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18 Juni 2026

Autoreninterview mit Horus W. Odenthal


 



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Grüßt euch ihr Lieben,
heute möchte ich euch den Fantasyautor Horus W. Odenthal und seine „Der Pfad des Magiers“-Reihe vorstellen. Dafür hatte ich das Vergnügen, ihn mit Fragen zu löchern.

Swapnix: Herzlich willkommen, Horus, in der Bücherschatztruhe. Schön, dass du da bist. Bitte stell dich den Lesenden vor. Wer bist du, wie viele, und was machst du, wenn du nicht gerade schreibst?

Horus: Also eigentlich bin ich …
Klappe, wer hat dich denn eigentlich gefragt?
… Hey, was fällt denn dir ein, mich einfach so …
Hallo? Ihr beiden? Kriegt ihr euch mal wieder ein? Vor allem lasst uns andere auch mal bitte zu Wort kommen. Und lasst die Kleinen nach vorne, damit sie was sehen können.
Können wir uns bitte darauf einigen, dass ich dieses Interview führe? Und dass ihr eure Vorschläge schriftlich einreichen dürft? In doppelter Ausführung? … Danke.
Also … Wow, hat ja geklappt … Alles still da hinten.
Also, ich bin Horus W. Odenthal, und wir sind eigentlich nur zwei: ich, Horus, der Autor, und Herr Odenthal, mein Verleger. Eigentlich ist er ein ganz umgänglicher Kerl, aber manchmal redet er mir rein und meint dann so Zeug wie, das wäre eine totale Schwachsinnsidee, die er niemandem verkaufen kann und die auch niemand lesen will. Ich glaube ihm kein Wort und beschließe trotzdem, es irgendwann zu schreiben, höre aber erst mal auf ihn. Weil der Kühlschrank schließlich voll sein und die Miete bezahlt werden muss. Oder so.
Also ich, Horus, war früher Comiczeichner und Autor und habe in Deutschland und den USA veröffentlicht. Ich habe eigentlich immer kreatives Zeug gemacht und hatte immer mit Kunst in jeglicher Form zu tun. Hey, I’m an art-bitch! Irgendwann wurde mir das Medium Comic und vor allem der Markt oder eher die Publikationsmöglichkeiten dafür zu eng. Außerdem hatte ich mehr Ideen, als ich zeichnen konnte. Story und Skizzen waren schnell gemacht, und damit war das Erzählen so ziemlich vorbei, und alles musste nur noch visuell umgesetzt werden. Und währenddessen sammelten sich die Ideen in meinem Kopf. Ich habe ein bisschen gezögert, weil ich wenig Lust hatte, die Ochsentour noch einmal von Anfang an zu machen und in einem komplett anderen Medium anzufangen. Aber als ich dann mal so ein bisschen zur Probe geschrieben habe, war die Sache eigentlich für mich klar, und ich hatte meine Leidenschaft gefunden.
Seitdem schreibe ich Fantasyromane. Na ja, erst mal mit ein bisschen Orientierung, was die Genres betraf.
Wenn ich nicht gerade schreibe, lese ich, schaue Filme und Serien und versuche, in unserem durchgeknallten Zirkus von Familie irgendwie obenauf zu bleiben. Leider doch mein Zirkus, doch meine Affen.
 
Swapnix: Für welches Lesealter schreibst du, und in welchem Genre bewegst du dich?

