Swapnix Bücherschatztruhe
04 September 2026
Buchvorstellung: Prinzessin Floradora-Verflixt,verwünscht und voll verflucht von Maja Ilisch, erschienen im Arena Verlag Kids
Interview mit Maja Ilisch zu ihrem neuesten Buch Prinzessin Floradora
Grüßt euch ihr Lieben, heute möchte ich euch Maja
Ilisch und ihr neuestes Jugendbuch „Prinzessin Floradora- verflixt, verwünscht
und voll verflucht“ vorstellen.
Ich traf Maja in Kassel persönlich, auf der Verleihung
des Vielfalter Preises, welcher im Literatur Haus Kassel, verliehen wurde. Sie
gewann den Preis mit ihrer Buchidee, welcher eine Veröffentlichung im Arena
Kinderbuch Verlag beinhaltete.
Heute darf ich Maja zu ihrem Weg von der Idee zum Buch
einige Fragen stellen.
Swapnix: Liebe Maja, ich
gratuliere dir noch einmal, zu deinem Gewinn, die Idee klang so außergewöhnlich
und nun bin ich sehr gespannt auf das Buch.
Doch zunächst stelle dich doch bitte erst einmal vor.
Wer bist du, was machst du, wenn du nicht schreibst und schreibst du auch unter
Pseudonym?
Maja: Ich heiße Maja Ilisch,
bin Anfang fünfzig und lebe in der Gegend von Aachen. Die letzten fünfzehn Jahre
über war ich ausschließlich freie Autorin und habe phantastische Literatur für
Kinder und Erwachsene veröffentlicht. Weil es aber doch sehr schwer ist, vom
Schreiben leben zu wollen, bin ich Anfang dieses Jahres in meinen ursprünglichen
Beruf zurückgekehrt und arbeite jetzt als Bibliothekarin in einer kleinen
Stadtbücherei, was mir großen Spaß macht, weil die Aufgaben da so vielseitig
sind. Seitdem bleibt mir natürlich weniger Zeit zum Schreiben, was erstmal eine
große Umstellung für mich war, aber langsam bekomme ich das wieder auf die Reihe.
Und inzwischen kann ich sogar wieder meinen Hobbys nachgehen: Ich mache Musik, male
mit Aquarellfarben und zocke leidenschaftlich am PC oder im Pen’n’Paper-Rollenspiel.
Ein Pseudonym benutze ich nicht, obwohl ich in so vielen
verschiedenen Altersgruppen und Sub-Genres unterwegs bin – das hat sich irgendwie
nie ergeben, und auch wenn ich das nicht kategorisch ausschließen will, bin ich
doch froh, alle meine Bücher unter einem Dach zu haben.
Swapnix: Wie bist du zum
Schreiben gekommen und in welchen Genre und Altersgruppen fühlst du dich
literarisch zu Hause?
Maja: Ich habe
eigentlich schon immer Geschichten erfunden, und als ich dann schreiben gelernt
habe, war es die logische Schlussfolgerung, die auch aufzuschreiben. Nicht,
dass ich damals irgendeine Geschichte fertigbekommen hätte, aber das hat mich
nicht davon abgehalten, ein neues Buch nach dem anderen anzufangen! Erst als
Jugendliche habe ich kürzere Geschichten fertiggestellt, und es hat bis zum Ende
meines Studiums gedauert, bis ich endlich meinen ersten Roman fertigbekommen habe.
Aber geschrieben habe ich eigentlich immer.
Nachdem meine zahlreichen Versuche, Krimis zu schreiben,
krachend daran gescheitert sind, dass ich zwar das perfekte Verbrechen konstruieren,
aber nicht aufklären konnte, bin ich in meinem anderen Lieblingsgerne, der Fantasyliteratur
mit all ihren Facetten, hängengeblieben. Für Erwachsene habe ich Gaslicht-Mysteryromane
geschrieben, die für meine Verhältnisse erstaunlich romantisch ausgefallen
sind, und eine High Fantasy-Trilogie, der leider weder großer Erfolg noch lange
Lebenszeit auf dem Buchmarkt vergönnt waren.
