Swapnix Bücherschatztruhe
28 Juni 2026
Buchvorstellung Das Geheimnis des Windes- Erkenntnis von Michael Tschida
Buchvorstellung Das Geheimnis des Windes- Erwachen von Michael Tschida
Interview mit Michael Tschieda
Grüßt euch, ihr Lieben! Heute habe ich mal wieder
Michael Tschida zu Gast, denn der zweite Teil seiner überarbeiteten Dilogie,
„Das Geheimnis des Windes: Erkenntnis“, erscheint heute.
Swapnix: Hallo Michael, schön, dass du mich mal wieder
besuchst. Bitte stell dich doch noch einmal kurz vor, für diejenigen, die dich
noch nicht kennen. Wer bist du und was machst du, wenn du nicht schreibst?
Michael: Hallo Sabrina, vielen Dank für die Einladung! Das
Schreiben ist schon lange meine Leidenschaft. Außerdem arbeite ich seit ca.
fünfzehn Jahren als Model und Schauspieler. Ich liebe Edelsteine und betreibe
deshalb zusätzlich einen Online-Handel mit Edelstein-Schmuck und Mineralien.
Weil damit noch nicht jedes Interesse von mir abgedeckt ist, bin ich auch als
Physiotherapeut tätig. Privat liebe ich die Natur, Tiere und Fitnesstraining.
Swapnix: Worum geht es in „Das Geheimnis des Windes“? Was
macht die Dilogie besonders?
Michael: In der Saga geht es um verborgene Wahrheiten aus
früheren Leben. Auf der Suche nach seiner ewigen Liebe entdeckt der Protagonist
Leo Geheimnisse, die bis in die heutige Zeit reichen und überaus gefährlich
sind. Im ersten Teil muss er sein Erwachen verarbeiten und sich den tödlichen
Konsequenzen stellen. Im zweiten erhält er die Möglichkeit, vergangene Fehler
zu korrigieren. Doch es lauert auch hier eine Erkenntnis, die alles Bisherige
infrage stellt.
Ich habe mich beim Schreiben der Dilogie bewusst nicht
auf die Charakteristika eines einzigen Genres beschränkt, sondern Urban Fantasy
mit Elementen eines Mystery-Thrillers kombiniert. Außerdem gibt es sowohl
romantische und leicht poetische Zeilen als auch spannende Kampfszenen. Dadurch
ist der Plot unvorhersehbar und trifft hoffentlich nicht nur meinen
persönlichen Geschmack, sondern auch den der Leser.
Swapnix: Stell uns doch bitte kurz die Hauptcharaktere vor.
Was sind ihre wichtigsten Eigenschaften und Ziele?
Michael: Beginnen möchte ich mit Freya, meiner Lieblingsfigur.
Sie ist die Liebste des germanischen Kriegers, der Leo einst war. Freya ist
stark, leidenschaftlich und mutig. Sie ist Frau und Kriegerin zugleich und
spielt tatsächlich vor allem im zweiten Teil eine bedeutende Rolle.
Daneben gibt es natürlich die Hauptfigur Leo, der in
seine früheren Leben reist und dadurch immer mehr zu sich selbst und zu seiner
Bestimmung findet. Leo ist zu Beginn sozial etwas isoliert und fühlt sich in
der modernen Welt nicht wohl. Seine Wandlung zu seinem wahren Ich erfolgt nicht
ohne Schwierigkeiten.
Sein Erzfeind, der oberste Adler, will unter allen
Umständen verhindern, dass das geheime Wissen, das er und seine Bruderschaft
über Jahrtausende gehütet haben, an die Öffentlichkeit gerät. Dazu schreckt er
weder vor Drohungen und Gewalt noch vor Folter und Mord zurück.
Besonders erwähnen möchte ich noch Leos besten Freund
Marc. Er mag für den einen oder anderen Lacher sorgen – freiwillig und
unfreiwillig – und trotzdem ist er entscheidend für den Verlauf der Geschichte.
Swapnix: Wie kam es, dass du die Reihe überarbeitet und neu
veröffentlicht hast? Was hast du jetzt geändert?
Michael: Der erste Teil „Das Geheimnis des Windes: Erwachen“
ist bereits 2020 bei einem Verlag erschienen. Allerdings war ich mit der
Zusammenarbeit nicht zufrieden. Nachdem ich die Rechte zurückerwerben konnte,
wollte ich meinen eigenen Weg gehen und als freier Autor publizieren. Dafür
habe ich den Text etwas überarbeitet und ein neues Cover erstellen lassen. Die
Geschichte blieb von der Überarbeitung natürlich unberührt.
