zerstörten Landschaft bequem gemacht haben. Und von denen, die Krankenwagen daran hindern an den Unglücksort zu kommen, damit weiter gefilmt werden kann, fange ich gar nicht erst an. Kurz gesagt: Mich hat das damals ziemlich wütend gemacht. Und obwohl ich mit meinen Geschichten niemals jemanden belehren, oder den Zeigefinger schwingen möchte, nutze ich sie doch hin und wieder, um über Themen zu schreiben, die mich, auf Deutsch gesagt, ankotzen. So entstand meine zweite Kurzgeschichte zu German Kaiju mit dem Titel „Wahre Monster“ und erzählt davon, wie Menschen es feiern, dass riesige Monster Chaos, Tod und Zerstörung hinterlassen. Nach dem Motto: „Alles für die Klicks, alles für die Likes!“
So kam es dann auch dazu, dass ich eine weitere Fortsetzung schreiben wollte. Aber ich wusste sofort, dass es mit einem großen Knall enden muss. Keine 15 Seiten, oder so. Lieber etwas mehr als 100. Deswegen fragte ich Markus Heitkamp und Marc Hamacher vom Leseratten Verlag, ob das möglich wäre. Wie wir nun alle wissen, war es das. 
 
Swapnix: Was erwartet uns in deiner Geschichte? 
 
Thomas: Das Grande Finale zu meiner Trilogie, die nie geplant war. Es ist eine mehr oder weniger lose Fortsetzung zu meiner ersten GK Geschichte. Die beiden unfreiwilligen Helden aus dieser, haben mir so viel Spaß gemacht, dass ich wissen wollte, wie es mit ihnen weitergeht. Und natürlich werden sie wieder unfreiwillig in das Geschehen verwickelt. Wie schon erwähnt, in den Titeln der alten Godzilla Filme war dauernd dieser Frankenstein. Als Kind hatte ich auch erwartet, ihn zu Gesicht zu bekommen, aber er kam nie. Man muss dazu sagen, damals gab es kein Internet, das mir innerhalb von Sekunden verraten hätte, dass ich umsonst warte. Das hing mir also irgendwie nach. Und in meiner ersten GK Geschichte gab es auch schon leichte Andeutungen, dass da noch mehr unter Bielefeld sein könnte. Das war wie gesagt ohne die Absicht einer Fortsetzung geschehen. Aber nun wollte ich selber wissen, was da ist und … Tja, lasst euch überraschen. Verraten kann ich aber, dass es wieder viel Humor, Action, popkulturelle Anspielungen und leichte Horrorelemente gibt. Also alles, was man von mir erwartet und kennt. Der Titel ist deswegen wieder etwas reißerisch, weil es eben wieder um den Spaß an fiktiver Zerstörung geht und es wie gesagt eine Fortsetzung zum ersten Teil ist. Man kann das Buch aber ohne viele Vorkenntnisse lesen. Ich habe mir viel Mühe gegeben, nur das Nötigste zu wiederholen, um nichts zu spoilern, sollte doch jemand erst danach die Anthos lesen. 
 
Swapnix: Wie hast du dein Kaiju entwickelt? Hattest du da eine Vorlage im Kopf? 
 
Thomas: Eine Vorlage gab es eigentlich nie. Das war immer sehr spontan. Ich wollte jedoch keine riesige Echse, oder etwas zu Normales. Es musste irgendwie verdreht sein. Meine ersten beiden Monster waren deswegen sehr verrückt. Ein Wurm mit lauter meterlangen Köpfen und eine riesige Spinne mit unzähligen Augen unter seinem Körper. Ich gebe zu, dass ich wenig Mitleid mit unserem Illustrator und Coverdesigner Christian Günther hatte, der das alles zeichnen musste. Aber auch so wollte ich diesbezüglich einen Gang runterschalten. Das dritte Monster sollte ein wenig normaler, aber nicht zu normal wirken. Man sieht es ja auf dem Cover. Eine zweiköpfige Gestalt im Kittel mit einem veränderten Arm. Wer das ist? Und wer die Person ist, die dem Monster gegenübersteht? Das erfahrt ihr natürlich im Buch. 
 