Gerade als da vom Verlag die Nachricht kam, dass die
Reihe vergriffen gemeldet wird, kam postwendend von einem tollen Jugendbuchverlag
die Zusage für mein erstes Kinderbuch, und seitdem habe ich vor allem Bücher für
Menschen ab zehn veröffentlicht. Aber ich habe noch ganz viel in der Schublade,
Bücher für ältere Jugendliche, ausgefallene Phantastik für Erwachsene, bis hin
zu einem epischen Achtbänder, an dem ich seit über 25 Jahren schreibe und
immerhin schon im sechsten Band angekommen bin.
Meine Bücher sind alle ein bisschen besonders, wobei
ich auf die Harte Tour lernen musste, dass wenn eine Lektorin beim Manuskriptprüfen
sagt: „Das ist so ein besonderes Buch!“, das einem Todesurteil gleichkommt und
so viel bedeutet wie „völlig unverkäuflich“. Ich schreibe das trotzdem, weil
ich genau diese Geschichten liebe und ich finde, es ist immer auch ein Plätzchen
für das Besondere da. Da kann ich Anspruch mit meiner persönlichen Schrägheit
kombinieren und mich freuen, wenn die Bücher dann bei Menschen landen, die nach
genau dieser anspruchsvollen Schrägheit gesucht haben. Und dass immer noch Verlage
Bücher von und mit mir machen wollen, lässt mich hoffen.
Swapnix: Worum
geht es in Prinzessin Floradora, was ist das Besondere an dieser
Geschichte und wie kamst du auf die Idee
zu ihr?
Maja: Ursprünglich, so
um 2010 herum, wollte ich meiner Mutter ein Märchen zum Geburtstag schenken,
und habe die Geschichte von der gehörnten Prinzessin angefangen. Und ich hatte
auch durchaus Spaß daran – ich wollte so viele Märchen wie möglich liebevoll durch
den Kakao ziehen und zu etwas ganz Neuem verquirlen. Nur bin ich über die
ersten paar Kapitel nicht hinausgekommen, und das Buch ist über zehn Jahre lang
liegengeblieben. Erst als „Unten“ erschienen ist, mein erstes Kinderbuch, und
ich überlegt habe, was ich als Nachfolger schreiben kann, ist mir wieder mein gehörntes
Märchen in den Sinn gekommen. Ich habe es nochmal neu aufgezogen, weil ich in
der Zwischenzeit so viel dazugelernt hatte, und dann in einem Rutsch runtergeschrieben.
Es geht in dem Buch um die liebreizende Prinzessin
Floradora, der die böse Fee ein Paar Widderhörner angeflucht hat. Eigentlich
ganz praktisch, findet Floradora, zum Beispiel, um eine Tür einzurennen – ihre königlichen
Eltern sehen das aber ganz anders, befinden, dass niemand mehr die entstellte
Tochter zu Gesicht bekommen darf, und schicken sie auf Anraten der guten Fee
bis zum Erreichen des heiratsfähigen Alters, wo sie dann mit der Macht der
Wahren Liebe erlöst werden kann, ins Dunkelwald-Internat, während eine mechanische
Puppe derweil das Winken auf dem Balkon übernehmen soll. Nur ist Floradora da
nicht das einzige verfluchte Königskind, im Gegenteil: Tatsächlich ist die
ganze Schule voll mit verfluchten Kindern. Und als sie mit Hilfe von unerwarteter
Seite aus dem Internat fliehen können, müssen sie sich auch fragen, ob das, was
sie bislang über die gute und die böse Fee alles so gehört haben, überhaupt der
Wahrheit entspricht …
Für die Szenen in dem kalten, grauen Internat habe ich
auf meine eigenen Erfahrungen zurückgegriffen: Ich war 1985 als Kind wegen
meiner Neurodermitis in Kur auf Borkum und habe vieles, das in den Studien über
die Verschickungskinder ans Tageslicht gekommen ist, am eigenen Leib erleben dürfen.
