Heute möchte
ich euch Freddy Sicko und seinen Regional-Krimi „Stille Saiten“
vorstellen.
Obwohl das
Buch nicht unbedingt meinem üblichen Genre entspricht, hat es mir sehr gefallen
und Spuren hinterlassen.
Swapnix: Hallo Freddy, willkommen auf meinem Blog! Bitte
stell dich den LeserInnen einmal vor. Wer bist du, was machst du, wenn du nicht
schreibst und gibt es auch Pseudonyme von dir?
Freddy: Hallo Sabrina, vielen Dank für die
Einladung!
Ich bin
Freddy Sicko, Musiker, Sänger, Gitarrist, Songwriter und seit einiger Zeit auch
Autor. Musik begleitet mich eigentlich schon mein ganzes Leben. Ich stehe
regelmäßig live auf der Bühne, schreibe und produziere eigene Songs und bin
dadurch ständig mit Geschichten, Menschen und Beobachtungen beschäftigt.
Vielleicht
war deshalb der Schritt zum Schreiben eines Romans gar nicht so groß, wie ich
zunächst dachte. Musik und Schreiben haben für mich viel gemeinsam: In beiden
Fällen geht es darum, Atmosphäre zu schaffen, Gefühle auszulösen und eine
Geschichte so zu erzählen, dass beim Gegenüber etwas hängen bleibt.
Für
verschiedene musikalische Projekte arbeite ich teilweise auch mit Künstlernamen
beziehungsweise Pseudonymen. Als Autor von „Stille Saiten“ trete ich
aber ganz bewusst unter meinem eigenen Namen Freddy Sicko auf.
Swapnix: Seit wann schreibst du und in welchen Genres und für
welche Altersgruppen schreibst du?
Freddy: Geschrieben habe ich eigentlich
schon lange – zunächst hauptsächlich Songtexte. Einen Roman zu schreiben war aber
noch einmal etwas völlig anderes. Aus einzelnen Ideen, Figuren und Szenen
entstand irgendwann „Stille Saiten“.
Ich schreibe
für erwachsene Leserinnen und Leser. „Stille Saiten“ hat zwar Elemente eines
Kriminalromans, für mich ist es aber nicht der klassische Krimi, bei dem
ausschließlich die Frage nach Täter und Tat im Mittelpunkt steht.
Mich
interessieren genauso die Menschen dahinter, ihre Vergangenheit, ihre
Beziehungen, ihre Entscheidungen und das, was lange unausgesprochen geblieben
ist.
Swapnix: Was hat dich zu deinem Kriminalroman inspiriert, und
spielt er in deiner Heimat? Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass du jeden
Meter Weg, Straße und Grund, welcher in „Stille Saiten“ vorkommt, kennst wie
deine Westentasche.
Freddy: Dieses Gefühl täuscht tatsächlich
nicht. Ein großer Teil des Romans spielt in einer Gegend, die ich seit meiner
Kindheit sehr gut kenne. Ich bin in Zaisenhausen im Kraichgau aufgewachsen, und
viele Wege, Landschaften und Orte sind mir seit Jahrzehnten vertraut.
Genau das
wollte ich beim Schreiben nutzen. Mir war wichtig, dass der Kraichgau nicht nur
eine austauschbare Kulisse ist, sondern fast selbst zu einer Figur des Romans
wird. Die Hügel, Weinberge, kleinen Straßen, Dörfer und vertrauten Wege
erzeugen eine ganz bestimmte Stimmung.
Natürlich
ist „Stille Saiten“ trotzdem ein Roman. Figuren und Handlung sind erfunden, und
auch reale Orte werden erzählerisch verändert oder miteinander verbunden. Aber
die Atmosphäre und mein Gefühl für diese Landschaft sind sehr persönlich.
Swapnix: Mit welchem deiner Charaktere kannst du dich am
ehesten identifizieren und warum? Finden sich auch Spuren deiner Persönlichkeit
in den Figuren?
Freddy: Am ehesten wohl mit Martin Weber.
