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04 September 2026

Buchvorstellung: Prinzessin Floradora-Verflixt,verwünscht und voll verflucht von Maja Ilisch, erschienen im Arena Verlag Kids


 



#ᴡᴇʀʙᴜɴɢ
Nach dem ich euch @majailisch so ausführlich vorgestellt habe, möchte ich euch natürlich auch Prinzessin Floradora- verflixt, verwünscht und voll verflucht“ welches heute im @arena_verlag_kids erscheint, vorstellen.
Das Buch wird für LeserInnen ab 10 Jahren empfohlen.
Und darum geht es:
Anderssein ist fabelhaft! Eine Geschichte über Mut, Magie und Anderssein. Gewinner des Vielfalter-Preises für Diversität 2025.
Prinzessin Floradora kann es kaum fassen als Puff! plötzlich die Böse Fee in ihrem Zimmer steht und Floradora verflucht. Puff! wachsen der Prinzessin Widderhörner auf dem Kopf. Eine Prinzessin mit Hörnern?! Das geht gar nicht! Aber Moment mal – eigentlich fühlen sich die Hörner ganz gut an und zum Türen-Einrennen eignen sie sich auch prima! Leider sehen das Floradoras Eltern anders und verfrachten sie kurzerhand ins Dunkelwald-Internat, damit niemand sie so zu Gesicht bekommt. Dort trifft Floradora auf andere Prinzen und Prinzessinnen – alle verflucht und weggesperrt. Wer steckt nur hinter all dem? Während sie ihre Flucht planen, lernen die Kinder nicht nur ihre eigenen Stärken kennen, sondern finden auch echte Freundschaft und Hilfe von unverhoffter Seite. Können sich die Kinder von ihren Flüchen befreien - und wollen sie das überhaupt?! Oder zeigen sie lieber dem ganzen Märchenreich, was in ihnen steckt?
Ein augenzwinkerndes Märchen für Kinder ab 10, das mit Klischees spielt, sie liebevoll auf den Kopf stellt und dabei eine starke Botschaft über Selbstbestimmung und Freundschaft vermittelt. Für Fans des „Neinhorns“ ebenso wie für Leserinnen und Leser von „Krabat“. Und für alle, die schon immer wissen wollten, ob die Böse Fee eigentlich gerne die Böse Fee ist.

#AutorInnenvorstellung
#Buchvorstellung
#Buchrelease
#Vielfalterpreis
(Quelle Foto: Maja Ilisch, bearbeitet mit CanvaPro, Klappentext: Amazon )

Interview mit Maja Ilisch zu ihrem neuesten Buch Prinzessin Floradora

 




Grüßt euch ihr Lieben, heute möchte ich euch Maja Ilisch und ihr neuestes Jugendbuch „Prinzessin Floradora- verflixt, verwünscht und voll verflucht“ vorstellen.

Ich traf Maja in Kassel persönlich, auf der Verleihung des Vielfalter Preises, welcher im Literatur Haus Kassel, verliehen wurde. Sie gewann den Preis mit ihrer Buchidee, welcher eine Veröffentlichung im Arena Kinderbuch Verlag beinhaltete.

Heute darf ich Maja zu ihrem Weg von der Idee zum Buch einige Fragen stellen.

 

Swapnix: Liebe Maja, ich gratuliere dir noch einmal, zu deinem Gewinn, die Idee klang so außergewöhnlich und nun bin ich sehr gespannt auf das Buch.

Doch zunächst stelle dich doch bitte erst einmal vor. Wer bist du, was machst du, wenn du nicht schreibst und schreibst du auch unter Pseudonym?

Maja: Ich heiße Maja Ilisch, bin Anfang fünfzig und lebe in der Gegend von Aachen. Die letzten fünfzehn Jahre über war ich ausschließlich freie Autorin und habe phantastische Literatur für Kinder und Erwachsene veröffentlicht. Weil es aber doch sehr schwer ist, vom Schreiben leben zu wollen, bin ich Anfang dieses Jahres in meinen ursprünglichen Beruf zurückgekehrt und arbeite jetzt als Bibliothekarin in einer kleinen Stadtbücherei, was mir großen Spaß macht, weil die Aufgaben da so vielseitig sind. Seitdem bleibt mir natürlich weniger Zeit zum Schreiben, was erstmal eine große Umstellung für mich war, aber langsam bekomme ich das wieder auf die Reihe. Und inzwischen kann ich sogar wieder meinen Hobbys nachgehen: Ich mache Musik, male mit Aquarellfarben und zocke leidenschaftlich am PC oder im Pen’n’Paper-Rollenspiel.