Vor allem, dass mich an meinem zehnten Geburtstag noch nicht mal meine Eltern
anrufen durften, hat mich nachhaltig fertiggemacht. Aber in diesem Buch habe konnte
ich die bitteren Erlebnisse überspitzt und mit einer Prise Humor aufarbeiten, hinreichend
abstrahiert, dass es nicht mehr wehgetan hat, und alles in allem ist das doch
ein verflixt witziger Roman geworden, voller Wortwitz, aber eben auch mit
Tiefgang.
Swapnix: Gibt es eine
Botschaft, welche du mit diesem Buch transportieren möchtest? Und war dieser
dann auch der Grund, weshalb du die Geschichte für den Vielfalter Preis
eingereicht hast?
Maja: Eine Botschaft hat
das Buch tatsächlich – mehrere sogar! Die für mich Wichtigste ist, dass nicht
jeder vermeintliche Fluch auch gebrochen werden muss. Ich bin mit Kinderbuchklassikern
wie „Heidi“ oder „Der geheime Garten“ aufgewachsen, in denen Kinder mit
Behinderungen, so sie denn überhaupt vorkamen, im Verlauf der Handlung geheilt
werden mussten, Gelähmte das Laufen lernen und so. Dass fand ich damals schon dermaßen
verlogen, dass ich schon ganz früh etwas schreiben wollte, in dem jemand mit
Behinderung Hürden überwindet, ohne dabei eine wundersame Heilung zu erfahren,
und am Schluss trotzdem stärker als vorher dasteht. „Prinzessin Floradora“ ist
also nicht die erste Geschichte, in der ich diese Botschaft übermitteln will –
aber die erste, die auch einen Verlag gefunden hat.
Das Lustige mit dem Vielfalter Literaturpreis ist,
dass ich nicht mal wusste, dass ich teilgenommen habe, bis die Shortlist
veröffentlicht wurde. Meine tolle Agentin hat das Buch da eingereicht, ohne mir
Bescheid zu geben, um mich im Zweifelsfall positiv zu überraschen, und hätte
ich nichts gewonnen, wäre ich nicht enttäuscht worden, weil ich nie davon
erfahren hätte. Leider war es nämlich so, dass meine inzwischen langjährige
Kinderbuchlektorin nicht so überzeugt war von dem Buch und lieber etwas anderes
mit mir machen wollte – das ist dann das philosophische Buch „Die vierte Wand“ geworden,
und meine gehörnte Prinzessin landete erst in der Schublade und dann beim Vielfalter.
Dass ich den dann tatsächlich gewonnen habe und
dadurch beim Arena Verlag gelandet bin, habe ich erstmal selbst gar nicht
fassen können. Der Tag in Kassel hat für mich in der Notaufnahme begonnen,
nachdem mein Mann in unserer Unterkunft die Treppe runtergefallen und sich übel
den Fuß verletzt hatte, und ich habe den Tag damit verbracht, von einem emotionalen
Extrem ins nächste zu schwanken. Erst irgendwann am nächsten Tag habe ich das
dann langsam realisieren können. Deswegen habe ich auch auf der Bühne gestanden
wie ein aufgescheuchtes Huhn und am ganzen Körper gezittert vor Aufregung – normalerweise
bin ich eine souveräne Rampensau, aber normalerweise gewinne ich auch keine Literaturpreise.
Swapnix: Dein
Buch wurde wunderschön durch Laura Rosedorfer illustriert, wie kann ich mir die
Zusammenarbeit vorstellen? Wusstest du vorher welche Szenen du illustriert
haben wolltest und wolltest du bestimmte dinge besonders hervorgehoben haben,
auf den Bildern?
Maja: Die Illustrationen hat Laura Rosendorfer im
Alleingang gemacht, nachdem sie vom Verlag beauftragt worden ist, und ich könnte
nicht glücklicher sein damit, wie sie mein Buch umgesetzt hat. Da sind so viele
kleine Details aus meinem Buch umgesetzt worden – ich habe das Cover bekommen
und konnte mich nicht sattsehen daran, und dann habe ich händeringend auf meine
Korrekturfahnen gewartet, wo ich dann erstmals die Innenillustrationen gesehen
habe.