Horus: Alter ist ein sehr relatives Konzept. Auch, was das Lesen betrifft. Tochter G. liest seit Verlassen der Grundschule so Sachen wie Lewis Carroll im Original und hat sich hochgesteigert zur Arthouse-Bitch des Literaturzirkels. Ich habe in ihrem Alter wild James Joyce, Alfred Döblin, Conan der Barbar, Wüstenplanet und Konsorten durcheinandergelesen, ohne mich um E oder U zu scheren. Manchen macht im hohen Alter noch Harry Potter große Freude. Alles ist gut. Jeder soll so machen, wie es ihm gefällt, und das mit dem Alter spielt eher eine untergeordnete Rolle.
Das heißt, es geht eher um Leseerfahrung, Lesegeschichte und Vorlieben.
Ich richte meine Erzähl-Räume zugänglich für alle ein, aber ein bisschen Leseerfahrung sollte man schon mitbringen, weil ich oft mit gängigen Erzählweisen und Erwartungshaltungen spiele. Nicht immer bewusst, aber es passiert halt.
Man muss sehen, wer sich in meinem Haus und meinen Räumen wohlfühlt. Es müssen nicht alle sein. Es muss nicht jedem alles gefallen. Manchen gefällt auf Anhieb nicht der Einrichtungsstil meiner Räume, aber für die, die erst mal bleiben oder sich sogar vom ersten Moment an richtig wohlfühlen, stehen in allen möglichen Ecken Teller mit Plätzchen bereit, die es zu entdecken gilt. Und man findet immer neue Fenster, durch die man Landschaften sieht, die man von draußen gar nicht vermutet hätte.
Das heißt im Großen und Ganzen: Ich schreibe für alle, die neugierig sind und sich gerne überraschen lassen, die in Altbekanntem etwas bisher Unbekanntes, neue Aspekte finden möchten, Ansichten, die ihnen bisher unbekannt waren.
Ich versuche, Leser dort abzuholen, wo sie sich jetzt schon gerne aufhalten und auskennen, und versuche dann, sie von dort aus auf Pfade zu locken, auf denen sie an Orte gelangen, von denen sie bisher gar nicht wussten, dass sie dort hinwollten und dass sie hier Dinge finden, die sie unbewusst vielleicht immer schon gesucht haben.
Und ich schreibe so, dass möglichst viele Arten von Leuten etwas darin finden können. Alles soll unterhaltsame und spannende Geschichte sein. Aber darunter gibt es andere Ebenen. In die kann man sich hineintasten, wenn man mag – oder auch nicht.
Das Genre, in dem ich schreibe, zu bestimmen, ist relativ einfach. Ich schreibe epische Fantasy. Mit den Themen und dem gleichen Sense of Wonder ähnlicher Welten wie denen der Vorbilder in diesem Genre, aber mit einem moderneren Ansatz. Die Geschichten und die Menschen sollen weniger mythisch, sondern lebensnäher sein, realistischer, heutiger, mehr nachvollziehbar … relatable. Die Sprache soll moderner und knackiger sein.
Ich habe mit einer Serie aber auch schon einen Ausflug in die Urban Fantasy und Portal-Fantasy gemacht. Ich möchte mich nur ungern vollkommen festlegen. Man soll niemals nie sagen. Die kreativste Frage ist für mich immer noch: Warum nicht?

Swapnix: Womit hat für dich das Schreiben angefangen? Und wie ist deine Welt Ninragon entstanden?

Horus: Ja, darüber habe ich ja oben schon ein wenig erzählt. Ich hatte den Eindruck, dass ich mit Comics irgendwo an ein Ende für mich gekommen bin. Bezeichnenderweise endet mein letzter Comic mit einem Mädchen, der Heldin, die vor einer Backsteinmauer steht und davon träumt, dass sie eines Tages hindurchgehen wird.
Am Anfang habe ich ein bisschen mit den Genres herumexperimentiert, wollte Science-Fiction schreiben. Vor allem, weil ich, irgendwie ab Mitte der Neunziger schon, eine totale Fantasy-Flaute hatte. Ich konnte das Zeug einfach nicht mehr lesen.
Ich habe Bücher aus den Regalen der Buchhandlung gezogen. Habe auf den Klappentext geschaut. Habe irgendwas von einem Knaben der Prophezeiung gelesen und hätte das Buch am liebsten in die Ecke gefeuert. Aber dazu hätte ich es erst mal kaufen müssen, und dafür war mir mein Geld zu schade.
Verrückt ist, dass ich jetzt zu diesen Themen zurückkehre, aber sie auf eine vollkommen andere Art behandle. Mich hat einfach genervt, dass es in dieser Zeit den 25. Aufguss von Tolkien gab, bis zum Abwinken, und nichts Neues, Kreatives dazukam. Es war immer nur der alte mythische Bläh, der aber inzwischen inhaltlich und von der Substanz vollkommen ausgehöhlt war. Ich hatte den Eindruck, statt mit dem Leser zu wachsen – und da habe ich erst mal mich als Maßstab genommen –, ist das Genre immer infantiler und naiver geworden. Vielleicht tue ich damit einigen tollen Erzählern unrecht, aber das war mein Eindruck.
Weil zu der Zeit kein Schwanz Science-Fiction lesen und ich nicht für mich allein schreiben wollte, Fantasy aber groß in Mode war, habe ich mal überlegt, wie Fantasy denn aussehen müsste, damit sie mir Spaß machen würde. Und dann habe ich munter angefangen, mir Sachen auszudenken, Konzepte zu erfinden und eine Welt zu gestalten. Daraus ist dann NINRAGON geworden.
Irgendwann zwischendrin, als ich mitten in meiner ersten Trilogie war, habe ich mitbekommen, dass es ein paar Autoren gab, denen der alte, ewig gleiche Bläh genauso auf die Nüsse ging wie mir. Unbemerkt von mir hat es eine neue Welle der Fantasy gegeben, die Sachen modernisiert hat und mit einem eigenen Empfinden an die Themen herangeht. Bei Leuten wie Abercrombie habe ich mich dann sehr wohlgefühlt und nicht mehr so ganz allein.
 