Swapnix: Für wen sind die Bücher geschrieben, welche Vorlieben
sollten die Leser mitbringen?
Michael: Die bisherigen Leser fanden, dass Geschichte und
Schreibstil für Jung und Alt ansprechend sind. Es gibt Mystik, Verschwörung,
Romantik und Spannung – und das über verschiedene Epochen der Erdgeschichte
hinweg.
Swapnix: Abschließend wüsste ich natürlich gern, ob du schon
an einem neuen Projekt arbeitest und ob du uns schon etwas verraten kannst oder
möchtest.
Michael: Im Gegensatz zum ersten Teil besitzt der zweite Teil
von „Das Geheimnis des Windes“ ein abschließendes Ende. Dennoch kann es gut
sein, dass wir Leo und seinen Gefährten noch einmal begegnen werden. Die
Vorarbeiten dazu sind jedenfalls gemacht …
Swapnix: Lieber Michael, ich bedanke mich für deinen Besuch
und das spannende Gespräch und wünsche deiner Dilogie viele begeisterte Leser!
Michael: Vielen herzlichen Dank. Ich wünsche dir nur das Beste
und allen Lesern viel Freude mit den Geheimnissen des Windes!
23 Juni 2026
Rezension Bestiarium Groenlandicum, die Mythischen Wesen Grönlands - Herausgegeben von Maria Bach Kreutzmann, erschienen im Inuit Verlag
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#Rezensionsexemplar
Bewertung: ⭐⭐⭐⭐⭐
Grönland war schon als Kind ein Traumreiseziel von
mir. Ich wollte die Vegetation, die Menschen mit ihrer Kultur und die Tierwelt und
das Ewige Eis kennen lernen.
Da war für mich sehr schnell klar, dass ich das
Bestiarim Groenlandicum unbedingt lesen wollte.
Es ist wunderschön illustriert und sehr gut
strukturiert.
Am Anfang des Buches finden wir einen kurzen Abriss
der Geschichte Grönlands sowie die Intention hinter der Entstehung dieses
Buches.
Sodann können wir einige der mythischen Wesen Grönlands
in alphabethischer Reihenfolge mit Erklärung, Aussprache und Illustrationen
kennen lernen. Ich schreibe Einige, da es natürlich nicht alle der in Grönland
lebenden Mythenwesen erfassen kann.
Nach diesem Teil erfahren wir mehr über die
grönländischen Schamanen und die Unterschiede zur Hexerei und worin die Zauberei bestand.
Auch ein Glossar finden wir am Ende des Buches, hier
können Interessierte erfahren, wo das jeweilige Mythenwesen herstammt, sowie es
ausgesprochen werden kann.
Besonders interessiert hat mich das Bilder-Verzeichnis
und welche KünstlerInnen diese Wesen interpretiert und illustriert haben.
Viele der Wesen sind sehr grausam, so sind die
entstandenen Illustrationen manch mal wirklich harter Toback und so manches Mal
sind sie auch sehr explizit.
Faszinierend fand ich die doch sehr unterschiedlichen
Illustrations-Stile der KünstlerInnen. Manche sind eher skizzenhaft, manche
Bilder muten wie eine Figur aus den bekannten Trickfilmen Walt Disneys an, und
manche waren so detailliert, dass ich nicht lange hinsehen konnte.
Die Texte zu den Wesen schildern einerseits was sie
ausmacht und erzählen dann noch eine kurze Geschichte zu ihnen, so das wir die
Mythenwesen noch besser kennenlernen.
Ich persönlich habe nicht alle Texte zu den Wesen von
A-U durchgelesen, sondern immer wieder eine Seite aufgeschlagen, auf welcher
mich die Illustration besonders angesprochen oder auch abgestoßen hat. Und so
hatte ich nach und nach die Möglichkeit der grönländischen Mythologie immer
näher zu kommen.
Das Bestiarioum Grönlandicum ist für mich ein Highlight
aus dem Bereich Sachbuch und Kunst und absolut empfehlenswert für alle die jenigen,
die tief in die grönländische Mythologie eintauchen möchten.
19 Juni 2026
Reihenvorstellung Der Pfad des Magiers von Horus W. Odenthal
Bewertung: ⭐⭐⭐⭐⭐
Nach dem ihr ja gestern unheimlich viel über Horus W.
Odenthal erfahren habt, möchte ich euch heute die Reihe Der Pfad des Magier
vorstellen.
Band 1, das Kind der Vorsehung
Hier lernen wir Amara kennen, ein Kind welches sich am
liebsten allein in den Wäldern rund um ihr Heimatdorf Svelte herumtreibt. Sie
hat ein Gespür für das Magische, kennt Orte an die sich andere Bewohner ihres
Dorfes nicht hin trauen.