Beim Cover hatte ich einen winzigen Änderungsvorschlag:
Da gibt es eine Szene, in der die Kinder in Mäuse verwandelt werden, und ich
hatte dann angeregt, dass zwei Mäuse auf dem Cover die Farben tauschen, weil
Prinzessin Violola mit dem Rehgeweih Schwarz ist und ich fand, dass dann die dunkelgraue
Maus besser zu ihr passt als die hellgraue. Aber das war alles, den Rest hat
sie komplett in Eigenregie umgesetzt.
Tatsächlich war auch Laura Rosendorfer letztes Jahr beim
Vielfalter dabei – sie war als Illustratorin von „Als Ela das All eroberte“ nominiert
in der Bilderbuch-Kategorie. Und wahrscheinlich bin ich ihr auch auf der Preisverleihung
begegnet, aber an dem Tag war ich dermaßen durch den Wind, und es waren so
viele Leute da, dass ich das nicht mehr so genau sagen kann.
Swapnix: Was
würdest du dir für dein neues Buch wünschen?
Maja: Als allererstes wünsche
ich dem Buch Erfolg. Ich bin niemand, der die gewaltigen Bestseller landet, ich
bin froh, wenn ich meinen Vorschuss einspiele, und mit jedem neuen Buch geht
das Bibbern los, ob es wohl gut genug ankommt.
Gerade bei diesem Buch, mit dem ich Menschen erreichen
und bewegen will, ist mir das nochmal so wichtig. Es geht darum, den Kindern
eine Stimme zu geben und auch um das Thema Identität, das mir persönlich sehr
wichtig ist. Da habe ich, in einer Nebenrolle, die Prinzessin Valisandra, die transgender
ist – ich bin selbst im Trans-Spektrum, und ich wollte eine Figur einbauen, die
einfach so, wie sie ist, akzeptiert wird. Und an der Stelle habe ich jetzt tatsächlich
Angst, dass sich an dieser Figur die Leute hochziehen werden, gerade weil ich
da kein großes Ding draus gemacht habe und Valisandra einfach sie selbst sein
lasse – ihr Problem ist nicht ihr Gender, sondern dass ihr die böse Fee ein paar
Eselsohren angeflucht hat.
Ich hoffe auch, dass Kinder (oder gerne auch
Erwachsene), die selbst von einem vermeintlichen Makel, einer Behinderung oder anderen
Einschränkungen betroffen sind, die Geschichte lesen und sich selbst darin
wiederfinden – vor allem in der Tatsache, dass sie nicht repariert gehören, sondern
so, wie sie sind, Respekt und Anerkennung verdienen.
Swapnix: Abschließend
würde ich dich bitten, ein paar Worte zur aktuellen Lage auf dem Buchmarkt zu
sagen. Was sind Kritikpunkte, was läuft deiner Meinung nach Gut und was würdest
du dir für die Zukunft wünschen?
Maja:
Ich habe das Gefühl, wir befinden uns da gerade an
einem Kipppunkt und sind schon dabei, in die falsche Richtung abzurutschen. Da
kommt gerade so viel zusammen – angefangen mit KI-Slop, der insbesondere im
Kinderbuch den Markt flutet und, das ist das eigentlich Erschreckende, auch
gekauft wird. Ich nutze kaum noch soziale Medien, weil meine Timeline mit
entsprechenden Buchanzeigen zugemüllt wird und ich das wirklich nicht mehr sehen
mag – lieb- und lebloser Dreck mit austauschbaren Titeln und Covern, für den, neben
zahlreichen anderen, auch meine eigenen Bücher piratisiert und ausgeschlachtet worden
sind.
