29 September 2026

Interview mit Evelyne Aschwanden


 

  


 

Heute möchte ich euch Evelyne Aschwanden vorstellen, eine Autorin auf die ich durch Instagram aufmerksam wurde. Vor allem wegen ihrer tollen (Dark) Fantasy Bücher und dem Bereich Märchenadaptionen.

Zum morgigen Release von Taming The Beast hatte ich die Gelegenheit, endlich mit ihr ins Gespräch zu kommen.

 

Swapnix: Hallo Evelyne, wie schön, dass du da bist, bitte stelle dich meinen LeserInnen einmal vor. Wer bist du und was machst du, wenn du nicht gerade Bücher schreibst?

Evelyne: Hallo zusammen, mein Name ist Evelyne Aschwanden und ich veröffentliche seit 2017 sapphic Fantasybücher im Selfpublishing. Wenn ich nicht gerade schreibe, lese ich natürlich viel, reise, zocke und spiele gern D&D mit meinen Freund:innen.

 

Swapnix: Wie bist du zum Schreiben gekommen, und in welchen Genre schreibst du am liebsten?

Evelyne: Ich hab tatsächlich sehr früh schon mit dem Schreiben begonnen – meine erste Geschichte entstand mit sieben Jahren! Seit ich schreibe, habe ich ausschließlich Fantasy geschrieben. Das ist und bleibt einfach das, für was ich am meisten brenne.

 

Swapnix: Worum geht es in deiner Dilogie Killing the Beast und Taming the Beast? Und was hat dich zu diesen Geschichten Inspiriert?

Evelyne: Bei Killing the Beast begann alles mit einer einfachen Frage: „Was, wenn ich eine Version von Beauty and the Beast schreibe, in der Belle eine Monsterjägerin ist, die das Biest töten muss?“ So hat sich dann Stück für Stück die Geschichte drumherum entwickelt. Bei Taming the Beast war es tatsächlich ein Bild von einer blutüberströmten Axtkämpferin im Schnee, das mir eines Tages als Gedankenblitz durch den Kopf geschossen ist und das ich dann irgendwie nicht mehr loswurde.

 

Swapnix: Was würdest du sagen, ist das Besondere an deinen ProtagonistInnen und was macht die Bücher für dich lesenswert?

Evelyne: Mir persönlich ist es wichtig, dass meine Figuren nicht immer zwangsläufig sympathisch sind, sondern in erster Linie interessant. Sie dürfen sich wie ein Arschloch benehmen, solange das in ihrer Charakterisierung irgendwo begründet ist. Gerade wenn es um Frauenfiguren geht, habe ich manchmal das Gefühl, dass weibliche Charaktere, die nicht der Norm entsprechen, schnell mal als „zickig“ oder „schwierig“ abgestempelt werden. Umso wichtiger ist es mir, dass meine Protagonistinnen komplexe Figuren mit Tiefe sind.

 

Swapnix: Gibt es etwas, was du mit deinen Büchern transportieren möchtest und für welche LeserInnen schreibst du?

Evelyne: Meine Buchfiguren haben sehr oft einen Außenseiter-Status. Ich glaube, das kommt auch daher, dass ich mich selbst als queere Frau oft in meiner Schulzeit anders oder isoliert gefühlt habe. Ich würde sagen, ich schreibe für die Menschen, die dieses Gefühl auf die eine oder andere Weise nachvollziehen können und sich endlich in Büchern repräsentiert sehen wollen.

 

Swapnix: Wer unterstützt dich bei der Erstellung von Covern und Charakterkarten?

Evelyne: Das ist tatsächlich sehr unterschiedlich! Ich achte darauf, kleine Künstler:innen zu unterstützen, vorzugsweise (aber nicht nur) deutschsprachige Künstler:innen. Da hat sich mit einigen im Verlauf der Jahre wirklich eine gute Zusammenarbeit etabliert und ich kehre gerne mit einem neuen Auftrag zurück.

 

Swapnix: Wo können wir dich mal Treffen und Lesen hören?

Evelyne: Dieses Jahr bin ich leider nicht an der FBM, aber ich hoffe, dass ich es zur Leipziger Buchmesse schaffe. Ansonsten bin ich im November auch an der Fantastica in St. Gallen (CH) anzutreffen.

 

Swapnix: Wie schätzt du die aktuelle Lage des Buchmarktes ein und was hältst du vom KI in der Buchbranche?

Evelyne: Ich bin mal vorsichtig optimistisch. Als das Thema generative KI aufkam, gehörte ich zu den Ersten, die aktiv Videos und Beiträge gegen die Nutzung von genAI bei Büchern gemacht haben. Damals hat es sich noch ein wenig wie ein Kämpfen gegen Windmühlen angefühlt. Inzwischen habe ich das Gefühl, dass die allgemeine Auffassung von genAI in der Buchbranche eher negativ ist. Viele Verlage, die in den Anfängen noch auf KI-Cover setzten, haben inzwischen Anti-KI-Statements gepostet. In Autor:innenverträgen findet sich immer mehr auch ein generelles KI-Verbot. Carlsen und Penguin Random House sind zwei sehr prominente Verlage, die aktuell wegen Verstößen gegen das Urheberrecht gegen OpenAI (die Firma hinter ChatGPT) klagen. Und auch viele Schreibende, die anfangs noch ein wenig mit KI „herumgespielt“ haben, sind inzwischen davon weggekommen. Natürlich gibt es nach wie vor eine kleine (aber laute!) Minderheit, die trotz der Faktenlage kein Problem mit genAI sieht. Aber längerfristig kann ich mir kaum vorstellen, dass sich genAI in der Buchbranche wirklich etablieren wird. Dafür gibt es viel zu viel Gegenwind.

 

Swapnix: Abschließend wüsste ich natürlich sehr gerne,  ob du schon an etwas neuem Schreibst und ob du darüber schon etwas verraten darfst?

Evelyne: Gerade bin ich voll und ganz eingenommen von meinem Dark-Fantasy-Zweiteiler, der voraussichtlich im Frühling 2027 erscheinen wird. Viel kann ich noch nicht sagen, außer, dass das Projekt die üblichen Fantasy-Klischees (Licht gegen Dunkel, Auserwählten-Trope, europäisches Mittelalter etc.) ziemlich auf den Kopf stellt …

 

Swapnix: Liebe Evelyne, herzlichen Dank für das spannende Gespräch! Ich freue mich schon sehr auf deine neuen Bücher und wünsche Dir viele begeisterte LeserInnen!

 

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(Quelle Foto: Evelyn Aschwanden)

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