Swapnix: Du schreibst ja Einzelbände, Trilogien und Reihen. Mit welchem Buch beginnen Neulesende am besten?

Horus: Ganz klare Empfehlung: mit dem „Pfad des Magiers“. Weil die Protagonistin mit dem gleichen Wissensstand in die Geschichte geht wie der Leser. Sie weiß nämlich ziemlich wenig, fast gar nichts von ihrer Welt, denn sie ist in einem verlassenen Hinterwäldlerdorf aufgewachsen. Die Geschichte bietet außerdem einen ziemlich übersichtlichen Einstieg, denn die ersten drei Bände bilden eine in sich ziemlich abgeschlossene Trilogie. Danach kann man gut entscheiden, ob einem das gefällt und ob man die Welt von Amara Schattenflügel und von NINRAGON weiter entdecken will.
Für mich ist aber wichtig, dass jeder Einzelband, jede Trilogie, jede Reihe für sich gelesen werden kann, vollkommen ohne Vorwissen. Du kannst einfach einsteigen, und der Rest erklärt sich auf dem Weg.
 
Swapnix: Bist du ein Plotter oder Pantser? Führst du Charakterbögen und Zeitstrahlen, damit du, gerade bei deinen langen Serien, nicht mit Personen und Ereignissen durcheinanderkommst? Ich durfte ja mittlerweile schon erfahren, wie komplex deine Welt und deren Personen sind.

Horus: Meine erste Trilogie habe ich als Pantser geschrieben. Das würde ich aber nie wieder machen, weil ich da auf einige Abwege geraten bin und viel Zeit verloren habe. Ich habe viele Geschichten zu erzählen und bleibe nicht gern in einer hängen. Außerdem kann man bestimmte komplexere Plotstrukturen nur aufbauen, wenn man von Anfang an zumindest rudimentär geplant hat. Ich mache das wie ein Architekt: Wenn das Gerüst einmal steht, kann kaum noch etwas schiefgehen. Dann hat man auch den Freiraum für Improvisation und spontane Ideen. Der grundsätzliche Plot ist dann wie ein Netz, das einen auffängt.
Einen Zeitstrahl müsste ich viel gründlicher machen, mache ich aber nur so viel wie gerade nötig, damit ich mit den Zeitaltern, dem Alter der Figuren und generell der Geschichte nicht durcheinanderkomme.
Es ist schon ziemlich wichtig, wenn die Wege von verschiedenen Personen aus meinen Geschichten sich kreuzen, wenn zum Beispiel eine Hauptperson aus einer Geschichte als Nebenfigur in einer anderen Geschichte vorkommt, dass dann ihr Alter stimmt. Wäre blöd, wenn sie als Teenager dargestellt würde, obwohl sie eigentlich vom Zeitablauf her hoch in den Vierzigern sein müsste.
Charakterbögen usw. muss ich führen, weil ich sonst bei meinem riesigen Figurenensemble der Gesamtwelt vollkommen durcheinanderkomme. Ich versuche, das ziemlich akribisch zu machen, verfluche mich aber immer regelmäßig, weil ich bestimmte Sachen nicht eingetragen habe und dafür dann in meinen eigenen Geschichten recherchieren muss. Die Bibel meiner Storys zu führen, ist eben Arbeit, und die nächste Geschichte ist immer interessanter als Buchführen.
Meine Bibel, die intern bei mir „Kompendium Terra-Marani“ heißt, ist inzwischen zu recht beachtlichen Ausmaßen angewachsen. Eine Wikipedia würde sich lohnen, aber die einzurichten bin ich zu faul. Vielleicht macht das ja irgendwann eine KI für mich. Dazu kann man die Büchse schließlich gut gebrauchen. Für Kunst nicht.
 
Swapnix: Für Ninragon hast du ein ganz neues, sehr komplexes Magiesystem entwickelt, welches ich bisher so noch nicht gelesen habe. Wie bist du da herangegangen?