Ein weiterer Trend, den ich im Jugendbuch gerade in
der Stadtbücherei sehr deutlich sehe, ist, dass sich das, was gelesen wird, zunehmend
auf eine Handvoll endlose Reihen konzentriert. Das sind nicht per se schlechte
Bücher, da ist gutes wie weniger Gutes dabei, aber wer versucht, eine Geschichte
in einem oder zwei Bänden zu erzählen, hat es zunehmend schwerer, dafür einen
Markt zu finden. Die Verlage pushen ihre Reihen natürlich entsprechend, sie wären
wahrscheinlich blöd wenn nicht, und damit können sie es sich leisten, dann auch
Bücher wie meine zu machen – aber wenn selbst in der Bücherei, wo die Kinder
keiner Werbung ausgesetzt sind und die volle Auswahl haben, gefühlt neunzig
Prozent der Ausleihen auf die immergleichen Reihen entfallen, dann sehe ich
doch ein bisschen schwarz für die Zukunft der literarischen Vielfalt auf dem Buchmarkt.
Natürlich, eine Reihe verspricht Sicherheit: Man muss
sich nicht auf neue Figuren oder Geschichten einlassen, sondern bekommt genau
das, womit man rechnet. Und ich sehe da bei den Kindern ein gesteigertes
Bedürfnis nach Sicherheit in einer Welt, die vor ihren Augen auseinander bricht,
und dann kann ich verstehen, warum diese Reihen so erfolgreich sind. Aber
persönlich wünsche ich mir auf Seiten der Leser:innen ein bisschen mehr
Wagemut, auch mal über den Tellerrand zu blicken und, es kann ja ruhig
innerhalb des Lieblingsgenres sein, auch mal was anderes zu lesen. Denn wenn
sich wirklich nur noch die Reihentitel verkaufen, werden die Verlage da früher
oder später ihre Konsequenzen draus ziehen.
Wenn ich die Wahl habe, entweder gar nichts mehr zu veröffentlichen
oder auf Jahre nur noch Floradora-Bände zu schreiben … Ich liebe mein Märchen,
ich will gern eine Fortsetzung dazu schreiben oder vielleicht auch zwei, aber
ich habe noch so viele andere Geschichten, die ich erzählen will, und nur so-und-so-viel
Zeit, das zu tun, gerade weil ich nebenbei auch noch Geld verdienen muss. Insofern
ist das eine Entwicklung, die ich mit großer Sorge sehe.
Dass dazu auch noch die Lesefähigkeit der Kinder
stetig nachlässt, dass der aktuellen IGLU-Studie zufolge jedes vierte Kind beim
Ende der Grundschule nicht sinnentnehmend lesen kann, ist noch so ein
besorgniserregender Aspekt. Das ist einer der Punkte, an denen ich gerade in
meiner Arbeit als Bibliothekarin arbeite: Leseförderung, Medienkompetenz, Freude
an Geschichten zurückbringen … Da wird zurzeit viel versucht, in Schulen und
bei den außerschulischen Einrichtungen wie Bibliotheken, aber viele Eltern ziehen
da einfach nicht mit, lesen selbst ihren Kindergartenkindern nicht mehr vor, und
es fühlt sich ein bisschen an, als würde man gegen Windmühlen rennen.
Also, viele offene Baustellen, viele erschreckende
Trends – wir werden sehen, wo uns das hinführt, und wo ich selbst in ein paar
Jahren beruflich stehen werde.
Swapnix: Liebe
Maja, ich danke dir sehr herzlich für diesen spannenden Einblick in dein
Schreiben und die Entstehung deines neuesten Buches! Möge Floradora und ihre
Bande viele Lesende begeistern!
Maja: Ich habe zu
danken! Ich folge deinem Blog jetzt seit so vielen Jahren, mit dem Interview
geht ein echter Herzenswunsch in Erfüllung. Danke für dein Engagement – per Blog,
Social Media, und natürlich auch in der Bücherei!