Ein Pseudonym benutze ich nicht, obwohl ich in so vielen verschiedenen Altersgruppen und Sub-Genres unterwegs bin – das hat sich irgendwie nie ergeben, und auch wenn ich das nicht kategorisch ausschließen will, bin ich doch froh, alle meine Bücher unter einem Dach zu haben.

 

Swapnix: Wie bist du zum Schreiben gekommen und in welchen Genre und Altersgruppen fühlst du dich literarisch zu Hause?

Maja: Ich habe eigentlich schon immer Geschichten erfunden, und als ich dann schreiben gelernt habe, war es die logische Schlussfolgerung, die auch aufzuschreiben. Nicht, dass ich damals irgendeine Geschichte fertigbekommen hätte, aber das hat mich nicht davon abgehalten, ein neues Buch nach dem anderen anzufangen! Erst als Jugendliche habe ich kürzere Geschichten fertiggestellt, und es hat bis zum Ende meines Studiums gedauert, bis ich endlich meinen ersten Roman fertigbekommen habe. Aber geschrieben habe ich eigentlich immer.

Nachdem meine zahlreichen Versuche, Krimis zu schreiben, krachend daran gescheitert sind, dass ich zwar das perfekte Verbrechen konstruieren, aber nicht aufklären konnte, bin ich in meinem anderen Lieblingsgerne, der Fantasyliteratur mit all ihren Facetten, hängengeblieben. Für Erwachsene habe ich Gaslicht-Mysteryromane geschrieben, die für meine Verhältnisse erstaunlich romantisch ausgefallen sind, und eine High Fantasy-Trilogie, der leider weder großer Erfolg noch lange Lebenszeit auf dem Buchmarkt vergönnt waren.

Gerade als da vom Verlag die Nachricht kam, dass die Reihe vergriffen gemeldet wird, kam postwendend von einem tollen Jugendbuchverlag die Zusage für mein erstes Kinderbuch, und seitdem habe ich vor allem Bücher für Menschen ab zehn veröffentlicht. Aber ich habe noch ganz viel in der Schublade, Bücher für ältere Jugendliche, ausgefallene Phantastik für Erwachsene, bis hin zu einem epischen Achtbänder, an dem ich seit über 25 Jahren schreibe und immerhin schon im sechsten Band angekommen bin.

Meine Bücher sind alle ein bisschen besonders, wobei ich auf die Harte Tour lernen musste, dass wenn eine Lektorin beim Manuskriptprüfen sagt: „Das ist so ein besonderes Buch!“, das einem Todesurteil gleichkommt und so viel bedeutet wie „völlig unverkäuflich“. Ich schreibe das trotzdem, weil ich genau diese Geschichten liebe und ich finde, es ist immer auch ein Plätzchen für das Besondere da. Da kann ich Anspruch mit meiner persönlichen Schrägheit kombinieren und mich freuen, wenn die Bücher dann bei Menschen landen, die nach genau dieser anspruchsvollen Schrägheit gesucht haben. Und dass immer noch Verlage Bücher von und mit mir machen wollen, lässt mich hoffen.

 

Swapnix: Worum geht es in Prinzessin Floradora, was ist das Besondere an dieser Geschichte  und wie kamst du auf die Idee zu ihr?

Maja: Ursprünglich, so um 2010 herum, wollte ich meiner Mutter ein Märchen zum Geburtstag schenken, und habe die Geschichte von der gehörnten Prinzessin angefangen. Und ich hatte auch durchaus Spaß daran – ich wollte so viele Märchen wie möglich liebevoll durch den Kakao ziehen und zu etwas ganz Neuem verquirlen. Nur bin ich über die ersten paar Kapitel nicht hinausgekommen, und das Buch ist über zehn Jahre lang liegengeblieben. Erst als „Unten“ erschienen ist, mein erstes Kinderbuch, und ich überlegt habe, was ich als Nachfolger schreiben kann, ist mir wieder mein gehörntes Märchen in den Sinn gekommen. Ich habe es nochmal neu aufgezogen, weil ich in der Zwischenzeit so viel dazugelernt hatte, und dann in einem Rutsch runtergeschrieben.