Sie ist Einzelgängerin, gilt als seltsam und hat viele
Hänseleien bis hin zu Verfolgung durch
die Jungen ihres Dorfes zu erleiden.
Der einzige Freund den sie hat, und der ihr sogar eine
Lehrstelle anbietet, ist Ginster, der Schmied von Svelte. Gerade als sie
glaubt, es könne für sie alles noch gut werden, und sie könne ihrem
schrecklichen Elternhaus entfliehen, kommen Fremde in das Dorf.
Es sind Magier des Einen Weges und durch Amaras
Neugier, werden sie auf sie aufmerksam und testen ihre magische Begabung.
Dann überschlagen sich die Ereignisse, Svelte wird von
Der Kutte, einem gefürchteten Geheimbund, und erbitterter Feind des Einen
Weges, angegriffen.
Schlussendlich gelangt sie in die Ausbildungsstätte
der Magier des Einen Weges, doch auch dort ist sie die Außenseiterin und muss
sich immer wieder beweisen und behaupten.
Dieser erste Band ist ein wunderbarer Einstig in die
Welt Ninragon, denn wir lernen sie und ihre Besonderheiten, durch die Augen des
ahnungslosen Hexenmädchens Amara kennen. Aufgewachsen ohne großartig Bildung,
weiß sie wenig über die Welt, die Gegebenheiten und Magie. Gemeinsam mit ihr
lernen wir Magie zu wirken, lernen wir die „Geisterräume“ in der die Magie
wirkt, und die verschiedenen Völker der Welt kennen.
Wir begegnen weiteren wichtigen Protagonisten des
Zyklus, die teils zu Amaras Freunden, teils zu ihren erbitterten Gegnern, werden.
Lange macht Amara eine rein Schulische Entwicklung
durch, doch sie bleibt vorerst das naive Hexenkind, denkt in
Schwarz-Weißmustern, da sie diese von Malamnor, dem Schulleiter und ihrem
Mentor indoktriniert bekommt.
Nur allmählich merkt sie, dass da Etwas nicht
schlüssig ist in ihren Lehren, und manches nicht mit rechten Dingen zu geht.
Der Autor schildert subtile die Inneren Konflikte
Amaras, und wir lesenden können und wollen lange, genau wie sie, nicht glauben,
das etwas an den Lehren des Einen Weges nicht so „Gut“ ist wie es immer da
gestellt wird.
Auch Amaras Freunde lässt Horus W. Odenthal eine
Entwicklung durchmachen, je enger sie mit ihr befreundet ist.
Im verlauf der Bände lernen wir immer mehr Bereiche
und politische Zusammenhänge Ninragons kenne, wir flüchten mit den Freunden aus
der Nebelfeste, geraten in Kämpfe, zwischen die Fronten und werden von Gelion,
Amaras größtem Konkurrenten und dessen elfischen Begleitern, verfolgt.
Es kommt zu Verlusten aber auch neuen Verbündeten, und
Amara muss lernen, dass sie nicht immer ihren eigenen Gefühlen trauen kann ,
und vor allem auch zu vertrauen.
Dabei ist die Reihe sehr dicht , mit vielen spannenden
und überraschenden Plot-Twists sowie einigen gemeinen Cliffhanger geschrieben,
so dass ich immer direkt zum nächsten Band greifen musste. Schließlich wollte
ich sehr dringend wissen, wie es mit Amara und ihren Gefährten weiter geht. Die
Bücher wurden tatsächlich immer dicker, so dass ich von Anfang Mai bis Mitte
Juni 5241 Seiten durchsuchtete.
Die Charaktere werden mit den Büchern immer deutlicher
und ausgereifter, ( und auch unsympathischer was die Antagonisten angeht) je
mehr wir sie beim lesen kennenlernen. Sie
bleiben sich und ihren Überzeugungen treu, auch wenn die ein oder Andere neu
dazu kommt.
Toll finde ich persönlich auch, dass es eine Karte der
Welt Ninragon gibt, denn die Reise von Amara und ihren Gefährten führt sie doch
ganz schön herum, und so verliert man nicht den Überblick.
Zu Beginn eines Jeden Buches, finden wir ein Glossar,
mit den wichtigsten Personen und Begriffen der Bücher so wie ein Link zu „Was
bisher geschah“ welcher einen an das Ende des Buches führt. So kann ich mich
selbst entscheiden, benötige ich eine Zusammenfassung oder will ich direkt
weiterlesen.