#Buchvorstellung
#Buchrelease
#Vielfalterpreis
(Quelle Fotos: @sabrinakriwo )
03 September 2026
Willkommen in der Akademie der Jäger - Beitrag zur Blogtour zum Buch Jäger des Dunklen von Tim J. Radde
28 August 2026
Erste Vorlesestunde nach den Sommerferien
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Grüßt euch ihr Lieben! Am Donnerstag war wieder Vorlesestunde in unserer Stadt und Schulbücherei, und ich habe mich sehr auf die Kinder gefreut! Gelesen habe ich dieses Mal "Du nervst schimpft die kleine Maus" und "Die fabelhafte Geschichte von Herrn Leopold , der schweben könnte" beides Rezensionsexemplare aus dem @nordsuedverlag. Dann habe ich " Wo ist Bubu " ebenfalls ein Rezensionsexemplar, dieses Mal aus dem @verlagmonikafuchs und zum Abschluss noch " Felgob und die Monster" von @madelainepuljich gelesen. Die Bücher haben den Kindern alle gleichermaßen gefallen und ich selbst bin auch ganz begeistert von den schönen Geschichten und Illustrationen. Zwischenzeitlich waren bis zu 5 Kinder da, davon 4 die eigentlich immer kommen. Ich glaube die Kinder haben sich genauso sehr gefreut mich wieder lesen zu hören, wie ich mich gefreut habe, wieder für sie lesen zu können !
#vorlesestunde
#rezensionsexemplare
#vorlesenkommtvorLesen
26 August 2026
Rezension von "Stille Saiten" von Freddy Sicko
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#Rezension #Rezensionsexemplar
Bewertung ⭐⭐⭐⭐⭐
Nach dem ich euch den Autor bereits durch das
Interview vorgestellt habe, möchte ich euch natürlich noch erzählen, wie mir
Stille Saiten von Freddy Sicko, gefallen hat.
Die Atmosphäre des Buches ist sehr ruhig, Martin
Weber, der Protagonist, ein Musiker, kommt nach Jahre langer Abwesenheit wieder
zurück in sein Heimatdorf im Kraichgau. Er hat nach dem Tod seines Freundes,
der nie wirklich aufgeklärt wurde, die Heimat verlassen.
Wir lernen das Dorf und die Umgebung kennen und
tauchen dabei tief in die Gedankenwelt und Erinnerungen Martins ein.
Je länger er über die Geschehnisse von damals
nachdenkt, desto mehr hat er das Gefühl da sind Unstimmigkeiten, die Ereignisse
passen nicht zusammen.
Während er zu recherchieren und in der Vergangenheit
zu graben beginnt, wächst das Misstrauen ihm gegen über immer mehr. Anscheinend
wollen die Dorfbewohner nicht an den Dingen rühren.
Mich haben die Gedankengänge Martins fasziniert, immer
wieder stellt er sich die gleichen Fragen, geht er die gleichen Wege ab und
lässt die Geschehnisse vor dem Unfall Revue passieren. Manchmal wirkt es
meditativ, monoton. Doch dadurch wurden mir die Ereignisse selbst so vertraut,
dass mir ebenfalls die Ungereimtheiten auffielen. Martin zur Seite steht seine
Frau, ruhig, nachharkend, Martin den Raum lassend, den er benötigt.
Doch zwischen durch hatte ich das Gefühl, sie sorgt
sich um ihren Mann und dessen Besessenheit. Denn diese nimmt immer mehr Raum
ein und überschattet und überragt ihre Beziehung und ihr Leben in der alten
Heimat.
Dieses Gefühl entstand bei mir durch die vielen
kleinen Blicke, Gesten und Beobachtungen, die der Autor die Ehefrau machen
lässt. Die Subtilität in Freddy Sickos Art zu Schreiben habe ich sehr genossen.
Das Ende des Buches ist sanft, offen, gibt viel Raum
zum Nachdenken und lässt die Lesenden nachdenklich zurück.
Für mich ist Stille Saiten ein sehr gelungenes Debüt
und ich würde mich über viel mehr solcher ruhigen Geschichten freuen.
Interview mit Freddy Sicko zu seinem Debüt „Stille Saiten“
Heute möchte
ich euch Freddy Sicko und seinen Regional-Krimi „Stille Saiten“
vorstellen.
