Grüßt euch ihr Lieben, heute habe ich Niels-Johannes
Günther zu Gast. Er hat vor Kurzem im Self-Publishing „Implex World“,
einen dystopischen Thriller, veröffentlicht. Heute darf ich ihm dazu einige
Fragen stellen.
Swapnix: Hallo
Niels-Johannes, wie hättest du es gern? Doppelnamen oder nur Niels? Schön, dass
du da bist, bitte stell dich doch den Lesenden vor. Wer bist du und wie viele
und was machst du, wenn du nicht schreibst?
Niels: Niels reicht völlig :-) Ich bin ein
Schriftsteller aus Stuttgart. Es fasziniert mich einfach, über die Welt und
Themen, die mich bewegen, nachzudenken und sie dann in packende Geschichten zu
verwandeln.
Wenn ich nicht schreibe, bin ich gerne in der Natur,
treffe mich mit Freunden oder der Familie, verreise, lese oder schaue Filme.
Swapnix: Seit wann
schreibst du, in welchem Genre und für wen?
Niels: Ich schreibe seit der dritten Klasse, mit
anfänglich eher kläglichen Schreibversuchen. Es gibt von mir den Gedichtband
„Worte herzgemacht“ und einen Kinder-/Jugendroman „Die Schatzfänger“. Beide im
Verlag edition federleicht erschienen. Im Mai 2026 ist mein erster Roman für
Erwachsene erschienen: „Implex World“. Darin nehme ich die Lesenden mit
auf die Erde im Jahr 2088 und eine actionreiche Suche, beziehungsweise Flucht
vor dem Staat.
Swapnix: Wie
kam die Erweiterung deines Schreibens hin zu einem dystopischen Thriller zu
Stande? Was hat dich dazu inspiriert?
Niels: Implex World ist ein Kind der
Corona-Zeit. Etwas Düsteres schien mir in der Zeit passend. Doch es ist dort ab
und zu auch sehr ausschweifende Lebensfreude vorhanden, etwas, was uns allen in
der Quarantäne ja nicht vergönnt war. Die Geschichte geht aber auf eine Idee
zurück, die schon 20 Jahre zurückliegt und an der ich immer mal wieder
vorbereitend geschrieben hatte (erst als ein originäres Drehbuch). Der Roman Implex
World ist ein Scifi-Action-Thriller. Man kann ihn auch als Cyberpunk
bezeichnen. Für mich ist es aber einfach die Geschichte des Kleinkriminellen
John, der sich Nacht für Nacht Cybergames ins Gehirn reinlädt und aufwachen
muss. Er hat noch nie gelebt und muss überhaupt erstmal ins echte Leben
reinfinden. Die weibliche
Hauptfigur ist die toughe Kenianerin Bahiya, die der
Sklaverei ihrer Kindheit entkommen ist und nun als Illegale und Terroristin in
der United World lebt. Sie hat in ihrem Leben noch nie geliebt. Was ist ein
Leben ohne die Liebe?
Wie kam ich zu dem Genre? Ich mag einfach Sciencefiction:
Star Wars, Star Trek, all die vielen Scifi-Filme: Klassiker wie „Metropolis“,
„1984“ und so weiter, oder moderne Filme wie „Matrix“ oder „Inception“… Das ist
einfach mein Genre. Ich wollte schon seit meiner Kindheit einmal selbst Sciencefiction
schreiben.
Swapnix: Worum
geht es grob in „Implex World“ und gibt es etwas, was du mit diesem Buch
transportieren möchtest (worauf du aufmerksam machen willst)?
Niels: Nachdem Johns Implex ausgefallen ist (das ist
ein Implantat am Kopf, mit dem jeder Mensch sich Cybergames direkt ins Gehirn reinladen
kann), beginnt er die heile Welt, in der er lebt, zu hinterfragen. Eher
zufällig stößt er auf die Terroristin Bahiya und sie müssen notgedrungen gemeinsame
Sache machen. Sie suchen die ominöse Widerstandsbewegung, die sich irgendwo in
den verseuchten Südterritorien versteckt halten soll. Dabei werden sie
gnadenlos gejagt von Raimond, dem Geheimdienst-Chef, dem jedes Mittel recht
ist, um die Ordnung aufrechtzuerhalten. Außerdem gibt es da noch Salvador
Cerúca, den Schöpfer des Implexes, ein mächtiger Tech-Mogul, der seine ganz eigenen
großen Pläne für die Welt hat… Und dann geht die Handlung erst richtig los.