Diese Reihe gehört definitiv zu meinen Lesehighlights
dieses Jahres und ist eine der besten Reihen,die ich je gelesen habe!
18 Juni 2026
Autoreninterview mit Horus W. Odenthal
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Swapnix: Herzlich willkommen, Horus, in der Bücherschatztruhe. Schön, dass du da bist. Bitte stell dich den Lesenden vor. Wer bist du, wie viele, und was machst du, wenn du nicht gerade schreibst?
Horus: Also eigentlich bin ich …
Klappe, wer hat dich denn eigentlich gefragt?
… Hey, was fällt denn dir ein, mich einfach so …
Hallo? Ihr beiden? Kriegt ihr euch mal wieder ein? Vor allem lasst uns andere auch mal bitte zu Wort kommen. Und lasst die Kleinen nach vorne, damit sie was sehen können.
Können wir uns bitte darauf einigen, dass ich dieses Interview führe? Und dass ihr eure Vorschläge schriftlich einreichen dürft? In doppelter Ausführung? … Danke.
Also … Wow, hat ja geklappt … Alles still da hinten.
Also, ich bin Horus W. Odenthal, und wir sind eigentlich nur zwei: ich, Horus, der Autor, und Herr Odenthal, mein Verleger. Eigentlich ist er ein ganz umgänglicher Kerl, aber manchmal redet er mir rein und meint dann so Zeug wie, das wäre eine totale Schwachsinnsidee, die er niemandem verkaufen kann und die auch niemand lesen will. Ich glaube ihm kein Wort und beschließe trotzdem, es irgendwann zu schreiben, höre aber erst mal auf ihn. Weil der Kühlschrank schließlich voll sein und die Miete bezahlt werden muss. Oder so.
Also ich, Horus, war früher Comiczeichner und Autor und habe in Deutschland und den USA veröffentlicht. Ich habe eigentlich immer kreatives Zeug gemacht und hatte immer mit Kunst in jeglicher Form zu tun. Hey, I’m an art-bitch! Irgendwann wurde mir das Medium Comic und vor allem der Markt oder eher die Publikationsmöglichkeiten dafür zu eng. Außerdem hatte ich mehr Ideen, als ich zeichnen konnte. Story und Skizzen waren schnell gemacht, und damit war das Erzählen so ziemlich vorbei, und alles musste nur noch visuell umgesetzt werden. Und währenddessen sammelten sich die Ideen in meinem Kopf. Ich habe ein bisschen gezögert, weil ich wenig Lust hatte, die Ochsentour noch einmal von Anfang an zu machen und in einem komplett anderen Medium anzufangen. Aber als ich dann mal so ein bisschen zur Probe geschrieben habe, war die Sache eigentlich für mich klar, und ich hatte meine Leidenschaft gefunden.
Seitdem schreibe ich Fantasyromane. Na ja, erst mal mit ein bisschen Orientierung, was die Genres betraf.
Wenn ich nicht gerade schreibe, lese ich, schaue Filme und Serien und versuche, in unserem durchgeknallten Zirkus von Familie irgendwie obenauf zu bleiben. Leider doch mein Zirkus, doch meine Affen.
Horus: Alter ist ein sehr relatives Konzept. Auch, was das Lesen betrifft. Tochter G. liest seit Verlassen der Grundschule so Sachen wie Lewis Carroll im Original und hat sich hochgesteigert zur Arthouse-Bitch des Literaturzirkels. Ich habe in ihrem Alter wild James Joyce, Alfred Döblin, Conan der Barbar, Wüstenplanet und Konsorten durcheinandergelesen, ohne mich um E oder U zu scheren. Manchen macht im hohen Alter noch Harry Potter große Freude. Alles ist gut. Jeder soll so machen, wie es ihm gefällt, und das mit dem Alter spielt eher eine untergeordnete Rolle.
Das heißt, es geht eher um Leseerfahrung, Lesegeschichte und Vorlieben.
Ich richte meine Erzähl-Räume zugänglich für alle ein, aber ein bisschen Leseerfahrung sollte man schon mitbringen, weil ich oft mit gängigen Erzählweisen und Erwartungshaltungen spiele. Nicht immer bewusst, aber es passiert halt.
Man muss sehen, wer sich in meinem Haus und meinen Räumen wohlfühlt. Es müssen nicht alle sein. Es muss nicht jedem alles gefallen. Manchen gefällt auf Anhieb nicht der Einrichtungsstil meiner Räume, aber für die, die erst mal bleiben oder sich sogar vom ersten Moment an richtig wohlfühlen, stehen in allen möglichen Ecken Teller mit Plätzchen bereit, die es zu entdecken gilt. Und man findet immer neue Fenster, durch die man Landschaften sieht, die man von draußen gar nicht vermutet hätte.