Obwohl das
Buch nicht unbedingt meinem üblichen Genre entspricht, hat es mir sehr gefallen
und Spuren hinterlassen.
Swapnix: Hallo Freddy, willkommen auf meinem Blog! Bitte
stell dich den LeserInnen einmal vor. Wer bist du, was machst du, wenn du nicht
schreibst und gibt es auch Pseudonyme von dir?
Freddy: Hallo Sabrina, vielen Dank für die
Einladung!
Ich bin
Freddy Sicko, Musiker, Sänger, Gitarrist, Songwriter und seit einiger Zeit auch
Autor. Musik begleitet mich eigentlich schon mein ganzes Leben. Ich stehe
regelmäßig live auf der Bühne, schreibe und produziere eigene Songs und bin
dadurch ständig mit Geschichten, Menschen und Beobachtungen beschäftigt.
Vielleicht
war deshalb der Schritt zum Schreiben eines Romans gar nicht so groß, wie ich
zunächst dachte. Musik und Schreiben haben für mich viel gemeinsam: In beiden
Fällen geht es darum, Atmosphäre zu schaffen, Gefühle auszulösen und eine
Geschichte so zu erzählen, dass beim Gegenüber etwas hängen bleibt.
Für
verschiedene musikalische Projekte arbeite ich teilweise auch mit Künstlernamen
beziehungsweise Pseudonymen. Als Autor von „Stille Saiten“ trete ich
aber ganz bewusst unter meinem eigenen Namen Freddy Sicko auf.
Swapnix: Seit wann schreibst du und in welchen Genres und für
welche Altersgruppen schreibst du?
Freddy: Geschrieben habe ich eigentlich
schon lange – zunächst hauptsächlich Songtexte. Einen Roman zu schreiben war aber
noch einmal etwas völlig anderes. Aus einzelnen Ideen, Figuren und Szenen
entstand irgendwann „Stille Saiten“.
Ich schreibe
für erwachsene Leserinnen und Leser. „Stille Saiten“ hat zwar Elemente eines
Kriminalromans, für mich ist es aber nicht der klassische Krimi, bei dem
ausschließlich die Frage nach Täter und Tat im Mittelpunkt steht.
Mich
interessieren genauso die Menschen dahinter, ihre Vergangenheit, ihre
Beziehungen, ihre Entscheidungen und das, was lange unausgesprochen geblieben
ist.
Swapnix: Was hat dich zu deinem Kriminalroman inspiriert, und
spielt er in deiner Heimat? Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass du jeden
Meter Weg, Straße und Grund, welcher in „Stille Saiten“ vorkommt, kennst wie
deine Westentasche.
Freddy: Dieses Gefühl täuscht tatsächlich
nicht. Ein großer Teil des Romans spielt in einer Gegend, die ich seit meiner
Kindheit sehr gut kenne. Ich bin in Zaisenhausen im Kraichgau aufgewachsen, und
viele Wege, Landschaften und Orte sind mir seit Jahrzehnten vertraut.
Genau das
wollte ich beim Schreiben nutzen. Mir war wichtig, dass der Kraichgau nicht nur
eine austauschbare Kulisse ist, sondern fast selbst zu einer Figur des Romans
wird. Die Hügel, Weinberge, kleinen Straßen, Dörfer und vertrauten Wege
erzeugen eine ganz bestimmte Stimmung.
Natürlich
ist „Stille Saiten“ trotzdem ein Roman. Figuren und Handlung sind erfunden, und
auch reale Orte werden erzählerisch verändert oder miteinander verbunden. Aber
die Atmosphäre und mein Gefühl für diese Landschaft sind sehr persönlich.
Swapnix: Mit welchem deiner Charaktere kannst du dich am
ehesten identifizieren und warum? Finden sich auch Spuren deiner Persönlichkeit
in den Figuren?
Freddy: Am ehesten wohl mit Martin Weber.
Er ist natürlich keine 1:1 übernommene Version von mir, aber in ihm steckt
tatsächlich einiges aus meinem eigenen Leben.
