Grüßt euch ihr Lieben! Heute möchte ich euch Yelco
vorstellen, er ist der Haupt- Protagonist aus dem gleichnamigen 5. Band der
Flüchtlings-Chroniken.
Dafür hatte ich die Möglichkeit, mit Yelco selbst zu
sprechen.
Swapnix: Sei gegrüßt Yelco, bitte stell dich kurz den
Lesenden vor. Wer bist du und wo/in welcher Welt lebst du?
Yelco: Marons Gruß, verehrte Hüterin der Schriften!
Ich bin … Oh je, das ist im Moment etwas schwierig zu beantworten. Gestern
hätte ich noch gesagt: Yelco ser Rugoth, Sohn des Grafen Yoreth, des
Königlichen Generalissimus von Soloa im Inselrund. Meine Heimat Soloa wurde
früher von ihren Nachbarn respektiert und gefürchtet, aber davon ist wenig
übrig, seit der Diktator von Levanon unsere Heimat immer wieder angegriffen
hat.
Und was ich bin? Heute würde ich nur zu gern sagen: Offizier Ihrer Königlichen
Hoheit. Aber das ist … schiefgegangen, um es ganz vorsichtig zu sagen.
Swapnix: War es dein Wunsch Offizier zu werden? Oder
hättest du lieber einen anderen Beruf gewählt?
Yelco: In meiner Familie wird man einfach Offizier,
das ist seit Generationen so. Früher gehörte meinen Vorfahren eine Grafschaft,
aber die wurde von der Wüste geschluckt und die Nachfahren teilen sich heute
Ämter am Königshof. Mein Familienzweig trägt den Wappenrock der Königin. Ich
habe niemals überlegt, was ich sonst tun könnte … bis zum Gespräch mit dem
Generalissimus. Dem habe ich gesagt, ich könnte auch ein ehrloser Schäfer
werden. Keine gute Idee, das könnt Ihr mir glauben. Aber das ist ein ziemlich
schmerzliches Thema.
Swapnix: Was ist da passiert am Tag deiner
Offiziers-Weihe?
Yelco: Oh je. (schluckt) Ich verstehe das selbst nicht
ganz. Kurz gesagt: Ich habe die Rüstweihe im Maronstempel verschlafen, einfach
verschlafen. So sieht es zumindest der Generalissimus. Aber warum haben meine
Freunde mich nicht wachrütteln können? Sie sagen, ich wäre gelegen wie ein
lebender Toter und sogar ein Eimer Wasser hätte mich nicht geweckt. Jedenfalls
bin ich trotzdem zur Verleihung der Patente gekommen. Das war eine ganz, ganz
schlechte Idee. Ich sehe noch, wie sie mein Patent zerrei… Egal.
Jedenfalls hat der Generalissimus beschlossen, dass ich es nicht verdient habe,
Offizier in der Armee Ihrer Majestät zu werden. Im Moment diene ich als
einfacher Lanzenträger.
Damit nicht genug: Seit heute früh bin ich auch kein ser Rugoth mehr. Der
Generalissimus hat mich aus der Familie geworfen. Vielleicht hätte ich mein
Temperament mehr zügeln sollen – aber ich konnte es ihm noch nie recht machen,
in meinem ganzen Leben nicht, und da ist mir einfach der Kragen geplatzt.
Vielleicht spielt es eine Rolle, dass ich nach meiner Mutter komme, die aus
Comath stammt. Sie hat so dunkle Haut und so schwarzes Haar wie ich. Hier in
der Königsstadt Ven’h muss man komischerweise aussehen wie einer aus Levanon
und die meisten Leute halten Comath für eine rückständige Grafschaft voller
Faulenzer und Taugenichtse. Lacht bitter. Ich habe immer versucht,
doppelt so gut zu sein wie die anderen, aber Ihr seht ja, verehrte Hüterin,
wohin mich das gebracht hat.
Swapnix: Was hast du nun vor? Hast du Freunde zu denen
du gehen kannst?
Yelco: Als Soldat habe ich keine eigene Wahl. Mein
Marschbefehl lautet: Reite zu Onkel Maneyan, dem Grafen von Comath, und melde
dich zum Dienst in seiner Armee. (Seufzt.) Comath! Weiter weg von der
Hauptstadt konnte er mich gar nicht einsetzen. Onkel Maneyan genießt in meiner
Familie einen Ruf als Hallodri und Narr. Kein Wunder, er ist ja aus Comath! Wer
weiß, vielleicht finde ich dort eine Heimat, in die ich einfach hineinpasse?
Swapnix: Wie würdest du die aktuelle politische
Situation (im Buch ) beschreiben und wo wird sie sich vermutlich hin
entwickeln?
Yelco: Der Generalissimus ist überzeugt, dass er
Levanons Flotte in Grund und Boden rammen wird, wenn der Diktator uns noch einmal
angreift. Ich bin da keineswegs so zuversichtlich, verehrte Hüterin. Ganz unter
uns: Vor ein paar Jahren hat mein Va… der Generalissimus eine komplette Flotte
gegen Levanon verloren und sie haben zwei der größten Grafschaften auf den
Nachbarinseln erobert. Wenn sich nicht etwas Entscheidendes ändert, stehen in
zwei, drei Jahren levanische Soldatenstiefel an dieser Stelle.
Swapnix: Würdest du bei dieser Entwicklung eine Rolle
spielen wollen?
Yelco: Ich wäre bereit, mein Leben zu geben, um den
Diktator aufzuhalten! (Etwas leiser:) Ich weiß ja gar nicht, wo ich jetzt noch
hinpasse. Aber, verehrte Hüterin, ich werde tun, was ich kann, auch als
Lanzenträger, soviel steht fest.
Swapnix: Wen und warum hättest du bei einem Kampf am
liebsten an deiner Seite?
Yelco: Comeyo ist mein Freund seit frühesten Tagen,
aber er wird eine Offiziersstelle in der Waldgrafschaft antreten, zusammen mit
seinem Zwillingsbruder. Aber er wäre es. Wir sind wie Pech und Schwefel und
würden einander bis zum Tod verteidigen.
Vielleicht hätte ich auch gern meinen Bruder Yafed an meiner Seite, aber der
ist vor Jahren in Comath ums Leben gekommen. Seltsam, darüber redet niemand,
alle tun, als hätte er nie existiert.
Ich fürchte, wenn der Angriff tatsächlich kommt, werden wir uns nicht aussuchen
können, wer neben uns steht. Wir können froh sein, wenn überhaupt jemand dort
steht.
Swapnix: Dann wünsche ich dir auf jeden Fall, dass du
deine Ziele erreichst.
Was für einen Verlauf Yelcos Geschichte nehmen wird,
erfahrt ihr wenn ihr Yelco von Michael Knabe, erschienen im Hybrig Verlag,
lest.
#Yelco
#Flüchtlingschroniken
#Protagoniteninterview
#Protagonistenvorstellung