Horus: Nein, habe ich tatsächlich nicht.
Das kann jeder halten, wie er will, und es ist absolut legitim und okay, wenn jemand das anders sieht, und er oder sie kann es gerne machen, wenn er oder sie Freude daran hat – ab und zu finde ich so etwas auch total interessant. Unter meinen Lieblingsbüchern gibt es sogar ein paar gute Beispiele dafür … aber ich persönlich finde Magiesysteme doof.
Das hat etwas von Reißbrett und erweckt den Eindruck, dass man die Welt von außen betrachtet, wie ein Spiel, sie damit aber auch ein ganzes Stück von einer Wirklichkeit abrückt, die man ernst nimmt und für die Zeit des Erzählens als real annimmt. Ich finde, so etwas entwertet die Welt, in der man sich entschlossen hat zu erzählen. Aber das ist, wie gesagt, mein ganz persönliches Empfinden, und das wende ich auch nur auf mein eigenes Schreiben so an. Autoren müssen ja in ihrer Rolle als Autor besonders kritisch sein und bestimmte Sachen „nicht mögen“, denn das definiert ja immerhin das, was sie selbst schreiben wollen. Das hört sich dann immer recht kritisch und mäklerisch an, gilt aber in diesem Moment nur für den Aspekt des eigenen Berufs, das eigene Schreiben. Wenn man davon abrückt und sich nur als Leser betrachtet, sieht die Welt mit einem Mal ganz anders, sehr viel toleranter und offener aus. Das Kritisieren ist allein der Tunnelblick des Autors in seinem Beruf.
Zurück zu Magiesystemen: Eine Welt funktioniert nicht nach sauber ausgedachten Regeln. Das haut vielleicht auf einem Spielbrett hin. Unsere wirkliche Welt funktioniert immerhin auch nicht nach sauberen, abtrennbaren Regeln.
Den Kern, wie ich in meinen Büchern Magie darstelle, bildet eigentlich meine ganz reale Weltsicht, meine Sichtweise und mein Glaube daran, wie die Welt grundsätzlich funktioniert. Dazu habe ich mir dann vorgestellt, es gäbe Magie auf eine sehr handgreifliche und direkte Art wirklich, und habe danach alle Regler bis zum Anschlag hochgedreht.
Man will ja schließlich etwas erleben, wenn man ein Buch liest.
Darauf baue ich dann auf.
Statt einem Magiesystem gibt in meiner Welt Magietheorien, denn jeder will natürlich diese Mächte und Kräfte begreifen, und jede dieser Theorien sieht Magie ein wenig – oder auch gewaltig – anders. Aber alle beziehen sich auf die gleiche magische Realität. Und für die habe ich ein Gefühl, ein ziemlich klares sogar. Aber keine Tabellen.
Und vielleicht verändert sich diese magische Realität ja auch mit der Zeit und der Betrachtungsweise. Frag mal einen Quantenphysiker danach, wie er die Realität sieht.
 
Swapnix: Welche deiner Figuren war für dich am einfachsten zu entwickeln, und welche hat sich am ehesten gesträubt, sich von dir einfangen und auf Papier bannen zu lassen?

Horus: Hm, das ist schwierig. Es gibt Figuren, die kann ich eher nachvollziehen als andere, aber in jedem Protagonisten, in jeder Protagonistin, die ich gerade schreibe, bin ich wirklich drin. Da zählt gar nicht so sehr ein Charakterbogen, sondern eher ein Gefühl für diese Figur, wie sie sich bewegt, wie sie denkt, wie sie spricht.
In Amara konnte ich relativ leicht reinschlüpfen. In Danak auch. Bei Erion musste ich mich manchmal dazu zwingen, so zu empfinden wie er. Hm, ich merke gerade, dass es mir oft deutlich einfacher fällt, in einen weiblichen Charakter als Erzählperpsektive hereinzuschlüpfen. Das ist komisch. Manche männlichen Charaktere sind mir einfach zu … männlich. Es wird leichter, wenn sie das auf eine ziemlich überzogene Art sind. Zum Beispiel fallen mir trockene, lakonische männliche Charaktere irgendwie leicht.
Auric fiel mir leicht, dieses Grundprinzip eines intelligenten und gebildeten Barbaren. Denn ich konnte das Gefühl gut nachempfinden, in der Umgebung, in die man hineingeboren wurde, einfach nicht dazuzugehören.
 
Swapnix: Würdest du sagen, deine Bücher sollen hauptsächlich unterhalten, oder gibt es Dinge, die du mit ihnen transportieren möchtest?

Horus: Zuallererst einmal und als Grundbedingung sollen sie unterhalten. Wenn ein Buch nicht unterhält, taugt es nichts. Alles andere kommt später und kann dazukommen.
Ich versuche, meine Bücher so zu schreiben, dass sie auf verschiedenen Ebenen funktionieren. Jemand, der nur eine spannende und interessante Geschichte lesen will, bekommt sie. Wenn er/sie oder jemand anderes danach mehr will, kann er/sie sich die gleiche Geschichte unter einem anderen Blickwinkel anschauen und wird vieles unter dem normalen Plot entdecken. Aber das muss er/sie nicht.
Ich möchte keine Botschaft transportieren, denn wenn ich das Buch geschrieben und veröffentlicht habe, ist es nicht mehr meins, sondern es gehört allein dem Leser. Ich habe nur die Verpflichtung, als professioneller Lügner ihm ein so komplexes Geflecht, ein so dichtes und ernsthaftes Tableau zur Verfügung zu stellen, dass er sich selbst mit seinen Fragen und seiner Suche nach Antworten darin wiederfindet. Vielleicht gebe ich ihm auch ein paar Stupser.
Eigentlich will ich nur ganz normale menschliche Werte vermitteln, wie Mitgefühl, Toleranz, den Wert von Freundschaft und Loyalität, Engagement für die Dinge, an die du glaubst, dass es sich lohnt, seine Träume zu verfolgen und alles auf diesem Weg hineinzulegen. Solche ganz normalen, banalen Dinge eben.
 