Das heißt im Großen und Ganzen: Ich schreibe für alle, die neugierig sind und sich gerne überraschen lassen, die in Altbekanntem etwas bisher Unbekanntes, neue Aspekte finden möchten, Ansichten, die ihnen bisher unbekannt waren.
Ich versuche, Leser dort abzuholen, wo sie sich jetzt schon gerne aufhalten und auskennen, und versuche dann, sie von dort aus auf Pfade zu locken, auf denen sie an Orte gelangen, von denen sie bisher gar nicht wussten, dass sie dort hinwollten und dass sie hier Dinge finden, die sie unbewusst vielleicht immer schon gesucht haben.
Und ich schreibe so, dass möglichst viele Arten von Leuten etwas darin finden können. Alles soll unterhaltsame und spannende Geschichte sein. Aber darunter gibt es andere Ebenen. In die kann man sich hineintasten, wenn man mag – oder auch nicht.
Das Genre, in dem ich schreibe, zu bestimmen, ist relativ einfach. Ich schreibe epische Fantasy. Mit den Themen und dem gleichen Sense of Wonder ähnlicher Welten wie denen der Vorbilder in diesem Genre, aber mit einem moderneren Ansatz. Die Geschichten und die Menschen sollen weniger mythisch, sondern lebensnäher sein, realistischer, heutiger, mehr nachvollziehbar … relatable. Die Sprache soll moderner und knackiger sein.
Ich habe mit einer Serie aber auch schon einen Ausflug in die Urban Fantasy und Portal-Fantasy gemacht. Ich möchte mich nur ungern vollkommen festlegen. Man soll niemals nie sagen. Die kreativste Frage ist für mich immer noch: Warum nicht?
Swapnix: Womit hat für dich das Schreiben angefangen? Und wie ist deine Welt Ninragon entstanden?
Horus: Ja, darüber habe ich ja oben schon ein wenig erzählt. Ich hatte den Eindruck, dass ich mit Comics irgendwo an ein Ende für mich gekommen bin. Bezeichnenderweise endet mein letzter Comic mit einem Mädchen, der Heldin, die vor einer Backsteinmauer steht und davon träumt, dass sie eines Tages hindurchgehen wird.
Am Anfang habe ich ein bisschen mit den Genres herumexperimentiert, wollte Science-Fiction schreiben. Vor allem, weil ich, irgendwie ab Mitte der Neunziger schon, eine totale Fantasy-Flaute hatte. Ich konnte das Zeug einfach nicht mehr lesen.
Ich habe Bücher aus den Regalen der Buchhandlung gezogen. Habe auf den Klappentext geschaut. Habe irgendwas von einem Knaben der Prophezeiung gelesen und hätte das Buch am liebsten in die Ecke gefeuert. Aber dazu hätte ich es erst mal kaufen müssen, und dafür war mir mein Geld zu schade.
Verrückt ist, dass ich jetzt zu diesen Themen zurückkehre, aber sie auf eine vollkommen andere Art behandle. Mich hat einfach genervt, dass es in dieser Zeit den 25. Aufguss von Tolkien gab, bis zum Abwinken, und nichts Neues, Kreatives dazukam. Es war immer nur der alte mythische Bläh, der aber inzwischen inhaltlich und von der Substanz vollkommen ausgehöhlt war. Ich hatte den Eindruck, statt mit dem Leser zu wachsen – und da habe ich erst mal mich als Maßstab genommen –, ist das Genre immer infantiler und naiver geworden. Vielleicht tue ich damit einigen tollen Erzählern unrecht, aber das war mein Eindruck.
Weil zu der Zeit kein Schwanz Science-Fiction lesen und ich nicht für mich allein schreiben wollte, Fantasy aber groß in Mode war, habe ich mal überlegt, wie Fantasy denn aussehen müsste, damit sie mir Spaß machen würde. Und dann habe ich munter angefangen, mir Sachen auszudenken, Konzepte zu erfinden und eine Welt zu gestalten. Daraus ist dann NINRAGON geworden.
Irgendwann zwischendrin, als ich mitten in meiner ersten Trilogie war, habe ich mitbekommen, dass es ein paar Autoren gab, denen der alte, ewig gleiche Bläh genauso auf die Nüsse ging wie mir. Unbemerkt von mir hat es eine neue Welle der Fantasy gegeben, die Sachen modernisiert hat und mit einem eigenen Empfinden an die Themen herangeht. Bei Leuten wie Abercrombie habe ich mich dann sehr wohlgefühlt und nicht mehr so ganz allein.