Vor allem
seine Verbindung zur Musik, bestimmte Erfahrungen, Erinnerungen und auch manche
Gedanken über Entscheidungen, verpasste Chancen und die Frage, was im Leben
wirklich wichtig ist, haben persönliche Wurzeln.
Beim
Schreiben habe ich allerdings darauf geachtet, dass Martin trotzdem eine
eigenständige Romanfigur bleibt. Manche Dinge habe ich verändert, verdichtet
oder ganz neu erfunden. Aber gerade bei ihm verschwimmen Realität und Fiktion
sicherlich stärker als bei den meisten anderen Figuren.
Überhaupt
glaube ich, dass ein Autor immer etwas von sich selbst in seine Figuren
hineinlegt – manchmal ganz bewusst, manchmal merkt man es erst später.
Swapnix: Welche Figur war für dich am schwersten und welche am
einfachsten zu entwickeln? Woran könnte das gelegen haben?
Freddy: Am einfachsten sind
erstaunlicherweise oft die Figuren, bei denen ich sehr schnell eine Stimme im
Kopf habe. Sobald ich weiß, wie jemand denkt, spricht und auf Situationen
reagiert, beginnt eine Figur fast selbstständig zu werden.
Schwieriger
sind Figuren, deren Verhalten zunächst vielleicht widersprüchlich erscheint.
Gerade dort muss man als Autor sehr genau wissen, was sie erlebt haben und
warum sie bestimmte Entscheidungen treffen.
Bei „Stille
Saiten“ war mir besonders wichtig, dass es möglichst wenig reine
Schwarz-Weiß-Figuren gibt. Menschen tun manchmal falsche Dinge aus
nachvollziehbaren Gründen – und umgekehrt können scheinbar richtige
Entscheidungen gravierende Folgen haben.
Diese
Zwischentöne machen Figuren für mich interessant, aber natürlich auch
schwieriger zu schreiben.
Swapnix: Kannst du dir vorstellen, weitere Romane mit
Lokalkolorit zu schreiben, oder arbeitest du sogar schon daran?
Freddy: Nicht nur vorstellen – ich arbeite
bereits daran.
„Stille
Saiten“ soll nicht allein bleiben. Die Geschichte und einige ihrer Figuren
haben für mich noch längst nicht alles erzählt, und der Kraichgau bietet
unglaublich viele Orte, Geschichten und Stimmungen, die sich literarisch nutzen
lassen.
Der zweite
Roman trägt den Arbeitstitel „Die Ordnung des Schweigens“ und führt die
Geschichte weiter. Dabei möchte ich den Charakter der Reihe beibehalten:
Spannung und Geheimnisse, aber ebenso Menschen, Beziehungen, Vergangenheit und
natürlich wieder viel Atmosphäre aus der Region.
Ich merke
beim Schreiben inzwischen, dass daraus eine ganze Reihe entstehen kann. Und
darüber freue ich mich selbst wahrscheinlich genauso sehr wie hoffentlich
später die Leserinnen und Leser.
Swapnix: Lieber Freddy, ich danke dir für den spannenden
Einblick in dein Schreiben und die Entstehung von „Stille Saiten“. Möge das
Buch viele begeisterte LeserInnen finden!
Freddy: Vielen Dank, liebe Sabrina. Und
auch dir noch einmal ganz herzlichen Dank dafür, dass du dir die Zeit genommen
hast, „Stille Saiten“ so aufmerksam zu lesen und dich so intensiv mit der
Geschichte zu beschäftigen.
Gerade
Rückmeldungen von Leserinnen und Lesern sind für mich sehr wertvoll – sowohl
die Begeisterung als auch die Stellen, an denen Fragen entstehen. Genau davon
lebt ein Buch schließlich auch nach seiner Veröffentlichung weiter.
#Autorenvorstellung
#Buchvorstellung
#StilleSaiten
(Foto: Frau Steinmann-Plücker, Tamplate mit CanvaPro
bearbeitet)
20 Juli 2026
Buchvorstellung Axt & Krone- Die Saxonen-Saga Band 1 von Claudius Crönert