Ich möchte mit dem Buch auf zahlreiche aktuelle Themen
aufmerksam machen: Mächtige Tech-Konzerne: Wie sehr beherrschen sie uns? Der Überwachungs-Staat,
in den auch heutige Demokratien abzudriften drohen. Das globale
Nord-Süd-Gefälle, (auch) durch die europäische Kolonialzeit. Ganz besonders aber
die weltweite Sklaverei, die heute immer noch existiert.
Swapnix: Warst
du dir während deiner Recherchen im Klaren darüber, dass es noch immer, auch
hier, Menschen gibt, die ein Sklaven-Dasein fristen? Und könntest du ein
Beispiel dafür geben?
Niels: Ja. Kevin Bales hat heutige Sklaverei schon im
Jahr 2001 für die UN untersucht und es als Buch „Die neue Sklaverei“
veröffentlicht. Ich habe das für meine Recherche vor dem Schreiben (2020)
gelesen. Er gibt dabei so grausame, reale Beispiele: Ein Mädchen (12 oder 14
Jahre), das in Thailand von seinen eigenen Eltern in ein Bordell verkauft wird,
aus großer finanzieller Not heraus, und das Nacht für Nacht bis zu 20 oder gar 30
Männern für Sex zur Verfügung stehen muss…
Männer, die tief im Regenwald in Brasilien an mehrere
Hundert Grad heißen Hochöfen Tag für Tag aus Holz Kohle herstellen müssen, als
Zwangsarbeiter. Kohle, die wir hier kaufen, um unseren Grill anzuschmeißen.
Mauretanien, in dem die Sklaverei völlig offen gelebt
wird: Sklavenhalter, die mit ihren Sklavinnen einfach so auf der Straße laufen.
Die Versklavten sind dort zu 90 % Frauen und Kinder. Der Global Slavery Index
spricht von 150 000 Sklaven dort, Menschrechts-Organisationen von fast einer
Million.
Das Schlimme ist, das wir die Augen vor der modernen
Sklaverei verschließen und sie (in unseren Köpfen) für „beendet“ erklärt haben
(nach dem Altertum oder dem transatlantischen Sklavenhandel). Fakt ist,
Sklaverei ist heute Realität für 50 Millionen Menschen auf der Erde:
Zwangsprostitution, Zwangsarbeit, Leibeigenschaft, Zwangsehe… Das ist mehr als
jemals in der Menschheitsgeschichte!
Swapnix: Wo
gibt es heute aktuell denn die meisten versklavten Menschen, in welchen
Ländern?
Niels: Die meisten Sklavinnen und Sklaven gibt es
heute in Nordkorea, neben Mauretanien in Eritrea, doch auch in vielen Ländern des Mittleren
Ostens (dort gibt es die höchste Sklaven-Dichte pro Bevölkerung), doch auch
Länder, die man nicht damit verbindet: die Türkei (1,3 Mio. Sklaven laut ILO) oder
Russland (1,8 Mio.), außerdem Tadschikistan und Afghanistan. Hinzukommen
die großen Schwellenländer wie China (geschätzt 5 Mio.) und Indien (11 Mio.).
Doch auch in Europa, in den USA, schlicht in allen
Ländern der Erde, gibt es Fälle von Sklaverei. Und: Gerade hier im wohlhabenden
Westen kaufen wir Produkte (Kaffee, Schokolade, Kleidung usw.), die auch von
Sklaven produziert werden. Als Konsumenten haben wir eine Mitverantwortung.