Horus: Ganz klare Empfehlung: mit dem „Pfad des Magiers“. Weil die Protagonistin mit dem gleichen Wissensstand in die Geschichte geht wie der Leser. Sie weiß nämlich ziemlich wenig, fast gar nichts von ihrer Welt, denn sie ist in einem verlassenen Hinterwäldlerdorf aufgewachsen. Die Geschichte bietet außerdem einen ziemlich übersichtlichen Einstieg, denn die ersten drei Bände bilden eine in sich ziemlich abgeschlossene Trilogie. Danach kann man gut entscheiden, ob einem das gefällt und ob man die Welt von Amara Schattenflügel und von NINRAGON weiter entdecken will.
Für mich ist aber wichtig, dass jeder Einzelband, jede Trilogie, jede Reihe für sich gelesen werden kann, vollkommen ohne Vorwissen. Du kannst einfach einsteigen, und der Rest erklärt sich auf dem Weg.
Horus: Meine erste Trilogie habe ich als Pantser geschrieben. Das würde ich aber nie wieder machen, weil ich da auf einige Abwege geraten bin und viel Zeit verloren habe. Ich habe viele Geschichten zu erzählen und bleibe nicht gern in einer hängen. Außerdem kann man bestimmte komplexere Plotstrukturen nur aufbauen, wenn man von Anfang an zumindest rudimentär geplant hat. Ich mache das wie ein Architekt: Wenn das Gerüst einmal steht, kann kaum noch etwas schiefgehen. Dann hat man auch den Freiraum für Improvisation und spontane Ideen. Der grundsätzliche Plot ist dann wie ein Netz, das einen auffängt.
Einen Zeitstrahl müsste ich viel gründlicher machen, mache ich aber nur so viel wie gerade nötig, damit ich mit den Zeitaltern, dem Alter der Figuren und generell der Geschichte nicht durcheinanderkomme.
Es ist schon ziemlich wichtig, wenn die Wege von verschiedenen Personen aus meinen Geschichten sich kreuzen, wenn zum Beispiel eine Hauptperson aus einer Geschichte als Nebenfigur in einer anderen Geschichte vorkommt, dass dann ihr Alter stimmt. Wäre blöd, wenn sie als Teenager dargestellt würde, obwohl sie eigentlich vom Zeitablauf her hoch in den Vierzigern sein müsste.
Charakterbögen usw. muss ich führen, weil ich sonst bei meinem riesigen Figurenensemble der Gesamtwelt vollkommen durcheinanderkomme. Ich versuche, das ziemlich akribisch zu machen, verfluche mich aber immer regelmäßig, weil ich bestimmte Sachen nicht eingetragen habe und dafür dann in meinen eigenen Geschichten recherchieren muss. Die Bibel meiner Storys zu führen, ist eben Arbeit, und die nächste Geschichte ist immer interessanter als Buchführen.
Meine Bibel, die intern bei mir „Kompendium Terra-Marani“ heißt, ist inzwischen zu recht beachtlichen Ausmaßen angewachsen. Eine Wikipedia würde sich lohnen, aber die einzurichten bin ich zu faul. Vielleicht macht das ja irgendwann eine KI für mich. Dazu kann man die Büchse schließlich gut gebrauchen. Für Kunst nicht.
Horus: Nein, habe ich tatsächlich nicht.
Das kann jeder halten, wie er will, und es ist absolut legitim und okay, wenn jemand das anders sieht, und er oder sie kann es gerne machen, wenn er oder sie Freude daran hat – ab und zu finde ich so etwas auch total interessant. Unter meinen Lieblingsbüchern gibt es sogar ein paar gute Beispiele dafür … aber ich persönlich finde Magiesysteme doof.
Das hat etwas von Reißbrett und erweckt den Eindruck, dass man die Welt von außen betrachtet, wie ein Spiel, sie damit aber auch ein ganzes Stück von einer Wirklichkeit abrückt, die man ernst nimmt und für die Zeit des Erzählens als real annimmt. Ich finde, so etwas entwertet die Welt, in der man sich entschlossen hat zu erzählen. Aber das ist, wie gesagt, mein ganz persönliches Empfinden, und das wende ich auch nur auf mein eigenes Schreiben so an. Autoren müssen ja in ihrer Rolle als Autor besonders kritisch sein und bestimmte Sachen „nicht mögen“, denn das definiert ja immerhin das, was sie selbst schreiben wollen. Das hört sich dann immer recht kritisch und mäklerisch an, gilt aber in diesem Moment nur für den Aspekt des eigenen Berufs, das eigene Schreiben. Wenn man davon abrückt und sich nur als Leser betrachtet, sieht die Welt mit einem Mal ganz anders, sehr viel toleranter und offener aus. Das Kritisieren ist allein der Tunnelblick des Autors in seinem Beruf.