Swapnix: Was müssen Lesende mitbringen, um deine Geschichten verschlingen zu können?

Horus: Neugier. Entdeckerlust. Die Freude, bei etwas Bekanntem anzufangen und sich dann auf ein Abenteuer einzulassen. Der grundsätzliche Wille, sich auf etwas einzulassen, auf neue Erfahrungen, und die Bereitschaft, in etwas zu versinken: in einer Geschichte, dem Bewusstsein einer Person, in einer fremden Welt.
Aber ist es nicht das, warum wir eigentlich alle lesen?
 
Swapnix: Abschließend würde ich gern noch zwei Dinge von dir wissen: Woran arbeitest du momentan, und besteht die Möglichkeit, dich mal lesen zu hören, und falls ja, wo?

Horus: Nein, ich lese immer leise.
Scherz beiseite. Lesungen sind eigentlich nicht so meins; nicht, weil ich nicht gerne vorlese, sondern weil ich in der Zeit, die es braucht, um solche Veranstaltungen zu bewältigen, lieber meine nächste Geschichte schreibe. Aber vielleicht mache ich ja demnächst ein paar Reels, in denen ich Ausschnitte aus meinen Büchern vorlese.
Das bringt mich dazu, woran ich momentan arbeite. Ich schreibe gerade unter Hochdruck an den letzten beiden Bänden von „Der Ring der Elfen“. Danach werde ich erst mal eine Ortsbestimmung machen und planen, was als Nächstes wirklich drankommt.
Ich habe schon eine neue zehnbändige Reihe auf Lager, ich will meine Debüt-Trilogie überarbeiten, weil ich sie damals mit einem ganz bestimmten Mindset geschrieben habe und sie jetzt auch für eine größere Lesergruppe zugänglich machen möchte. Vor allem, da ihre Hauptperson eine nicht ganz unwichtige Rolle in anderen Erzählungen spielt und ihre Biografie quasi die Vorgeschichte zu den meisten meiner späteren Bücher darstellt. Ich möchte, dass möglichst viele Leser der anderen Bücher und Reihen die Geschichte von Auric dem Schwarzen lesen und dieses Buch auch genießen können. Derzeit sehe ich das so, dass ich die Urfassung allen, die sie lesen wollen oder lieb gewonnen haben, ebenfalls weiterhin zugänglich halten möchte.
Darüber hinaus habe ich Ideen und Planungen, die mich über Jahre beschäftigen werden. Ich will unter anderem zwei Meta-Erzählbögen schließen, einen großen … und den ganz großen. Nach dem Letzteren haben mich schon viele gefragt und jetzt – nach ein paar Sachen, die ich in „Ring der Elfen“ eingearbeitet habe – komme ich nicht mehr dran vorbei, mich dem auch wirklich zu widmen.
Viel zu tun. Auf geht’s! Labadi!
 
Swapnix: Oh ja das scheint mir auch so! 
Lieber Horus, ich danke dir für diese sehr spannenden Einblicke in dein Autorendasein und wünsche dir weiterhin viele begeisterte Lesende!

#autorenvorstellung  
#autoreninterview
#reihenvorstellung  
#derpfaddesmagiers  
 
(Quelle Bild: Horus W. Odenthal)

03 Januar 2026

Rezension zu Ordo Draconis Wenn die Drachen erwachen 3 - Aufruhr von C.C. Ravenmiller/ C.A. Raabe

 


 
 
Titel: Ordo Draconis- Aufruhr
Autor: C.C. Ravenmiller / C.A. Raabe
Teil einer Reihe: Teil 3 von 4 der Reihe Wenn die Drachen erwachen
Covergestaltung: Phantasmal Image
Formate: E-Book, Taschenbuch
Seiten: Taschenbuch 372 Seiten
Genre: Fantasy
Sterne: ⭐⭐⭐⭐⭐ 
 
Dieses Ebook wurde mir freundlicher weise durch den Autor als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dies beeinflusst jedoch weder meine Meinung noch meine Beurteilung des Buches. Aufmerksam wurde ich durch Flüsternde Seiten auf dieses RezensentInnensuche. 
 
