Swapnix Bücherschatztruhe
03 September 2026
Willkommen in der Akademie der Jäger - Beitrag zur Blogtour zum Buch Jäger des Dunklen von Tim J. Radde
28 August 2026
Erste Vorlesestunde nach den Sommerferien
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Grüßt euch ihr Lieben! Am Donnerstag war wieder Vorlesestunde in unserer Stadt und Schulbücherei, und ich habe mich sehr auf die Kinder gefreut! Gelesen habe ich dieses Mal "Du nervst schimpft die kleine Maus" und "Die fabelhafte Geschichte von Herrn Leopold , der schweben könnte" beides Rezensionsexemplare aus dem @nordsuedverlag. Dann habe ich " Wo ist Bubu " ebenfalls ein Rezensionsexemplar, dieses Mal aus dem @verlagmonikafuchs und zum Abschluss noch " Felgob und die Monster" von @madelainepuljich gelesen. Die Bücher haben den Kindern alle gleichermaßen gefallen und ich selbst bin auch ganz begeistert von den schönen Geschichten und Illustrationen. Zwischenzeitlich waren bis zu 5 Kinder da, davon 4 die eigentlich immer kommen. Ich glaube die Kinder haben sich genauso sehr gefreut mich wieder lesen zu hören, wie ich mich gefreut habe, wieder für sie lesen zu können !
#vorlesestunde
#rezensionsexemplare
#vorlesenkommtvorLesen
26 August 2026
Rezension von "Stille Saiten" von Freddy Sicko
#Werbung
#Rezension #Rezensionsexemplar
Bewertung ⭐⭐⭐⭐⭐
Nach dem ich euch den Autor bereits durch das
Interview vorgestellt habe, möchte ich euch natürlich noch erzählen, wie mir
Stille Saiten von Freddy Sicko, gefallen hat.
Die Atmosphäre des Buches ist sehr ruhig, Martin
Weber, der Protagonist, ein Musiker, kommt nach Jahre langer Abwesenheit wieder
zurück in sein Heimatdorf im Kraichgau. Er hat nach dem Tod seines Freundes,
der nie wirklich aufgeklärt wurde, die Heimat verlassen.
Wir lernen das Dorf und die Umgebung kennen und
tauchen dabei tief in die Gedankenwelt und Erinnerungen Martins ein.
Je länger er über die Geschehnisse von damals
nachdenkt, desto mehr hat er das Gefühl da sind Unstimmigkeiten, die Ereignisse
passen nicht zusammen.
Während er zu recherchieren und in der Vergangenheit
zu graben beginnt, wächst das Misstrauen ihm gegen über immer mehr. Anscheinend
wollen die Dorfbewohner nicht an den Dingen rühren.
Mich haben die Gedankengänge Martins fasziniert, immer
wieder stellt er sich die gleichen Fragen, geht er die gleichen Wege ab und
lässt die Geschehnisse vor dem Unfall Revue passieren. Manchmal wirkt es
meditativ, monoton. Doch dadurch wurden mir die Ereignisse selbst so vertraut,
dass mir ebenfalls die Ungereimtheiten auffielen. Martin zur Seite steht seine
Frau, ruhig, nachharkend, Martin den Raum lassend, den er benötigt.
Doch zwischen durch hatte ich das Gefühl, sie sorgt
sich um ihren Mann und dessen Besessenheit. Denn diese nimmt immer mehr Raum
ein und überschattet und überragt ihre Beziehung und ihr Leben in der alten
Heimat.
Dieses Gefühl entstand bei mir durch die vielen
kleinen Blicke, Gesten und Beobachtungen, die der Autor die Ehefrau machen
lässt. Die Subtilität in Freddy Sickos Art zu Schreiben habe ich sehr genossen.
Das Ende des Buches ist sanft, offen, gibt viel Raum
zum Nachdenken und lässt die Lesenden nachdenklich zurück.