Swapnix: Was genau ist auf deinem Cover zu sehen? Ich hörte da gäbe es eine Besonderheit 😉
 
Thomas: Ja, das stimmt. Und hier muss ich ein ganz großes Dankeschön an Marc Hamacher und Christian Günther loswerden. Dass ich das Cover mitgestalten darf, ist wirklich selten und hat mich gerade bei dieser Geschichte sehr gefreut. Denn ich stellte mir von Anfang an etwas wie das Cover eines Heavy Metal Albums vor. Zuerst war ich da recht planlos, dann allerdings, fiel mir das Bild zu „Number oft he Beast“ von Iron Maiden ein. Eine meine Einstiegsbands, als ich begann diese Musik zu hören. Vorne steht der Teufel, der hinten von Eddie überragt wird. Ich habe Christian geschrieben, wie ich es gerne hätte und er hat es toll umgesetzt. Natürlich ist es nicht 1:1 das Cover von Maiden, aber das wäre auch zu langweilig. So wie es ist, bin ich total zufrieden. Es ist etwas Eigenes und dennoch eine Hommage an ein großartiges Album. 
 
Swapnix: Kannst du dir vorstellen noch weitere Kurzgeschichten oder Novellen für das GKU zu schreiben? 
 
Thomas: Auf jeden Fall. Ich bleibe dem German Kaiju Universum erhalten, bis sie mich rausschmeißen. Es wurde ja bereits eine weitere Anthologie erwähnt und auch, worum es gehen könnte. Tatsächlich hatte ich bereits vor der Entstehung dieser Reihe eine Idee, die passen könnte. Das ist das schöne an Ideen. Sie haben kein Haltbarkeitsdatum. Etwas, das bereits geschrieben wurde, kann vielleicht schlecht altern, aber was es noch nicht gibt, kannst du noch dem Projekt und den Erwartungen entsprechend umsetzen. Mit einer weiteren Novelle ist es so, dass ich etwas länger als geplant an der ersten gearbeitet habe. Zwischendurch fehlte die Zeit, dann gab es leichte, gesundheitliche Probleme, dann war sie fertig, aber es folgten noch mehrere Durchgänge für das Lektorat und die Druckfahne und irgendwann kannst du deine eigene Geschichte nicht mehr sehen. Kurz gesagt: Kaum, dass ich die kontrollierte Druckfahne freigegeben hatte, kam mir die Idee für eine zweite Novelle. Aber (Zeigefinger heb), das soll erstmal etwas warten. Ich habe weder Marc noch Markus bisher verraten, was ich mir vorstelle und im Moment warten so viele Projekte auf mich, dass ich mir mit einer zweiten GK Novelle Zeit lassen möchte. 
 
Swapnix: Tja, das hast du dann hiermit doch getan ,denn die beiden lesen sicher mit! 😉 
 
Lieber Thomas, vielen Dank für das Interview! Mögen die Monster auch weiterhin mit dir sein!


(Quelle Autorenfoto: Andrea Williams)

18 Mai 2025

#GermankaijuMonat Buchvorstellung German Kaiju VERDAMNT! die 2. Anthologie aus dem German Kaiju Universum

 

 

 



 