Es geht in dem Buch um die liebreizende Prinzessin Floradora, der die böse Fee ein Paar Widderhörner angeflucht hat. Eigentlich ganz praktisch, findet Floradora, zum Beispiel, um eine Tür einzurennen – ihre königlichen Eltern sehen das aber ganz anders, befinden, dass niemand mehr die entstellte Tochter zu Gesicht bekommen darf, und schicken sie auf Anraten der guten Fee bis zum Erreichen des heiratsfähigen Alters, wo sie dann mit der Macht der Wahren Liebe erlöst werden kann, ins Dunkelwald-Internat, während eine mechanische Puppe derweil das Winken auf dem Balkon übernehmen soll. Nur ist Floradora da nicht das einzige verfluchte Königskind, im Gegenteil: Tatsächlich ist die ganze Schule voll mit verfluchten Kindern. Und als sie mit Hilfe von unerwarteter Seite aus dem Internat fliehen können, müssen sie sich auch fragen, ob das, was sie bislang über die gute und die böse Fee alles so gehört haben, überhaupt der Wahrheit entspricht …

Für die Szenen in dem kalten, grauen Internat habe ich auf meine eigenen Erfahrungen zurückgegriffen: Ich war 1985 als Kind wegen meiner Neurodermitis in Kur auf Borkum und habe vieles, das in den Studien über die Verschickungskinder ans Tageslicht gekommen ist, am eigenen Leib erleben dürfen. Vor allem, dass mich an meinem zehnten Geburtstag noch nicht mal meine Eltern anrufen durften, hat mich nachhaltig fertiggemacht. Aber in diesem Buch habe konnte ich die bitteren Erlebnisse überspitzt und mit einer Prise Humor aufarbeiten, hinreichend abstrahiert, dass es nicht mehr wehgetan hat, und alles in allem ist das doch ein verflixt witziger Roman geworden, voller Wortwitz, aber eben auch mit Tiefgang.

 

Swapnix: Gibt es eine Botschaft, welche du mit diesem Buch transportieren möchtest? Und war dieser dann auch der Grund, weshalb du die Geschichte für den Vielfalter Preis eingereicht hast?

Maja: Eine Botschaft hat das Buch tatsächlich – mehrere sogar! Die für mich Wichtigste ist, dass nicht jeder vermeintliche Fluch auch gebrochen werden muss. Ich bin mit Kinderbuchklassikern wie „Heidi“ oder „Der geheime Garten“ aufgewachsen, in denen Kinder mit Behinderungen, so sie denn überhaupt vorkamen, im Verlauf der Handlung geheilt werden mussten, Gelähmte das Laufen lernen und so. Dass fand ich damals schon dermaßen verlogen, dass ich schon ganz früh etwas schreiben wollte, in dem jemand mit Behinderung Hürden überwindet, ohne dabei eine wundersame Heilung zu erfahren, und am Schluss trotzdem stärker als vorher dasteht. „Prinzessin Floradora“ ist also nicht die erste Geschichte, in der ich diese Botschaft übermitteln will – aber die erste, die auch einen Verlag gefunden hat.

Das Lustige mit dem Vielfalter Literaturpreis ist, dass ich nicht mal wusste, dass ich teilgenommen habe, bis die Shortlist veröffentlicht wurde. Meine tolle Agentin hat das Buch da eingereicht, ohne mir Bescheid zu geben, um mich im Zweifelsfall positiv zu überraschen, und hätte ich nichts gewonnen, wäre ich nicht enttäuscht worden, weil ich nie davon erfahren hätte. Leider war es nämlich so, dass meine inzwischen langjährige Kinderbuchlektorin nicht so überzeugt war von dem Buch und lieber etwas anderes mit mir machen wollte – das ist dann das philosophische Buch „Die vierte Wand“ geworden, und meine gehörnte Prinzessin landete erst in der Schublade und dann beim Vielfalter.

Dass ich den dann tatsächlich gewonnen habe und dadurch beim Arena Verlag gelandet bin, habe ich erstmal selbst gar nicht fassen können. Der Tag in Kassel hat für mich in der Notaufnahme begonnen, nachdem mein Mann in unserer Unterkunft die Treppe runtergefallen und sich übel den Fuß verletzt hatte, und ich habe den Tag damit verbracht, von einem emotionalen Extrem ins nächste zu schwanken. Erst irgendwann am nächsten Tag habe ich das dann langsam realisieren können. Deswegen habe ich auch auf der Bühne gestanden wie ein aufgescheuchtes Huhn und am ganzen Körper gezittert vor Aufregung – normalerweise bin ich eine souveräne Rampensau, aber normalerweise gewinne ich auch keine Literaturpreise.