Für mich ist Stille Saiten ein sehr gelungenes Debüt
und ich würde mich über viel mehr solcher ruhigen Geschichten freuen.
Interview mit Freddy Sicko zu seinem Debüt „Stille Saiten“
Heute möchte
ich euch Freddy Sicko und seinen Regional-Krimi „Stille Saiten“
vorstellen.
Obwohl das
Buch nicht unbedingt meinem üblichen Genre entspricht, hat es mir sehr gefallen
und Spuren hinterlassen.
Swapnix: Hallo Freddy, willkommen auf meinem Blog! Bitte
stell dich den LeserInnen einmal vor. Wer bist du, was machst du, wenn du nicht
schreibst und gibt es auch Pseudonyme von dir?
Freddy: Hallo Sabrina, vielen Dank für die
Einladung!
Ich bin
Freddy Sicko, Musiker, Sänger, Gitarrist, Songwriter und seit einiger Zeit auch
Autor. Musik begleitet mich eigentlich schon mein ganzes Leben. Ich stehe
regelmäßig live auf der Bühne, schreibe und produziere eigene Songs und bin
dadurch ständig mit Geschichten, Menschen und Beobachtungen beschäftigt.
Vielleicht
war deshalb der Schritt zum Schreiben eines Romans gar nicht so groß, wie ich
zunächst dachte. Musik und Schreiben haben für mich viel gemeinsam: In beiden
Fällen geht es darum, Atmosphäre zu schaffen, Gefühle auszulösen und eine
Geschichte so zu erzählen, dass beim Gegenüber etwas hängen bleibt.
Für
verschiedene musikalische Projekte arbeite ich teilweise auch mit Künstlernamen
beziehungsweise Pseudonymen. Als Autor von „Stille Saiten“ trete ich
aber ganz bewusst unter meinem eigenen Namen Freddy Sicko auf.
Swapnix: Seit wann schreibst du und in welchen Genres und für
welche Altersgruppen schreibst du?
Freddy: Geschrieben habe ich eigentlich
schon lange – zunächst hauptsächlich Songtexte. Einen Roman zu schreiben war aber
noch einmal etwas völlig anderes. Aus einzelnen Ideen, Figuren und Szenen
entstand irgendwann „Stille Saiten“.
Ich schreibe
für erwachsene Leserinnen und Leser. „Stille Saiten“ hat zwar Elemente eines
Kriminalromans, für mich ist es aber nicht der klassische Krimi, bei dem
ausschließlich die Frage nach Täter und Tat im Mittelpunkt steht.
Mich
interessieren genauso die Menschen dahinter, ihre Vergangenheit, ihre
Beziehungen, ihre Entscheidungen und das, was lange unausgesprochen geblieben
ist.
Swapnix: Was hat dich zu deinem Kriminalroman inspiriert, und
spielt er in deiner Heimat? Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass du jeden
Meter Weg, Straße und Grund, welcher in „Stille Saiten“ vorkommt, kennst wie
deine Westentasche.
Freddy: Dieses Gefühl täuscht tatsächlich
nicht. Ein großer Teil des Romans spielt in einer Gegend, die ich seit meiner
Kindheit sehr gut kenne. Ich bin in Zaisenhausen im Kraichgau aufgewachsen, und
viele Wege, Landschaften und Orte sind mir seit Jahrzehnten vertraut.
Genau das
wollte ich beim Schreiben nutzen. Mir war wichtig, dass der Kraichgau nicht nur
eine austauschbare Kulisse ist, sondern fast selbst zu einer Figur des Romans
wird. Die Hügel, Weinberge, kleinen Straßen, Dörfer und vertrauten Wege
erzeugen eine ganz bestimmte Stimmung.
Natürlich
ist „Stille Saiten“ trotzdem ein Roman. Figuren und Handlung sind erfunden, und
auch reale Orte werden erzählerisch verändert oder miteinander verbunden. Aber
die Atmosphäre und mein Gefühl für diese Landschaft sind sehr persönlich.