Er ist natürlich keine 1:1 übernommene Version von mir, aber in ihm steckt
tatsächlich einiges aus meinem eigenen Leben.
Vor allem
seine Verbindung zur Musik, bestimmte Erfahrungen, Erinnerungen und auch manche
Gedanken über Entscheidungen, verpasste Chancen und die Frage, was im Leben
wirklich wichtig ist, haben persönliche Wurzeln.
Beim
Schreiben habe ich allerdings darauf geachtet, dass Martin trotzdem eine
eigenständige Romanfigur bleibt. Manche Dinge habe ich verändert, verdichtet
oder ganz neu erfunden. Aber gerade bei ihm verschwimmen Realität und Fiktion
sicherlich stärker als bei den meisten anderen Figuren.
Überhaupt
glaube ich, dass ein Autor immer etwas von sich selbst in seine Figuren
hineinlegt – manchmal ganz bewusst, manchmal merkt man es erst später.
Swapnix: Welche Figur war für dich am schwersten und welche am
einfachsten zu entwickeln? Woran könnte das gelegen haben?
Freddy: Am einfachsten sind
erstaunlicherweise oft die Figuren, bei denen ich sehr schnell eine Stimme im
Kopf habe. Sobald ich weiß, wie jemand denkt, spricht und auf Situationen
reagiert, beginnt eine Figur fast selbstständig zu werden.
Schwieriger
sind Figuren, deren Verhalten zunächst vielleicht widersprüchlich erscheint.
Gerade dort muss man als Autor sehr genau wissen, was sie erlebt haben und
warum sie bestimmte Entscheidungen treffen.
Bei „Stille
Saiten“ war mir besonders wichtig, dass es möglichst wenig reine
Schwarz-Weiß-Figuren gibt. Menschen tun manchmal falsche Dinge aus
nachvollziehbaren Gründen – und umgekehrt können scheinbar richtige
Entscheidungen gravierende Folgen haben.
Diese
Zwischentöne machen Figuren für mich interessant, aber natürlich auch
schwieriger zu schreiben.
Swapnix: Kannst du dir vorstellen, weitere Romane mit
Lokalkolorit zu schreiben, oder arbeitest du sogar schon daran?
Freddy: Nicht nur vorstellen – ich arbeite
bereits daran.
„Stille
Saiten“ soll nicht allein bleiben. Die Geschichte und einige ihrer Figuren
haben für mich noch längst nicht alles erzählt, und der Kraichgau bietet
unglaublich viele Orte, Geschichten und Stimmungen, die sich literarisch nutzen
lassen.
Der zweite
Roman trägt den Arbeitstitel „Die Ordnung des Schweigens“ und führt die
Geschichte weiter. Dabei möchte ich den Charakter der Reihe beibehalten:
Spannung und Geheimnisse, aber ebenso Menschen, Beziehungen, Vergangenheit und
natürlich wieder viel Atmosphäre aus der Region.
Ich merke
beim Schreiben inzwischen, dass daraus eine ganze Reihe entstehen kann. Und
darüber freue ich mich selbst wahrscheinlich genauso sehr wie hoffentlich
später die Leserinnen und Leser.
Swapnix: Lieber Freddy, ich danke dir für den spannenden
Einblick in dein Schreiben und die Entstehung von „Stille Saiten“. Möge das
Buch viele begeisterte LeserInnen finden!
Freddy: Vielen Dank, liebe Sabrina. Und
auch dir noch einmal ganz herzlichen Dank dafür, dass du dir die Zeit genommen
hast, „Stille Saiten“ so aufmerksam zu lesen und dich so intensiv mit der
Geschichte zu beschäftigen.
Gerade
Rückmeldungen von Leserinnen und Lesern sind für mich sehr wertvoll – sowohl
die Begeisterung als auch die Stellen, an denen Fragen entstehen. Genau davon
lebt ein Buch schließlich auch nach seiner Veröffentlichung weiter.
#Autorenvorstellung
#Buchvorstellung
#StilleSaiten
(Foto: Frau Steinmann-Plücker, Tamplate mit CanvaPro
bearbeitet)