Gelungener 3. Teil der Ordo Draconis Reihe. 
 
In diesem Teil lernen wir den Drachenorden von Wales kennen. Allerdings haben weder Meritan noch Eluned so richtig eine Ahnung worum es eigendlich geht.
Nach dem Meritan ihrer Nichte auf der Beerdigung ihres Bruders zur Seite steht, passieren seltsame Dinge auf dem Familienanwesen. Plötlich hören sie Stimmen im Kopf, und zwar die Stimme der sehr missgelaunten und herrischen Feuer- Drachendame Y-Jean’ffyr. Denn diese steckt dummerweise in einem Felsen west, nachdem sie erwachte, und die beiden Frauen haben, wie es scheint von nichts eine Ahnung.
Eluned soll Jeane ( wie die Drachin genannt wird) mit einem speziellen Hammer und Meißel aus dem Felsen befreien doch sie ist keine Geologin oder Statikerin und braucht daher Unterstützung.
Dann spitzen sich die Ereignisse zu uns es muß alles schnell gehen, damit es nicht zur Katastrophe kommt.
C:C: Raavenmiller schafft es wunderbar eine eigene Geschichte zu schreiben, die sich dennoch perfekt in die bisher erschienenen Teile einfügt. Die Lebenswelt der beiden Waliserinnen sind gänzlich andere, sie wissen anfangs noch nicht dass es tatsächlich Elfen und andere Wesen auf dieser Welt gibt, sind dabei dennoch unwissender Weise von diesen umgeben.
Die Hauptpersonen sind vielschichtig gestaltet, Meritan, als ehemalige Agentin, ist besonnen, Analytisch und planend, während Eluned in ihrer Art eher stürmisch, quirlig und emotional agiert. Sie sieht nicht ein, weshalb sie sich von einer Drachendame herum kommandieren lassen soll, möchte auch ihr Privatleben weiterleben. Manchmal erschien sie mir sehr trotzig, wie ein Teenie, doch dürfen wir beim Lesen nicht vergessen, dass sie Trauert, sie hat ihren Vater verloren und sieht sich plötzlich vor eine sehr große Aufgabe gestellt.
Die Geschichte war unheimlich spannend erzählt, nach und nach sind die Puzzle Teile an ihre Plätze gerutscht, doch als das Gesamtbild fertig war, war es schon fast zu spät!
Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen, was dazu führte dass ich es in 2 Nächten durchgelesen hatte.
Natürlich kann man alle Drachen-Geschichten unabhängig von einander lesen, jedoch empfiehlt es sich, zum noch besseren Verständnis, die Geschichten nach der Reihe zu lesen.
Nun heißt es warten, auf Februar, bis auch der 4. Drache erwachst und es zum fulminanten Showdown kommen wird.
Diese Geschichte als einzelne, so wie auch die gesamte Reihe, kann ich einfach nur empfehlen zu lesen. Sie machen viel Spaß und sind sehr spannend und rasant erzählt. 
 
 
 
 

18 Juli 2025

Buchvorstellung Der Schutzpatron von L.X. Wilhelm

 

 

 

 

Und darum geht es in Der Schutzpatron von L. Und X. Wilhelm aus dem @myownverlag :
 
Ein junger Autor wacht in einem leeren Raum auf. Alles, was sein Leben ausmachte – seine Erinnerungen, seine Identität – ist verschwunden. Nur ein altes Filmband läuft an der Wand und zeigt Bruchstücke seiner Vergangenheit: Orte, Begegnungen, eine ferne Liebe. Doch nichts davon erkennt er wieder.
Während Wirklichkeit und Fiktion in den Sequenzen verschwimmen, tauchen zwei Gestalten auf: Der Tod, der ihn durch den letzten Ausgang führen will, und eine mysteriöse Frau, die sich diesem entgegenstellt.
Wird er es schaffen, sich selbst wiederzufinden? Oder wird der Tod gegenüber seinem Schutzpatron ihn durch den letzten Ausgang hinausführen?
Ein fantastischer Coming-of-Age-Roman über die Kraft der Gedanken, Identität und eine Liebe, weit übers Leben hinaus.
Das Buch ist für Lesende ab 16 Jahren gedacht und enthält sehr sensible und auch aktuelle Themen wie Mobbing, Machtmissbrauch und Tod.
 
(Quelle aller Grafiken, Fotos und des Klappentext @myownverlag )

 

 

 


 

Interview zu Der Schutzpatron mit L.X. Wilhelm


 

 


Grüßt euch ihr Lieben ! Heute habe ich mal wieder Lynn und Xavier Wilhelm zu Gast,  sie  haben mit „Schutzpatron“ mittlerweile ihr 5. Buch gemeinsam geschrieben und dazu möchte ich ihnen gern ein paar Fragen stellen.