Swapnix: Mit welchem deiner Charaktere kannst du dich am
ehesten identifizieren und warum? Finden sich auch Spuren deiner Persönlichkeit
in den Figuren?
Freddy: Am ehesten wohl mit Martin Weber.
Er ist natürlich keine 1:1 übernommene Version von mir, aber in ihm steckt
tatsächlich einiges aus meinem eigenen Leben.
Vor allem
seine Verbindung zur Musik, bestimmte Erfahrungen, Erinnerungen und auch manche
Gedanken über Entscheidungen, verpasste Chancen und die Frage, was im Leben
wirklich wichtig ist, haben persönliche Wurzeln.
Beim
Schreiben habe ich allerdings darauf geachtet, dass Martin trotzdem eine
eigenständige Romanfigur bleibt. Manche Dinge habe ich verändert, verdichtet
oder ganz neu erfunden. Aber gerade bei ihm verschwimmen Realität und Fiktion
sicherlich stärker als bei den meisten anderen Figuren.
Überhaupt
glaube ich, dass ein Autor immer etwas von sich selbst in seine Figuren
hineinlegt – manchmal ganz bewusst, manchmal merkt man es erst später.
Swapnix: Welche Figur war für dich am schwersten und welche am
einfachsten zu entwickeln? Woran könnte das gelegen haben?
Freddy: Am einfachsten sind
erstaunlicherweise oft die Figuren, bei denen ich sehr schnell eine Stimme im
Kopf habe. Sobald ich weiß, wie jemand denkt, spricht und auf Situationen
reagiert, beginnt eine Figur fast selbstständig zu werden.
Schwieriger
sind Figuren, deren Verhalten zunächst vielleicht widersprüchlich erscheint.
Gerade dort muss man als Autor sehr genau wissen, was sie erlebt haben und
warum sie bestimmte Entscheidungen treffen.
Bei „Stille
Saiten“ war mir besonders wichtig, dass es möglichst wenig reine
Schwarz-Weiß-Figuren gibt. Menschen tun manchmal falsche Dinge aus
nachvollziehbaren Gründen – und umgekehrt können scheinbar richtige
Entscheidungen gravierende Folgen haben.
Diese
Zwischentöne machen Figuren für mich interessant, aber natürlich auch
schwieriger zu schreiben.
Swapnix: Kannst du dir vorstellen, weitere Romane mit
Lokalkolorit zu schreiben, oder arbeitest du sogar schon daran?
Freddy: Nicht nur vorstellen – ich arbeite
bereits daran.
„Stille
Saiten“ soll nicht allein bleiben. Die Geschichte und einige ihrer Figuren
haben für mich noch längst nicht alles erzählt, und der Kraichgau bietet
unglaublich viele Orte, Geschichten und Stimmungen, die sich literarisch nutzen
lassen.
Der zweite
Roman trägt den Arbeitstitel „Die Ordnung des Schweigens“ und führt die
Geschichte weiter. Dabei möchte ich den Charakter der Reihe beibehalten:
Spannung und Geheimnisse, aber ebenso Menschen, Beziehungen, Vergangenheit und
natürlich wieder viel Atmosphäre aus der Region.
Ich merke
beim Schreiben inzwischen, dass daraus eine ganze Reihe entstehen kann. Und
darüber freue ich mich selbst wahrscheinlich genauso sehr wie hoffentlich
später die Leserinnen und Leser.
Swapnix: Lieber Freddy, ich danke dir für den spannenden
Einblick in dein Schreiben und die Entstehung von „Stille Saiten“. Möge das
Buch viele begeisterte LeserInnen finden!
Freddy: Vielen Dank, liebe Sabrina. Und
auch dir noch einmal ganz herzlichen Dank dafür, dass du dir die Zeit genommen
hast, „Stille Saiten“ so aufmerksam zu lesen und dich so intensiv mit der
Geschichte zu beschäftigen.