Zurück zu Magiesystemen: Eine Welt funktioniert nicht nach sauber ausgedachten Regeln. Das haut vielleicht auf einem Spielbrett hin. Unsere wirkliche Welt funktioniert immerhin auch nicht nach sauberen, abtrennbaren Regeln.
Den Kern, wie ich in meinen Büchern Magie darstelle, bildet eigentlich meine ganz reale Weltsicht, meine Sichtweise und mein Glaube daran, wie die Welt grundsätzlich funktioniert. Dazu habe ich mir dann vorgestellt, es gäbe Magie auf eine sehr handgreifliche und direkte Art wirklich, und habe danach alle Regler bis zum Anschlag hochgedreht.
Man will ja schließlich etwas erleben, wenn man ein Buch liest.
Darauf baue ich dann auf.
Statt einem Magiesystem gibt in meiner Welt Magietheorien, denn jeder will natürlich diese Mächte und Kräfte begreifen, und jede dieser Theorien sieht Magie ein wenig – oder auch gewaltig – anders. Aber alle beziehen sich auf die gleiche magische Realität. Und für die habe ich ein Gefühl, ein ziemlich klares sogar. Aber keine Tabellen.
Und vielleicht verändert sich diese magische Realität ja auch mit der Zeit und der Betrachtungsweise. Frag mal einen Quantenphysiker danach, wie er die Realität sieht.
Horus: Hm, das ist schwierig. Es gibt Figuren, die kann ich eher nachvollziehen als andere, aber in jedem Protagonisten, in jeder Protagonistin, die ich gerade schreibe, bin ich wirklich drin. Da zählt gar nicht so sehr ein Charakterbogen, sondern eher ein Gefühl für diese Figur, wie sie sich bewegt, wie sie denkt, wie sie spricht.
In Amara konnte ich relativ leicht reinschlüpfen. In Danak auch. Bei Erion musste ich mich manchmal dazu zwingen, so zu empfinden wie er. Hm, ich merke gerade, dass es mir oft deutlich einfacher fällt, in einen weiblichen Charakter als Erzählperpsektive hereinzuschlüpfen. Das ist komisch. Manche männlichen Charaktere sind mir einfach zu … männlich. Es wird leichter, wenn sie das auf eine ziemlich überzogene Art sind. Zum Beispiel fallen mir trockene, lakonische männliche Charaktere irgendwie leicht.
Auric fiel mir leicht, dieses Grundprinzip eines intelligenten und gebildeten Barbaren. Denn ich konnte das Gefühl gut nachempfinden, in der Umgebung, in die man hineingeboren wurde, einfach nicht dazuzugehören.
Horus: Zuallererst einmal und als Grundbedingung sollen sie unterhalten. Wenn ein Buch nicht unterhält, taugt es nichts. Alles andere kommt später und kann dazukommen.
Ich versuche, meine Bücher so zu schreiben, dass sie auf verschiedenen Ebenen funktionieren. Jemand, der nur eine spannende und interessante Geschichte lesen will, bekommt sie. Wenn er/sie oder jemand anderes danach mehr will, kann er/sie sich die gleiche Geschichte unter einem anderen Blickwinkel anschauen und wird vieles unter dem normalen Plot entdecken. Aber das muss er/sie nicht.
Ich möchte keine Botschaft transportieren, denn wenn ich das Buch geschrieben und veröffentlicht habe, ist es nicht mehr meins, sondern es gehört allein dem Leser. Ich habe nur die Verpflichtung, als professioneller Lügner ihm ein so komplexes Geflecht, ein so dichtes und ernsthaftes Tableau zur Verfügung zu stellen, dass er sich selbst mit seinen Fragen und seiner Suche nach Antworten darin wiederfindet. Vielleicht gebe ich ihm auch ein paar Stupser.
Eigentlich will ich nur ganz normale menschliche Werte vermitteln, wie Mitgefühl, Toleranz, den Wert von Freundschaft und Loyalität, Engagement für die Dinge, an die du glaubst, dass es sich lohnt, seine Träume zu verfolgen und alles auf diesem Weg hineinzulegen. Solche ganz normalen, banalen Dinge eben.