Und besonders erschreckend ist, dass nach ILO die Zahl
der weltweit versklavten Menschen von 2016 bis 2021 (in nur 5 Jahren) um 10 Millionen
Menschen gestiegen ist!
Es ist wichtig, dass wir uns der Sklaverei wieder
bewusst sind, dass wir uns informieren, vernetzen und über Menschenrechtsorganisationen
engagieren.
Swapnix: Zurück
zu deinem Roman. Dort findet die Kontrolle technologisch statt. Glaubst
du, es wird tatsächlich in eher näherer Zukunft möglich sein, dass wir Menschen
über kleine Geräte dermaßen manipulieren können?
Niels: Heute ist das noch Sciencefiction. Ich hoffe
nicht. Aber Ansätze für Gehirn-Computer-Schnittstellen gibt es bereits.
Neuralink von Elon Musk entwickelt eine BCI, ein Implantat im Gehirn, mit dem
der Nutzer gelähmte Körperregionen wieder steuern kann. Ich denke, im Bereich
von Gehirn-Schnittstellen oder Implantaten wird sich in den nächsten 10 Jahren viel
tun. Und bis zum Romangeschehen von „Implex World“ sind es ja noch 60
Jahre…
Die technologische Entwicklung geht immer schneller,
das Handy war in den Neunzigerjahren noch ein Knochen, heute sind unsere Smartphones
tragbare Mini-Computer, die uns als externes Gedächtnis oder Spielekonsole
dienen. Wie abhängig sind wir davon schon heute? Und wenn sich unsere Handys eines
Tages in Implexe verwandeln, die wir an unser Gehirn anschließen können, würden
wir es tun?
Swapnix: Wird die
Möglichkeit bestehen, dich auf Messen/Events zu treffen bzw. lesen zu hören?
Niels: Im Herbst 2026 wird es in Stuttgart „im Kiosk“
eine große Lesung geben. Der Kiosk ist ein kleiner, non-kommerzieller
Veranstaltungsort für Kunst/Kultur/Austausch im Stuttgarter Westen.
Für nächstes Jahr plane ich mit meinem Roman „Implex
World“ einen Messestand auf der noch relativ neuen Stuttgarter Buchmesse
(bislang in der Schwabenlandhalle in Fellbach).
Für alle anderen: Schaut auf meinem Insta-Account, auf
TikTok oder YouTube vorbei, da gibt es regelmäßig Videos und Fotos rund ums
Schreiben und über meine Romane :-)
Swapnix: Nun
bin ich natürlich neugierig, hast du schon ein neues Projekt, an welchem du
schreibst, und wird es für jugendliche oder erwachsene LeserInnen sein?
Niels: Ich denke, jeder Schriftsteller hat immer
irgendein oder auch mehrere Projekte. Aber es ist zum fertigen Buch oft ein weiter
und steiniger Weg. Lange werden nur Ideen gesammelt oder es wird nur über
Themen recherchiert, die reinkommen sollen. Jeder Roman ist immer ein Wagnis.
Man weiß nie, ob man da auch am Ziel ankommt. Deshalb kann ich nicht über Dinge
reden, die noch nicht fertig sind.
So viel sei aber schon verraten: Es gibt ein Projekt
für Erwachsene, Sciencefiction, mehr Richtung Fantasy, das schon in der ersten
Fassung fertig ist, erscheinen wird es aber erst 2028. Für nächstes Jahr sind
als Veröffentlichungen erstmal noch das E-Book und auch das Hörbuch von „Implex
World“ geplant. Im Herbst dieses Jahres möchte ich außerdem einen
Romanschreib-Kurs aufbauen. Also vieles, auf das man sich freuen kann!
Swapnix: Lieber
Niels, ich danke dir für dieses spannende Interview und wünsche „Implex World“
noch sehr viele begeisterte LeserInnen!
Niels: Tausend Dank! Ich hoffe, ich konnte deine FollowerInnen
unterhalten und ihnen spannende Einblicke geben.
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#Buchvorstellung
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#Selfpublishing
(Quelle Foto:
Niels-Johannes Günther, bearbeitet mit Canva Pro)