Gerade
Rückmeldungen von Leserinnen und Lesern sind für mich sehr wertvoll – sowohl
die Begeisterung als auch die Stellen, an denen Fragen entstehen. Genau davon
lebt ein Buch schließlich auch nach seiner Veröffentlichung weiter.
#Autorenvorstellung
#Buchvorstellung
#StilleSaiten
(Foto: Frau Steinmann-Plücker, Tamplate mit CanvaPro
bearbeitet)
20 Juli 2026
Buchvorstellung Axt & Krone- Die Saxonen-Saga Band 1 von Claudius Crönert
17 Juli 2026
Buchbesprechung zu Implex World von Niels-Johannes Günther
#Rezension
#Werbung
Im Mai dieses Jahres veröffentlichte Niels-Johannes
Günther im Self-Publishing IMPLEX WORLD. Sein Science-Fiction-Thriller malt ein
erschreckendes Bild einer komplett überwachten und ferngesteuerten
Gesellschaft.
Als Setting finden wir eine zerstörte und
wiederaufgebaute Version unserer Erde. Die meisten Menschen leben in, hunderte
Meter über der Erdoberfläche schwebenden, „Habitaten“. Wohnblocks, die kleine
Städte bilden, alle gleich aufgeteilt und austauschbar. Die Bewohner werden über
kleine Geräte am Kopf, den Implexen, gesteuert, Emotionen werden unterdrückt,
es gibt keine Streitereien und Kriege innerhalb dieser modernen Lebensräume.
Doch die kleinen Computer müssen irgendwo gebaut, die
Rohstoffe geschürft werden. Und so arbeitet die ärmere Bevölkerung, Sklaven
gleich, in Minen und riesigen Fabriken, lebt in Slums und soll noch dankbar
dafür sein.
Wir lernen John und Bahiya kennen, beide lehnen sich,
wenn auch zunächst aus unterschiedlichen Gründen, gegen das System aus
Überwachung und emotionaler Betäubung, auf. Die erste Begegnung ist Zufall,
doch sie verändert ihr Leben.
Während John nur an den Implexen und iPlexen
herumschraubt, um Emotionen während der Computer-Spiele, welche den Menschen
die Geräte einspielen, wieder fühlbar zu machen, hat sich Bahiya für den
Untergrund entschieden. Sie ist Attentäterin und versucht dem System empfindliche
Schäden zuzufügen. Durch ihren Zusammenstoß geraten beide ins Visier des
skrupellosen Überwachungsapparates und es beginnt eine Spirale aus Katz-und-Maus-Spiel,
Gewalt, Zerstörung und Tod. Und immer wieder scheint der Geheimdienst ihnen
direkt im Nacken zu sitzen oder sogar einen Schritt voraus zu sein.
Niels-Johannes Günther zeigt in seinem Thriller sehr
eindrücklich auf, wohin Überwachung, Ausbeutung und Manipulation des Denkens
und Fühlens durch eine höhere Instanz, sei es die Regierung oder seien es die
Reichen und Mächtigen, führen kann. Wir werden in Chaos, Gewalt und brutale
Kriege geschmissen. Und trotzdem können wir uns einer gewissen Faszination für
all das, was vielleicht machbar wäre, nicht entziehen.
Der Stil des Autors ist detailreich, dicht und rasant,
lässt uns als LeserInnen das Buch nicht mehr aus den Händen legen, trotz der
erschütternden und teils sehr brutalen Ereignisse, welche wir beim Lesen
durchleben.
Und am Ende lässt es uns wünschen, es möge nie so weit
kommen!
Bewertung ⭐⭐⭐⭐⭐
#SciFiThriller
#IMPLEXWORLD
#Selfpublishing
Interview mit Niels-Johannes Günther zu Implex World
Swapnix: Hallo
Niels-Johannes, wie hättest du es gern? Doppelnamen oder nur Niels? Schön, dass
du da bist, bitte stell dich doch den Lesenden vor. Wer bist du und wie viele
und was machst du, wenn du nicht schreibst?