Horus: Neugier. Entdeckerlust. Die Freude, bei etwas Bekanntem anzufangen und sich dann auf ein Abenteuer einzulassen. Der grundsätzliche Wille, sich auf etwas einzulassen, auf neue Erfahrungen, und die Bereitschaft, in etwas zu versinken: in einer Geschichte, dem Bewusstsein einer Person, in einer fremden Welt.
Aber ist es nicht das, warum wir eigentlich alle lesen?
Horus: Nein, ich lese immer leise.
Scherz beiseite. Lesungen sind eigentlich nicht so meins; nicht, weil ich nicht gerne vorlese, sondern weil ich in der Zeit, die es braucht, um solche Veranstaltungen zu bewältigen, lieber meine nächste Geschichte schreibe. Aber vielleicht mache ich ja demnächst ein paar Reels, in denen ich Ausschnitte aus meinen Büchern vorlese.
Das bringt mich dazu, woran ich momentan arbeite. Ich schreibe gerade unter Hochdruck an den letzten beiden Bänden von „Der Ring der Elfen“. Danach werde ich erst mal eine Ortsbestimmung machen und planen, was als Nächstes wirklich drankommt.
Ich habe schon eine neue zehnbändige Reihe auf Lager, ich will meine Debüt-Trilogie überarbeiten, weil ich sie damals mit einem ganz bestimmten Mindset geschrieben habe und sie jetzt auch für eine größere Lesergruppe zugänglich machen möchte. Vor allem, da ihre Hauptperson eine nicht ganz unwichtige Rolle in anderen Erzählungen spielt und ihre Biografie quasi die Vorgeschichte zu den meisten meiner späteren Bücher darstellt. Ich möchte, dass möglichst viele Leser der anderen Bücher und Reihen die Geschichte von Auric dem Schwarzen lesen und dieses Buch auch genießen können. Derzeit sehe ich das so, dass ich die Urfassung allen, die sie lesen wollen oder lieb gewonnen haben, ebenfalls weiterhin zugänglich halten möchte.
Darüber hinaus habe ich Ideen und Planungen, die mich über Jahre beschäftigen werden. Ich will unter anderem zwei Meta-Erzählbögen schließen, einen großen … und den ganz großen. Nach dem Letzteren haben mich schon viele gefragt und jetzt – nach ein paar Sachen, die ich in „Ring der Elfen“ eingearbeitet habe – komme ich nicht mehr dran vorbei, mich dem auch wirklich zu widmen.
Viel zu tun. Auf geht’s! Labadi!
Lieber Horus, ich danke dir für diese sehr spannenden Einblicke in dein Autorendasein und wünsche dir weiterhin viele begeisterte Lesende!
#autorenvorstellung
#autoreninterview
#reihenvorstellung
#derpfaddesmagiers
13 Mai 2026
Rezension zu Amazing Alice- The great Divide von Elias Tembo
Alice Geschichte beginnt in Kassel im Jahre 2123, die Welt hat den 3. Weltkrieg erlebt, die eine Hälfte der Welt hat sich in eine virtuelle Realität zurück gezogen. Alice ist Hackerin, arbeitet für reiche Arbeitgeber und bekommt einen neuen Auftrag.
Was sich anfangs als ( für Alice) relativ einfach angeht, führt sie durch die verschiedenen Realitäten und lässt sie als eine Andere zurück, als sie vorher war.
Alice hat sich angewöhnt, bestimmte Routinen durch Liedtexte auszulösen, ist wandlungsfähig und kaum zu erwischen. Viele der Liedtexte und Filme kommen mir aus meiner Jugendzeit bekannt vor. Und so hatte ich beim Lesen meinen Spaß und war immer wieder fasziniert, wie passend der Autor diese zu den jeweiligen Situationen auswählte!
Doch während dieses Auftrags scheint ihr ihr Ziel immer einen Schritt voraus zu sein . Zu ihrem Pech stolpert sie auch noch in eine Reality Show hinein und muss sich hier um die Folgen kümmern. Nun spielt sie nicht nur mit MESSMER ein Katz- und Maus-Spiel sondern gleich mit einer großen Menge an Menschen.
Eliast Tembos Geschichte ist absolut spannend, modern und rasant! Die Charaktere bleiben geheimnisvoll, trotzdem konnte ich mich beim lesen sehr gut mit Alice identifizieren. Die Plot Twists waren atemberaubend und erschütternd, erhöhten die Spannung der Geschichte so sehr, dass ich das Buch nicht aus den Händen legen konnte und die 239 Seiten nur so dahin flogen! Ich freue mich extrem auf den 2. Teil!
Für mich ist dieses Buch, jetzt schon, eines der Jahreshighlights 2026