Hier stelle ich euch anhant der Bilder und des Klappentextes die 2. #GermanKaiju Anthologie vor, ebenfalls von Terrorisnuss - Autor Markus Heitkamp im @leserattenverlag herausgebracht. Die Cover und Innengestaltung hat wieder Christian Günther übernommen. Übrigens, Band 1 der Anthologie erschien 2019 und hatte einen Farbigen Buchschnitt! Ich glaube das war überhaupt das erste Mal, dass ich einen zu sehen bekam! Und auch dieser Band hat einen Farbschnitt, sogar mit dem Titel des Buches drauf.
Hier ist der Klappentext für euch und auch auf diese Antho freue ich mich schon monstermäßig!!
Das Warten hat ein Ende und der Ausbau des German Kaijuversums bei uns, dem Leseratten Verlag, geht weiter. Nach der ersten Anthologie "GERMAN KAIJU" und der Novelle "Operation M.E.L.B.A." nun die zweite Anthologie. Ein bunter Reigen aus alten und neuen Autor:innen hat sich gefunden, ihre Heimatgegend zu zerlegen. Dabei geht es wieder hoch her. Freut euch auf ein Wiedersehen mit all den liebevollen Gestalten der DAMN - Abteilung aus Hamburg. Aber auch viele neue Abteilungen werden hier offenbart. Herausgeber ist wieder seine Grummeligkeit Markus Heitkamp.
Der Klappentext:
Zwölf Autor:innen entführen Sie in die Welt der Riesenmonster, wo blutspritzende Riesenechsen Hubschrauber zum Absturz bringen, ein gewaltiger Hai Münster zerquetscht, liebestolle Monstereber wüten und erneut Bielefeld zerstört wird – dort, wo Sie niemand schreien hört. Seien Sie dabei, wenn Deutschland in Schutt und Asche gelegt wird und nichts und niemand den Aufmarsch der German Kaiju aufhalten kann.
Eine weitere Hommage an den klassischen japanischen Monsterfilm mit Geschichten von Andreas Zwengel, Claudia Rapp, Sarah König, Ralf Kor, Carolin Gmyrek, Markus Heitkamp, Rafaela Creydt, Isa Theobald, Marina Heidrich, Tanja Kummer, Thorsten Küper und Thomas Williams.
 

15 Mai 2025

Interview mit Markus Heitkamp, dem Schöpfer des German Kaiju Universum


 
 
 

Im Zuge meiner Vorstellung des German Kaiju Universums möchte ich Markus Heitkamp noch ein paar Fragen stellen.

 

Swapnix: Hallo Markus, erkläre doch kurz nochmal was ein Kaiju ist und warum du der Meinung bist, dass es auch in Deutschland Kaiju braucht!

Markus:Kaiju ist ein Begriff aus dem japanischen Wortschatz und bedeutet so viel wie seltsame oder rätselhafte Bestie, wird aber häufig einfach als „großes Monster“ übersetzt.

Deutschland braucht Kaiju, weil wir hier in Deutschland eine sehr große Fan-Base des alten japanischen Kaiju-Eiga (der jap. Monsterfilm) und nicht weniger Anhänger des „neuen“ amerikanischen Monsterverse haben, aber im Gegensatz zu vielen anderen Ländern kein eigenes großes Monster. Großbritannien hat Gorgo, Japan hat Godzilla, Korea hat Yonggari, Amerika hat King Kong, Norwegen hat Troll und die Liste ist noch um einiges erweiterbar.

Was haben wir? Den Drachen aus den Nibelungen, Rübezahl? Und welche deutschen Großstädte haben die zerstört?

Und letztendlich sind wir eine Nation von Leser:innen und Dichter:innen. Also brauchen wir nicht nur den Monsterfilm, sondern halt auch das Monsterbuch.

Swapnix: Und wie kam es dazu, dass die Geschichten dann im Leserattenverlag bei Marc und Tanja landeten?

Markus:Auf die Gefahr hin, dass ich weiterhin alle langweile, die mich kennen und diese Geschichte nun zum 100. Mal lesen, aber alles begann an einem Sonntag im Jahre 1975 in einem kleinen Vorstadtkino im Ruhrgebiet.

Dort hat der kleine Markus, also ich, in der Jugendvorstellung um 15 Uhr im zarten Alter von 6 Jahren den Film “Godzillas Todespranke” gesehen. Eine absolute Mogelnummer, weil es sich bei dem Monster in dem Film gar nicht um Godzilla, sondern um den südkoreanischen Yonggary handelte. Auf genau dieses Thema “Mogelpackung” komme ich später noch einmal zurück.