Swapnix: Hallo ihr beide, schön dass ihr mal wieder auf meinem Blog zu Gast seid!  Stellt euch doch bitte noch ganz kurz und knapp vor, für die Jenigen die euch noch nicht kennen.

L. Und X. : Hallo liebe Sabrina, danke für die Einladung für das Interview, auf das wir uns riesig gefreut haben.

Für alle, die uns noch nicht kennen:
Wir sind Lyn  & Xavier Wilhelm, Autorenduo aus Düsseldorf mit einer Vorliebe für das Abgründige, Fantastische und leicht Verrückte. Gemeinsam schreiben wir Geschichten, die gern mal Genregrenzen sprengen – irgendwo zwischen Fantasy, Satire, Drama und Tiefseechaos. Der Schutzpatron ist inzwischen unser fünftes gemeinsames Buch, und wahrscheinlich auch unser persönlichstes.

 

Swapnix: Gerade feiert Schutzpatron seinen Release, wie ist das Buch entstanden und was ist das Besondere an ihm?

L. Und X. : Die erste Version des Skriptes ist während der Schulzeit von Xavier entstanden. Es behandelt sehr persönliche Themen wie die Frage, wohin ich gehe ich nach dem Abi. Aber auch andere tiefgreifende Themen der Jugend werden behandelt, wie das Thema Mobbing, das Ausgegrenzsein von anderen und die erste große Liebe.

Swapnix:  Um wen geht es dieses Mal ? Stellt mir doch kurz die Hauptcharaktere vor.

L. Und X.: Diesmal geht es um zwei Hauptcharaktere: den Poeten – und weit von ihm entfernt die junge Frau, die auf den Illustrationen von Jaana Redflower zu sehen ist und ihn beschützt.

Der Poet erwacht in einem engen, leeren Raum. An der Wand läuft ein Filmband, das ihm Frequenzen aus seinem Leben zeigt. Jedes Mal, wenn eine Sequenz abgespielt wird, saugt sie ihn in die gezeigten Erinnerungen hinein. Er erlebt sie erneut – jedoch in zufälliger Reihenfolge und ohne jede Kontrolle.

Gleichzeitig entstehen in seinen Gedanken dunkle Geschöpfe: Schattenhaie, die in einer Sequenz aus seinem inneren Aquarium der tiefsten Ängste ausbrechen und Jagd auf ihn machen.

Auch der Gevatter Tod tritt auf – als Gegenspieler. Er will den Poeten durch die letzte Tür führen.

Doch da tritt die Frau in Erscheinung. Sie beschützt ihn, indem sie Lichtwesen in seine Gedankenwelt sendet und eine Spur aus Bildern legt, die ihm helfen sollen, inmitten des Chaos eine Richtung zu finden.

Swapnix:  welcher Charakter hat sich am schwersten schreiben lassen und warum ?

L. Und X.:  Die Beziehung zwischen der Frau und dem Poeten wird im Laufe der Handlung ziemlich deep.
Im zweiten Teil des Buches, nach der Gedankenreise, entwickelt sich eine cozy Liebesgeschichte, die einfach nur schön zu lesen ist. Sie zu schreiben, war für uns ein echtes Highlight, weil es mal etwas ganz Neues für uns war.

Aber im dritten Teil ändert sich alles.
Ohne zu viel zu spoilern: Was sich im zweiten Teil zwischen den beiden so leicht und hoffnungsvoll aufbaut, wird im dritten Teil plötzlich unglaublich schwer. Beim Schreiben, bei der ersten Überarbeitung, bei der zweiten  und auch ganz am Ende beim Endkorrektorat haben wir mehr als einmal geweint. Wie ein Schluchzseehund, um genau zu sein. 🦭

Wir haben unseren Protagonisten einiges zugemutet. Und wir glauben: Ihr werdet mit ihnen fühlen. Und vielleicht auch mitweinen.

Swapnix:  Dieses Buch enthält ja wunderschön Illustrationen und auch das Cover finde ich so schön! Wer hat sie euch gemalt und wie ist die Zusammenarbeit zustande gekommen?

L. Und X.: Die Illustrationen stammen von der wunderbaren Jaana Redflower.
Wir kennen Jaana schon von einigen Buchmessen und haben auch zwei ihrer Bücher gelesen, die wir übrigens sehr empfehlen können! Einmal beobachteten wir sie auf einer Messe, wie sie mit Bleistift Tiere und Menschen zeichnete. Und da hat es bei uns direkt klick gemacht.