 

Swapnix: Dein Buch wurde wunderschön durch Laura Rosedorfer illustriert, wie kann ich mir die Zusammenarbeit vorstellen? Wusstest du vorher welche Szenen du illustriert haben wolltest und wolltest du bestimmte dinge besonders hervorgehoben haben, auf den Bildern?

Maja:   Die Illustrationen hat Laura Rosendorfer im Alleingang gemacht, nachdem sie vom Verlag beauftragt worden ist, und ich könnte nicht glücklicher sein damit, wie sie mein Buch umgesetzt hat. Da sind so viele kleine Details aus meinem Buch umgesetzt worden – ich habe das Cover bekommen und konnte mich nicht sattsehen daran, und dann habe ich händeringend auf meine Korrekturfahnen gewartet, wo ich dann erstmals die Innenillustrationen gesehen habe.

Beim Cover hatte ich einen winzigen Änderungsvorschlag: Da gibt es eine Szene, in der die Kinder in Mäuse verwandelt werden, und ich hatte dann angeregt, dass zwei Mäuse auf dem Cover die Farben tauschen, weil Prinzessin Violola mit dem Rehgeweih Schwarz ist und ich fand, dass dann die dunkelgraue Maus besser zu ihr passt als die hellgraue. Aber das war alles, den Rest hat sie komplett in Eigenregie umgesetzt.

Tatsächlich war auch Laura Rosendorfer letztes Jahr beim Vielfalter dabei – sie war als Illustratorin von „Als Ela das All eroberte“ nominiert in der Bilderbuch-Kategorie. Und wahrscheinlich bin ich ihr auch auf der Preisverleihung begegnet, aber an dem Tag war ich dermaßen durch den Wind, und es waren so viele Leute da, dass ich das nicht mehr so genau sagen kann.

 

Swapnix: Was würdest du dir für dein neues Buch wünschen?

Maja: Als allererstes wünsche ich dem Buch Erfolg. Ich bin niemand, der die gewaltigen Bestseller landet, ich bin froh, wenn ich meinen Vorschuss einspiele, und mit jedem neuen Buch geht das Bibbern los, ob es wohl gut genug ankommt.

Gerade bei diesem Buch, mit dem ich Menschen erreichen und bewegen will, ist mir das nochmal so wichtig. Es geht darum, den Kindern eine Stimme zu geben und auch um das Thema Identität, das mir persönlich sehr wichtig ist. Da habe ich, in einer Nebenrolle, die Prinzessin Valisandra, die transgender ist – ich bin selbst im Trans-Spektrum, und ich wollte eine Figur einbauen, die einfach so, wie sie ist, akzeptiert wird. Und an der Stelle habe ich jetzt tatsächlich Angst, dass sich an dieser Figur die Leute hochziehen werden, gerade weil ich da kein großes Ding draus gemacht habe und Valisandra einfach sie selbst sein lasse – ihr Problem ist nicht ihr Gender, sondern dass ihr die böse Fee ein paar Eselsohren angeflucht hat.

Ich hoffe auch, dass Kinder (oder gerne auch Erwachsene), die selbst von einem vermeintlichen Makel, einer Behinderung oder anderen Einschränkungen betroffen sind, die Geschichte lesen und sich selbst darin wiederfinden – vor allem in der Tatsache, dass sie nicht repariert gehören, sondern so, wie sie sind, Respekt und Anerkennung verdienen.

Was ich insgeheim von diesem Buch erhoffe, ist, dass es sich so gut verkauft, dass ich eine Fortsetzung schreiben und veröffentlichen darf, denn irgendwie denke ich, dass Floradoras Geschichte noch nicht auserzählt ist. Da hatte meine Lektorin ein paar Ideen und Anregungen, die in diesem Buch einfach keinen Platz mehr gefunden haben, aber einen zweiten Blick sicher wert sind. Denn es stimmt, in diesem Band hat Floradora kaum Kontakt zu normalen Leuten, sondern ist von Prinzessinnen und Prinzen umgeben – sie verdient es, auch mal das Leben außerhalb des Hochadels zu erleben. Und es sind noch so viele tolle Märchen übrig, die es nicht ins Buch geschafft haben!

 

Swapnix: Abschließend würde ich dich bitten, ein paar Worte zur aktuellen Lage auf dem Buchmarkt zu sagen. Was sind Kritikpunkte, was läuft deiner Meinung nach Gut und was würdest du dir für die Zukunft wünschen?