Niels: Niels reicht völlig :-) Ich bin ein
Schriftsteller aus Stuttgart. Es fasziniert mich einfach, über die Welt und
Themen, die mich bewegen, nachzudenken und sie dann in packende Geschichten zu
verwandeln.
Wenn ich nicht schreibe, bin ich gerne in der Natur,
treffe mich mit Freunden oder der Familie, verreise, lese oder schaue Filme.
Swapnix: Seit wann
schreibst du, in welchem Genre und für wen?
Niels: Ich schreibe seit der dritten Klasse, mit
anfänglich eher kläglichen Schreibversuchen. Es gibt von mir den Gedichtband
„Worte herzgemacht“ und einen Kinder-/Jugendroman „Die Schatzfänger“. Beide im
Verlag edition federleicht erschienen. Im Mai 2026 ist mein erster Roman für
Erwachsene erschienen: „Implex World“. Darin nehme ich die Lesenden mit
auf die Erde im Jahr 2088 und eine actionreiche Suche, beziehungsweise Flucht
vor dem Staat.
Swapnix: Wie
kam die Erweiterung deines Schreibens hin zu einem dystopischen Thriller zu
Stande? Was hat dich dazu inspiriert?
Niels: Implex World ist ein Kind der
Corona-Zeit. Etwas Düsteres schien mir in der Zeit passend. Doch es ist dort ab
und zu auch sehr ausschweifende Lebensfreude vorhanden, etwas, was uns allen in
der Quarantäne ja nicht vergönnt war. Die Geschichte geht aber auf eine Idee
zurück, die schon 20 Jahre zurückliegt und an der ich immer mal wieder
vorbereitend geschrieben hatte (erst als ein originäres Drehbuch). Der Roman Implex
World ist ein Scifi-Action-Thriller. Man kann ihn auch als Cyberpunk
bezeichnen. Für mich ist es aber einfach die Geschichte des Kleinkriminellen
John, der sich Nacht für Nacht Cybergames ins Gehirn reinlädt und aufwachen
muss. Er hat noch nie gelebt und muss überhaupt erstmal ins echte Leben
reinfinden. Die weibliche
Hauptfigur ist die toughe Kenianerin Bahiya, die der
Sklaverei ihrer Kindheit entkommen ist und nun als Illegale und Terroristin in
der United World lebt. Sie hat in ihrem Leben noch nie geliebt. Was ist ein
Leben ohne die Liebe?
Wie kam ich zu dem Genre? Ich mag einfach Sciencefiction:
Star Wars, Star Trek, all die vielen Scifi-Filme: Klassiker wie „Metropolis“,
„1984“ und so weiter, oder moderne Filme wie „Matrix“ oder „Inception“… Das ist
einfach mein Genre. Ich wollte schon seit meiner Kindheit einmal selbst Sciencefiction
schreiben.
Swapnix: Worum
geht es grob in „Implex World“ und gibt es etwas, was du mit diesem Buch
transportieren möchtest (worauf du aufmerksam machen willst)?
Niels: Nachdem Johns Implex ausgefallen ist (das ist
ein Implantat am Kopf, mit dem jeder Mensch sich Cybergames direkt ins Gehirn reinladen
kann), beginnt er die heile Welt, in der er lebt, zu hinterfragen. Eher
zufällig stößt er auf die Terroristin Bahiya und sie müssen notgedrungen gemeinsame
Sache machen. Sie suchen die ominöse Widerstandsbewegung, die sich irgendwo in
den verseuchten Südterritorien versteckt halten soll. Dabei werden sie
gnadenlos gejagt von Raimond, dem Geheimdienst-Chef, dem jedes Mittel recht
ist, um die Ordnung aufrechtzuerhalten. Außerdem gibt es da noch Salvador
Cerúca, den Schöpfer des Implexes, ein mächtiger Tech-Mogul, der seine ganz eigenen
großen Pläne für die Welt hat… Und dann geht die Handlung erst richtig los.