Denn im Buch ist es ja genau die Frau, die eine Spur aus Bleistiftzeichnungen legt – also war sofort klar: Jaana ist die perfekte Person, um diese Bilder umzusetzen.
Lustigerweise hatten wir sie zu dem Zeitpunkt noch gar nicht gefragt.

Ein paar Monate später, bei einem Spaziergang durch das japanische Viertel in Düsseldorf, direkt vor unserer Haustür, kamen wir an einem kleinen Szeneladen vorbei – und da hing plötzlich ein Plakat: Jaana und ihre Band, die heute Abend live spielte!
Also haben wir kurzerhand unsere Pläne geändert, sind zum Konzert gegangen – und auf der anschließenden Party haben wir sie dann endlich gefragt.

Und das Ergebnis?
Das seht ihr im Buch. Wir sind einfach nur dankbar,  und begeistert von dem, was sie daraus gemacht hat.

Swapnix: Wenn ich das Buch kaufen möchte, wie geht das am besten und Signiert ihr die Bücher dann auch?

L. Und X.: Natürlich signieren wir gern alle Bücher: mit persönlicher oder allgemeiner Widmung, ganz nach Wunsch.
Über unseren Webshop könnt ihr signierte Exemplare direkt bestellen.

Auch in Präsenz ist das möglich:
Die erste regionale Messe, auf der ihr Der Schutzpatron kaufen könnt, ist die KrähenFee. Danach sind wir auch auf der Frankfurter Buchmesse (FBM) mit dabei.

Das Buch wird außerdem regulär über Amazon, BoD und im stationären Buchhandel bestellbar sein.
Die Kindle-Version wird ebenfalls bei Amazon erhältlich sein.

Swapnix: und wo kann Mensch euch aus Schutzpatron lesen sehen / hören ?

L. Und X.: In diesem Jahr wird es wahrscheinlich keine Lesungen von Schutzpatron geben aber ihr könnt uns auf der Krähenfee auf Burg Lynn am 02.08. um 12:30  mit bei unserer Premierenlesung zum letzten Swallowd Teil lesen hören !
Und zusätzlich holen wir euch  direkt zu uns ins Wohnzimmer!

Schaut einfach auf unseren Social-Media-Kanälen (Instagram & TikTok) vorbei. Dort planen wir rund um den Release von Der Schutzpatron einige Online-Lesungen und kleine Specials.

Für das kommende Jahr sind wieder Präsenzlesungen geplant. Wir freuen uns schon riesig darauf!
Vielleicht ergibt sich sogar noch etwas gegen Ende dieses Jahres. Das ist aber noch offen.

Also: Bleibt dran und schaut regelmäßig auf unseren Kanälen vorbei – dort halten wir euch auf dem Laufenden!

 

Swapnix:  ich bin sehr gespannt auf eure Geschichte,  es klingt unheimlich spannend und vielschichtig.

Vielen Dank Lynn und Xavier für das tolle Interview! Ich wünsche euch viele begeisterte Lesende für das neue Buch ! 

#AutorInnenvorstellung
#Buchvorstellung
#Happyreleaseday
#DerSchutzpatron 

(Quelle Autorenfoto: L.X. Wilhelm)  

 
 

01 Februar 2025

Buchvorstellung So Dunkel das Zwielicht 2- Gefangen in ewiger Nacht

                

                



Und nun kommen wir zum zweiten Teil der So dunkel das Zwielicht Reihe von Christian Tobias Krug - Schreibschmiede Er heißt Gefangen in ewiger Nacht. 
 
Und darum geht es diesmal:
„Julian und Kyu-Min verbindet eine heimliche Liebe. Damit nicht genug: Julian ist die Wiedergeburt des Dämons Raziel, der einst gegen den Teufel rebellierte. Mit Raziels Erwachen entbrennt nicht nur der Widerstand aufs Neue, auch die Hölle schmiedet ihre grausamen Pläne:
Die dunklen Fürsten wollen Julian und die Rebellen endgültig vernichten. Daher senden sie Astaroth zur Erde – den Urdämon des Feuers, dessen zerstörerische Flammenmacht keine Grenzen kennt.
Verzweifelt suchen Julian und Kyu-Min nach einem Weg, die Gefahr abzuwenden … und finden sich plötzlich in einer anderen Realität wieder: Eine fremde Welt voller Finsternis, in der ihre Liebe und Freundschaft auf eine harte Probe gestellt werden …“
Das Licht wirft düstere Schatten …
SO DUNKEL DAS ZWIELICHT II – GEFANGEN IN EWIGER NACHT
 
(Quelle Bild und Klappentext : @christian_tobias_krug , bearbeitet mit CanvaPro )