Maja:   Ich habe das Gefühl, wir befinden uns da gerade an einem Kipppunkt und sind schon dabei, in die falsche Richtung abzurutschen. Da kommt gerade so viel zusammen – angefangen mit KI-Slop, der insbesondere im Kinderbuch den Markt flutet und, das ist das eigentlich Erschreckende, auch gekauft wird. Ich nutze kaum noch soziale Medien, weil meine Timeline mit entsprechenden Buchanzeigen zugemüllt wird und ich das wirklich nicht mehr sehen mag – lieb- und lebloser Dreck mit austauschbaren Titeln und Covern, für den, neben zahlreichen anderen, auch meine eigenen Bücher piratisiert und ausgeschlachtet worden sind.

Ein weiterer Trend, den ich im Jugendbuch gerade in der Stadtbücherei sehr deutlich sehe, ist, dass sich das, was gelesen wird, zunehmend auf eine Handvoll endlose Reihen konzentriert. Das sind nicht per se schlechte Bücher, da ist gutes wie weniger Gutes dabei, aber wer versucht, eine Geschichte in einem oder zwei Bänden zu erzählen, hat es zunehmend schwerer, dafür einen Markt zu finden. Die Verlage pushen ihre Reihen natürlich entsprechend, sie wären wahrscheinlich blöd wenn nicht, und damit können sie es sich leisten, dann auch Bücher wie meine zu machen – aber wenn selbst in der Bücherei, wo die Kinder keiner Werbung ausgesetzt sind und die volle Auswahl haben, gefühlt neunzig Prozent der Ausleihen auf die immergleichen Reihen entfallen, dann sehe ich doch ein bisschen schwarz für die Zukunft der literarischen Vielfalt auf dem Buchmarkt.

Natürlich, eine Reihe verspricht Sicherheit: Man muss sich nicht auf neue Figuren oder Geschichten einlassen, sondern bekommt genau das, womit man rechnet. Und ich sehe da bei den Kindern ein gesteigertes Bedürfnis nach Sicherheit in einer Welt, die vor ihren Augen auseinander bricht, und dann kann ich verstehen, warum diese Reihen so erfolgreich sind. Aber persönlich wünsche ich mir auf Seiten der Leser:innen ein bisschen mehr Wagemut, auch mal über den Tellerrand zu blicken und, es kann ja ruhig innerhalb des Lieblingsgenres sein, auch mal was anderes zu lesen. Denn wenn sich wirklich nur noch die Reihentitel verkaufen, werden die Verlage da früher oder später ihre Konsequenzen draus ziehen.

Wenn ich die Wahl habe, entweder gar nichts mehr zu veröffentlichen oder auf Jahre nur noch Floradora-Bände zu schreiben … Ich liebe mein Märchen, ich will gern eine Fortsetzung dazu schreiben oder vielleicht auch zwei, aber ich habe noch so viele andere Geschichten, die ich erzählen will, und nur so-und-so-viel Zeit, das zu tun, gerade weil ich nebenbei auch noch Geld verdienen muss. Insofern ist das eine Entwicklung, die ich mit großer Sorge sehe.

Dass dazu auch noch die Lesefähigkeit der Kinder stetig nachlässt, dass der aktuellen IGLU-Studie zufolge jedes vierte Kind beim Ende der Grundschule nicht sinnentnehmend lesen kann, ist noch so ein besorgniserregender Aspekt. Das ist einer der Punkte, an denen ich gerade in meiner Arbeit als Bibliothekarin arbeite: Leseförderung, Medienkompetenz, Freude an Geschichten zurückbringen … Da wird zurzeit viel versucht, in Schulen und bei den außerschulischen Einrichtungen wie Bibliotheken, aber viele Eltern ziehen da einfach nicht mit, lesen selbst ihren Kindergartenkindern nicht mehr vor, und es fühlt sich ein bisschen an, als würde man gegen Windmühlen rennen.

Also, viele offene Baustellen, viele erschreckende Trends – wir werden sehen, wo uns das hinführt, und wo ich selbst in ein paar Jahren beruflich stehen werde.

 

 

Swapnix: Liebe Maja, ich danke dir sehr herzlich für diesen spannenden Einblick in dein Schreiben und die Entstehung deines neuesten Buches! Möge Floradora und ihre Bande viele Lesende begeistern!

Maja: Ich habe zu danken! Ich folge deinem Blog jetzt seit so vielen Jahren, mit dem Interview geht ein echter Herzenswunsch in Erfüllung. Danke für dein Engagement – per Blog, Social Media, und natürlich auch in der Bücherei!

 

 #AutorInnenvorstellung  

#Buchvorstellung 

#Buchrelease  

#Vielfalterpreis

 

(Quelle Fotos: @sabrinakriwo )