Ich möchte mit dem Buch auf zahlreiche aktuelle Themen
aufmerksam machen: Mächtige Tech-Konzerne: Wie sehr beherrschen sie uns? Der Überwachungs-Staat,
in den auch heutige Demokratien abzudriften drohen. Das globale
Nord-Süd-Gefälle, (auch) durch die europäische Kolonialzeit. Ganz besonders aber
die weltweite Sklaverei, die heute immer noch existiert.
Swapnix: Warst
du dir während deiner Recherchen im Klaren darüber, dass es noch immer, auch
hier, Menschen gibt, die ein Sklaven-Dasein fristen? Und könntest du ein
Beispiel dafür geben?
Niels: Ja. Kevin Bales hat heutige Sklaverei schon im
Jahr 2001 für die UN untersucht und es als Buch „Die neue Sklaverei“
veröffentlicht. Ich habe das für meine Recherche vor dem Schreiben (2020)
gelesen. Er gibt dabei so grausame, reale Beispiele: Ein Mädchen (12 oder 14
Jahre), das in Thailand von seinen eigenen Eltern in ein Bordell verkauft wird,
aus großer finanzieller Not heraus, und das Nacht für Nacht bis zu 20 oder gar 30
Männern für Sex zur Verfügung stehen muss…
Männer, die tief im Regenwald in Brasilien an mehrere
Hundert Grad heißen Hochöfen Tag für Tag aus Holz Kohle herstellen müssen, als
Zwangsarbeiter. Kohle, die wir hier kaufen, um unseren Grill anzuschmeißen.
Mauretanien, in dem die Sklaverei völlig offen gelebt
wird: Sklavenhalter, die mit ihren Sklavinnen einfach so auf der Straße laufen.
Die Versklavten sind dort zu 90 % Frauen und Kinder. Der Global Slavery Index
spricht von 150 000 Sklaven dort, Menschrechts-Organisationen von fast einer
Million.
Das Schlimme ist, das wir die Augen vor der modernen
Sklaverei verschließen und sie (in unseren Köpfen) für „beendet“ erklärt haben
(nach dem Altertum oder dem transatlantischen Sklavenhandel). Fakt ist,
Sklaverei ist heute Realität für 50 Millionen Menschen auf der Erde:
Zwangsprostitution, Zwangsarbeit, Leibeigenschaft, Zwangsehe… Das ist mehr als
jemals in der Menschheitsgeschichte!
Swapnix: Wo
gibt es heute aktuell denn die meisten versklavten Menschen, in welchen
Ländern?
Niels: Die meisten Sklavinnen und Sklaven gibt es
heute in Nordkorea, neben Mauretanien in Eritrea, doch auch in vielen Ländern des Mittleren
Ostens (dort gibt es die höchste Sklaven-Dichte pro Bevölkerung), doch auch
Länder, die man nicht damit verbindet: die Türkei (1,3 Mio. Sklaven laut ILO) oder
Russland (1,8 Mio.), außerdem Tadschikistan und Afghanistan. Hinzukommen
die großen Schwellenländer wie China (geschätzt 5 Mio.) und Indien (11 Mio.).
Doch auch in Europa, in den USA, schlicht in allen
Ländern der Erde, gibt es Fälle von Sklaverei. Und: Gerade hier im wohlhabenden
Westen kaufen wir Produkte (Kaffee, Schokolade, Kleidung usw.), die auch von
Sklaven produziert werden. Als Konsumenten haben wir eine Mitverantwortung.
Und besonders erschreckend ist, dass nach ILO die Zahl
der weltweit versklavten Menschen von 2016 bis 2021 (in nur 5 Jahren) um 10 Millionen
Menschen gestiegen ist!
