Heute möchte ich euch Evelyne Aschwanden vorstellen,
eine Autorin auf die ich durch Instagram aufmerksam wurde. Vor allem wegen
ihrer tollen (Dark) Fantasy Bücher und dem Bereich Märchenadaptionen.
Zum morgigen Release von Taming The Beast hatte ich
die Gelegenheit, endlich mit ihr ins Gespräch zu kommen.
Swapnix: Hallo Evelyne,
wie schön, dass du da bist, bitte stelle dich meinen LeserInnen einmal vor. Wer
bist du und was machst du, wenn du nicht gerade Bücher schreibst?
Evelyne: Hallo
zusammen, mein Name ist Evelyne Aschwanden und ich veröffentliche seit 2017
sapphic Fantasybücher im Selfpublishing. Wenn ich nicht gerade schreibe, lese
ich natürlich viel, reise, zocke und spiele gern D&D mit meinen
Freund:innen.
Swapnix: Wie
bist du zum Schreiben gekommen, und in welchen Genre schreibst du am liebsten?
Evelyne: Ich hab
tatsächlich sehr früh schon mit dem Schreiben begonnen – meine erste Geschichte
entstand mit sieben Jahren! Seit ich schreibe, habe ich ausschließlich Fantasy
geschrieben. Das ist und bleibt einfach das, für was ich am meisten brenne.
Swapnix: Worum
geht es in deiner Dilogie Killing the Beast und Taming the Beast? Und was hat
dich zu diesen Geschichten Inspiriert?
Evelyne: Bei
Killing the Beast begann alles mit einer einfachen Frage: „Was, wenn ich eine
Version von Beauty and the Beast schreibe, in der Belle eine Monsterjägerin
ist, die das Biest töten muss?“ So hat sich dann Stück für Stück die Geschichte
drumherum entwickelt. Bei Taming the Beast war es tatsächlich ein Bild von
einer blutüberströmten Axtkämpferin im Schnee, das mir eines Tages als
Gedankenblitz durch den Kopf geschossen ist und das ich dann irgendwie nicht
mehr loswurde.
Swapnix: Was
würdest du sagen, ist das Besondere an deinen ProtagonistInnen und was macht
die Bücher für dich lesenswert?
Evelyne: Mir
persönlich ist es wichtig, dass meine Figuren nicht immer zwangsläufig
sympathisch sind, sondern in erster Linie interessant. Sie dürfen sich wie ein
Arschloch benehmen, solange das in ihrer Charakterisierung irgendwo begründet
ist. Gerade wenn es um Frauenfiguren geht, habe ich manchmal das Gefühl, dass
weibliche Charaktere, die nicht der Norm entsprechen, schnell mal als „zickig“
oder „schwierig“ abgestempelt werden. Umso wichtiger ist es mir, dass meine
Protagonistinnen komplexe Figuren mit Tiefe sind.
Swapnix: Gibt
es etwas, was du mit deinen Büchern transportieren möchtest und für welche
LeserInnen schreibst du?
Evelyne: Meine
Buchfiguren haben sehr oft einen Außenseiter-Status. Ich glaube, das kommt auch
daher, dass ich mich selbst als queere Frau oft in meiner Schulzeit anders oder
isoliert gefühlt habe. Ich würde sagen, ich schreibe für die Menschen, die
dieses Gefühl auf die eine oder andere Weise nachvollziehen können und sich
endlich in Büchern repräsentiert sehen wollen.
Swapnix: Wer
unterstützt dich bei der Erstellung von Covern und Charakterkarten?
Evelyne: Das ist
tatsächlich sehr unterschiedlich! Ich achte darauf, kleine Künstler:innen zu
unterstützen, vorzugsweise (aber nicht nur) deutschsprachige Künstler:innen. Da
hat sich mit einigen im Verlauf der Jahre wirklich eine gute Zusammenarbeit
etabliert und ich kehre gerne mit einem neuen Auftrag zurück.
Swapnix: Wo
können wir dich mal Treffen und Lesen hören?
Evelyne: Dieses
Jahr bin ich leider nicht an der FBM, aber ich hoffe, dass ich es zur Leipziger
Buchmesse schaffe. Ansonsten bin ich im November auch an der Fantastica in St.
Gallen (CH) anzutreffen.
Swapnix: Wie
schätzt du die aktuelle Lage des Buchmarktes ein und was hältst du vom KI in
der Buchbranche?
Evelyne: Ich
bin mal vorsichtig optimistisch. Als das Thema generative KI aufkam, gehörte
ich zu den Ersten, die aktiv Videos und Beiträge gegen die Nutzung von genAI
bei Büchern gemacht haben. Damals hat es sich noch ein wenig wie ein Kämpfen
gegen Windmühlen angefühlt. Inzwischen habe ich das Gefühl, dass die allgemeine
Auffassung von genAI in der Buchbranche eher negativ ist. Viele Verlage, die in
den Anfängen noch auf KI-Cover setzten, haben inzwischen Anti-KI-Statements
gepostet. In Autor:innenverträgen findet sich immer mehr auch ein generelles
KI-Verbot. Carlsen und Penguin Random House sind zwei sehr prominente Verlage,
die aktuell wegen Verstößen gegen das Urheberrecht gegen OpenAI (die Firma
hinter ChatGPT) klagen. Und auch viele Schreibende, die anfangs noch ein wenig
mit KI „herumgespielt“ haben, sind inzwischen davon weggekommen. Natürlich gibt
es nach wie vor eine kleine (aber laute!) Minderheit, die trotz der Faktenlage
kein Problem mit genAI sieht. Aber längerfristig kann ich mir kaum vorstellen,
dass sich genAI in der Buchbranche wirklich etablieren wird. Dafür gibt es viel
zu viel Gegenwind.
Swapnix: Abschließend
wüsste ich natürlich sehr gerne, ob du
schon an etwas neuem Schreibst und ob du darüber schon etwas verraten darfst?
Evelyne: Gerade
bin ich voll und ganz eingenommen von meinem Dark-Fantasy-Zweiteiler, der
voraussichtlich im Frühling 2027 erscheinen wird. Viel kann ich noch nicht
sagen, außer, dass das Projekt die üblichen Fantasy-Klischees (Licht gegen
Dunkel, Auserwählten-Trope, europäisches Mittelalter etc.) ziemlich auf den
Kopf stellt …
Swapnix: Liebe
Evelyne, herzlichen Dank für das spannende Gespräch! Ich freue mich schon sehr
auf deine neuen Bücher und wünsche Dir viele begeisterte LeserInnen!
#Autorinneninterview
#Buchvorstellungen
#Darkfantasy
#Märchenadaptionen
(Quelle Foto: Evelyn
Aschwanden)

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