Machen wir einen kleinen Zeitsprung. Juli 2017. Der kleine Markus, immer noch ich, ist mittlerweile fast 50 Jahre alt, im Nebenberuf Autor und wir befinden uns auf der FeenCon im beschaulichen Bad Godesberg. Noch genauer, auf einer Sitzbank vor der Theke der dort befindlichen Kirschbier-Taverne. Neben mir Marc Hamacher, der damals noch recht frische Verleger und Inhaber des Leseratten-Verlages. Wie kam es zu diesem folgenschweren Treffen. Also, alles begann an einem Sonntag im Jahre 1975 in einem kleinen… ach nee, hatten wir ja schon.

Die Freude an Kaiju bzw. am Kaiju-Eiga, dem japanischen Monsterfilm, den menschlichen Darstellern in Monsterkostümen (Suitmotion), die durch Modellbau-Kulissen stampfen, hat mich nie wieder losgelassen. Mehr noch, die Faszination stieg über die Jahre an. Was mir im Laufe der Jahre jedoch immer wieder auffiel, war, dass es keine Literatur zu Kaiju gab. Ich konkretisiere. Keine oder kaum belletristische Literatur. Es gibt hervorragende Fachbücher auch von deutschen Schreibenden, wie Jörg Buttgereit oder Detlef Claus, aber halt nichts wirklich Literarisches.

Das wollte ich ändern. Und so saß ich mit Marc auf der Bank und präsentierte ihm nicht einfach nur eine Idee, sondern (er beschreibt das sehr schön in seinem Vorwort zu German Kaiju) ein komplettes Konzept inkl. Werbung, Illustrationen und geplanter Übersetzung in fremde Sprachen. Kleine Anekdote am Rande, Mark kannte mich zu diesem Zeitpunkt noch nicht und wie es sich für Fluchttiere (was Verlegende ja nun mal sind, wenn ein unbekannter Autor mit einer sehr irren Idee um die Ecke kommt) gehört, ist er erst einmal verschwunden. Und hat sich dann bei Torsten Low nach mir erkundigt. Letztendlich haben wir es also eigentlich wieder einmal dem Großmeister des humoristischen Horrors zu verdanken, dass 2019 die Anthologie German Kaiju erschien.

 

Swapnix: Aber nach dem ersten Kurzgeschichtenband German Kaiju, war ja dann nicht Schluss, warum?

Markus: Weil ich ausnahmsweise mal Recht hatte. Ja, German Kaiju ist eine Idee und ein Herzensprojekt von mir und bedient eine kleine Nische, aber German Kaiju ist auch als solches Nischenprodukt erfolgreich. Die erste Anthologie, ist in der 2. Auflage und verkauft sich weiterhin gut, die Nachfrage nach Nachschub ist vorhanden. Als ich meinem Verleger ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung von German Kaiju erzählte, ich könne mir gut vorstellen, eine Novelle dazu zu schreiben und noch einiges mehr, da sagte er, „erst einmal abwarten, wie erfolgreich das so wird“. Wieder ein halbes Jahr später rief er mich an und sagte: „Ich habe ne tolle Idee, lass uns mal ne Novelle machen…“.

 

Swapnix: Nach deiner ersten Novelle kam als nächstes ein weiterer Kurzgeschichtenband, war es da schwieriger Schreibende für zu bekommen als beim ersten Teil?

Markus: Nein, bei German Kaiju ist es genau andersherum. Ich konnte und kann mich nicht retten vor Autor:innen, die gern im German Kaijuversum mitmischen wollen. Jeder scheint irgendwo in der Schublade noch eine Idee zu haben, die von einem Riesenmonster handelt. Und tatsächlich vergeht nicht eine Woche, wo ich nicht eine Anfrage bekomme, ob diese oder jene Geschichte passen würde, wann denn die nächste Anthologie erscheint und einiges mehr.

 

Swapnix: Was für einen Rahmen müssen die Schreibenden einhalten, damit Kurzgeschichten und Novellen ins German Kaiju Universum passen? Hast du da Vorgaben? Und hast du auch schon Geschichten abgelehnt?