Es ist wichtig, dass wir uns der Sklaverei wieder
bewusst sind, dass wir uns informieren, vernetzen und über Menschenrechtsorganisationen
engagieren.
Swapnix: Zurück
zu deinem Roman. Dort findet die Kontrolle technologisch statt. Glaubst
du, es wird tatsächlich in eher näherer Zukunft möglich sein, dass wir Menschen
über kleine Geräte dermaßen manipulieren können?
Niels: Heute ist das noch Sciencefiction. Ich hoffe
nicht. Aber Ansätze für Gehirn-Computer-Schnittstellen gibt es bereits.
Neuralink von Elon Musk entwickelt eine BCI, ein Implantat im Gehirn, mit dem
der Nutzer gelähmte Körperregionen wieder steuern kann. Ich denke, im Bereich
von Gehirn-Schnittstellen oder Implantaten wird sich in den nächsten 10 Jahren viel
tun. Und bis zum Romangeschehen von „Implex World“ sind es ja noch 60
Jahre…
Die technologische Entwicklung geht immer schneller,
das Handy war in den Neunzigerjahren noch ein Knochen, heute sind unsere Smartphones
tragbare Mini-Computer, die uns als externes Gedächtnis oder Spielekonsole
dienen. Wie abhängig sind wir davon schon heute? Und wenn sich unsere Handys eines
Tages in Implexe verwandeln, die wir an unser Gehirn anschließen können, würden
wir es tun?
Swapnix: Wird die
Möglichkeit bestehen, dich auf Messen/Events zu treffen bzw. lesen zu hören?
Niels: Im Herbst 2026 wird es in Stuttgart „im Kiosk“
eine große Lesung geben. Der Kiosk ist ein kleiner, non-kommerzieller
Veranstaltungsort für Kunst/Kultur/Austausch im Stuttgarter Westen.
Für nächstes Jahr plane ich mit meinem Roman „Implex
World“ einen Messestand auf der noch relativ neuen Stuttgarter Buchmesse
(bislang in der Schwabenlandhalle in Fellbach).
Für alle anderen: Schaut auf meinem Insta-Account, auf
TikTok oder YouTube vorbei, da gibt es regelmäßig Videos und Fotos rund ums
Schreiben und über meine Romane :-)
Swapnix: Nun
bin ich natürlich neugierig, hast du schon ein neues Projekt, an welchem du
schreibst, und wird es für jugendliche oder erwachsene LeserInnen sein?
Niels: Ich denke, jeder Schriftsteller hat immer
irgendein oder auch mehrere Projekte. Aber es ist zum fertigen Buch oft ein weiter
und steiniger Weg. Lange werden nur Ideen gesammelt oder es wird nur über
Themen recherchiert, die reinkommen sollen. Jeder Roman ist immer ein Wagnis.
Man weiß nie, ob man da auch am Ziel ankommt. Deshalb kann ich nicht über Dinge
reden, die noch nicht fertig sind.
So viel sei aber schon verraten: Es gibt ein Projekt
für Erwachsene, Sciencefiction, mehr Richtung Fantasy, das schon in der ersten
Fassung fertig ist, erscheinen wird es aber erst 2028. Für nächstes Jahr sind
als Veröffentlichungen erstmal noch das E-Book und auch das Hörbuch von „Implex
World“ geplant. Im Herbst dieses Jahres möchte ich außerdem einen
Romanschreib-Kurs aufbauen. Also vieles, auf das man sich freuen kann!
Swapnix: Lieber
Niels, ich danke dir für dieses spannende Interview und wünsche „Implex World“
noch sehr viele begeisterte LeserInnen!
Niels: Tausend Dank! Ich hoffe, ich konnte deine FollowerInnen
unterhalten und ihnen spannende Einblicke geben.
#Autorenvorstellung
#Buchvorstellung
#implexworld
#Selfpublishing
(Quelle Foto:
Niels-Johannes Günther, bearbeitet mit Canva Pro)