Markus: Also zunächst mal entscheide ich nicht selbst und ausschließlich. Was im Leseratten-Verlag veröffentlicht wird, liegt in der Hand des Verlegers, aber für mein Baby habe ich so etwas wie ein Veto-Recht. Eigentlich ist das aber mehr Teamarbeit zwischen dem Verleger, Tanja K. als Lektorin, Christian G. als Illustrator, dem jeweiligen schreibenden Menschen und mir. Vorgaben habe ich nicht viele. Ich mag nicht gern die klassischen Monster, auch wenn sie eigentlich Kaiju sind. Also der Drache ist fantastisch, und kann auch im Genre des Kaiju eine Daseinsberechtigung haben, aber ist für meine Anforderung an das Kaiju-Genre schon fast zu realistisch oder aber auch einfach nur zu ausgelutscht. (Liebe Drachen, nichts für ungut und Mitlesende sind von dieser Meinung ausgeschlossen.) Und ich möchte im Kanon des German Kaijuverse ungern Türen zuschlagen oder aufmachen, die dann für spätere Geschichten Wege verbauen. Ein Beispiel (und bitte, ist nur meine ganz persönliche Meinung) die Idee einer Hohlerde im amerikanischen Monsterverse ist ja ganz nett, führt aber auch dazu, dass dieses Thema nun gesetzt ist und aus diesem Kanon nicht mehr wegzudenken ist. Damit schränkt man sich auf vielen Ebenen ein. Besser wäre es gewesen, wenn man über die Vermutung einer solchen Dimension gesprochen oder geschrieben, diese aber nicht als gegeben festgelegt hätte. Ein zweites Beispiel gefällig? In der 2. Anthologie, German Kaiju – VERDAMNt! heißt die wunderbare Geschichte der ebenso wunderbaren Isa Theobald, „Die freundlichen Tentakel aus der Nachbarschaft“. Ein grauenvoller Titel. Mein favorisierter war, „Das Grauen schleicht durch Bliesmengen-Bolchen“. (Abgeleitet von „Das Grauen schleicht durch Tokio“, ein absoluter Klassiker des jap. Monsterfilms). Hier habe ich einfach versäumt, mein Veto einzulegen. Ich mag die alten klassischen Kaiju-Eiga Filmtitel, deren markige Sprüche so absolut nichts mit den Inhalten der Filme zu tun haben. Der Klassiker in German Kaiju von Thomas Williams, „Frankensteins Raketenmonster im Blutrausch“. Kein Frankenstein, keine Raketen, kein Blutrausch. SO muss es sein.

Eine Geschichte abgelehnt habe ich bisher tatsächlich noch nicht, aber interessierte Autor:innen müssen sich darauf einstellen, dass der Verlag max. zwei Veröffentlichungen im Jahr für das Kaijuversum vorsieht und wir bis 2027 einschließlich bereits verplant sind.

 

Swapnix: Was wünscht du dir für dein Kaiju Universum? Wo soll die Reise hin gehen?

Markus: Lieber Tommy Krappweis, wenn du das lesen solltest und Bumm-Film mal so richtig Bock auf eine deutsche Monsterserie hat, ich würde, um Kosten zu sparen auch in ein Monsterkostüm steigen. Mein Synchron-Brüllen dann bitte von Herrn v. Aster. Danke.

 

Swapnix: Lieber Markus, herzlichen dank für das spannende Interview, ich bin gespannt auf alles, was da kommt! 

 

#germankaijumonat

(Quelle Foto: Markus Heitkamp)

 

German Kaiju Monat

 
 
 


Guten Morgen ihr Lieben! Jetzt mal Hand aufs Herz: Mögt ihr Monster? Solche die ganze Städte in Schutt und Asche legen? Godzilla, Kinkong und Co? Gerne auch mal in Deutschland?
Gibt es nicht sagt ihr?! Doch gibt es! Das German Kaijuunivers des @leserattenverlag , entstanden nach und durch einer Idee von @grummeli (Markus Heitkamp ).
Mittlerweile schon 2 Anthologien und 3 Novellen.
Wie es dazu kam, was euch noch so erwartet, wie die Schreibenden zu ihren Ideen kamen sowie was der Verleger MArc Hamacher dazu zu erzählen hat, könnt ihr nach und nach im German Kaiju Monat erfahren. Bleibt also gerne dran!