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26 August 2026

Rezension von "Stille Saiten" von Freddy Sicko


 



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#Rezension #Rezensionsexemplar


Bewertung ⭐⭐⭐⭐⭐

Nach dem ich euch den Autor bereits durch das Interview vorgestellt habe, möchte ich euch natürlich noch erzählen, wie mir Stille Saiten von Freddy Sicko, gefallen hat.

 

Die Atmosphäre des Buches ist sehr ruhig, Martin Weber, der Protagonist, ein Musiker, kommt nach Jahre langer Abwesenheit wieder zurück in sein Heimatdorf im Kraichgau. Er hat nach dem Tod seines Freundes, der nie wirklich aufgeklärt wurde, die Heimat verlassen.

Wir lernen das Dorf und die Umgebung kennen und tauchen dabei tief in die Gedankenwelt und Erinnerungen Martins ein.

Je länger er über die Geschehnisse von damals nachdenkt, desto mehr hat er das Gefühl da sind Unstimmigkeiten, die Ereignisse passen nicht zusammen.

Während er zu recherchieren und in der Vergangenheit zu graben beginnt, wächst das Misstrauen ihm gegen über immer mehr. Anscheinend wollen die Dorfbewohner nicht an den Dingen rühren.

Mich haben die Gedankengänge Martins fasziniert, immer wieder stellt er sich die gleichen Fragen, geht er die gleichen Wege ab und lässt die Geschehnisse vor dem Unfall Revue passieren. Manchmal wirkt es meditativ, monoton. Doch dadurch wurden mir die Ereignisse selbst so vertraut, dass mir ebenfalls die Ungereimtheiten auffielen. Martin zur Seite steht seine Frau, ruhig, nachharkend, Martin den Raum lassend, den er benötigt.

Doch zwischen durch hatte ich das Gefühl, sie sorgt sich um ihren Mann und dessen Besessenheit. Denn diese nimmt immer mehr Raum ein und überschattet und überragt ihre Beziehung und ihr Leben in der alten Heimat.

Dieses Gefühl entstand bei mir durch die vielen kleinen Blicke, Gesten und Beobachtungen, die der Autor die Ehefrau machen lässt. Die Subtilität in Freddy Sickos Art zu Schreiben habe ich sehr genossen.

Das Ende des Buches ist sanft, offen, gibt viel Raum zum Nachdenken und lässt die Lesenden nachdenklich zurück.

Für mich ist Stille Saiten ein sehr gelungenes Debüt und ich würde mich über viel mehr solcher ruhigen Geschichten freuen.


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Interview mit Freddy Sicko zu seinem Debüt „Stille Saiten“


 





Heute möchte ich euch Freddy Sicko und seinen Regional-Krimi „Stille Saiten“ vorstellen.

Obwohl das Buch nicht unbedingt meinem üblichen Genre entspricht, hat es mir sehr gefallen und Spuren hinterlassen.

 

Swapnix: Hallo Freddy, willkommen auf meinem Blog! Bitte stell dich den LeserInnen einmal vor. Wer bist du, was machst du, wenn du nicht schreibst und gibt es auch Pseudonyme von dir?

Freddy: Hallo Sabrina, vielen Dank für die Einladung!

Ich bin Freddy Sicko, Musiker, Sänger, Gitarrist, Songwriter und seit einiger Zeit auch Autor. Musik begleitet mich eigentlich schon mein ganzes Leben. Ich stehe regelmäßig live auf der Bühne, schreibe und produziere eigene Songs und bin dadurch ständig mit Geschichten, Menschen und Beobachtungen beschäftigt.

Vielleicht war deshalb der Schritt zum Schreiben eines Romans gar nicht so groß, wie ich zunächst dachte. Musik und Schreiben haben für mich viel gemeinsam: In beiden Fällen geht es darum, Atmosphäre zu schaffen, Gefühle auszulösen und eine Geschichte so zu erzählen, dass beim Gegenüber etwas hängen bleibt.

Für verschiedene musikalische Projekte arbeite ich teilweise auch mit Künstlernamen beziehungsweise Pseudonymen. Als Autor von „Stille Saiten“ trete ich aber ganz bewusst unter meinem eigenen Namen Freddy Sicko auf.

 

Swapnix: Seit wann schreibst du und in welchen Genres und für welche Altersgruppen schreibst du?

Freddy: Geschrieben habe ich eigentlich schon lange – zunächst hauptsächlich Songtexte. Einen Roman zu schreiben war aber noch einmal etwas völlig anderes. Aus einzelnen Ideen, Figuren und Szenen entstand irgendwann „Stille Saiten“.

Ich schreibe für erwachsene Leserinnen und Leser. „Stille Saiten“ hat zwar Elemente eines Kriminalromans, für mich ist es aber nicht der klassische Krimi, bei dem ausschließlich die Frage nach Täter und Tat im Mittelpunkt steht.

Mich interessieren genauso die Menschen dahinter, ihre Vergangenheit, ihre Beziehungen, ihre Entscheidungen und das, was lange unausgesprochen geblieben ist.

 

Swapnix: Was hat dich zu deinem Kriminalroman inspiriert, und spielt er in deiner Heimat? Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass du jeden Meter Weg, Straße und Grund, welcher in „Stille Saiten“ vorkommt, kennst wie deine Westentasche.

Freddy: Dieses Gefühl täuscht tatsächlich nicht. Ein großer Teil des Romans spielt in einer Gegend, die ich seit meiner Kindheit sehr gut kenne. Ich bin in Zaisenhausen im Kraichgau aufgewachsen, und viele Wege, Landschaften und Orte sind mir seit Jahrzehnten vertraut.

Genau das wollte ich beim Schreiben nutzen. Mir war wichtig, dass der Kraichgau nicht nur eine austauschbare Kulisse ist, sondern fast selbst zu einer Figur des Romans wird. Die Hügel, Weinberge, kleinen Straßen, Dörfer und vertrauten Wege erzeugen eine ganz bestimmte Stimmung.

Natürlich ist „Stille Saiten“ trotzdem ein Roman. Figuren und Handlung sind erfunden, und auch reale Orte werden erzählerisch verändert oder miteinander verbunden. Aber die Atmosphäre und mein Gefühl für diese Landschaft sind sehr persönlich.

 

Swapnix: Mit welchem deiner Charaktere kannst du dich am ehesten identifizieren und warum? Finden sich auch Spuren deiner Persönlichkeit in den Figuren?

Freddy: Am ehesten wohl mit Martin Weber. Er ist natürlich keine 1:1 übernommene Version von mir, aber in ihm steckt tatsächlich einiges aus meinem eigenen Leben.

Vor allem seine Verbindung zur Musik, bestimmte Erfahrungen, Erinnerungen und auch manche Gedanken über Entscheidungen, verpasste Chancen und die Frage, was im Leben wirklich wichtig ist, haben persönliche Wurzeln.

Beim Schreiben habe ich allerdings darauf geachtet, dass Martin trotzdem eine eigenständige Romanfigur bleibt. Manche Dinge habe ich verändert, verdichtet oder ganz neu erfunden. Aber gerade bei ihm verschwimmen Realität und Fiktion sicherlich stärker als bei den meisten anderen Figuren.

Überhaupt glaube ich, dass ein Autor immer etwas von sich selbst in seine Figuren hineinlegt – manchmal ganz bewusst, manchmal merkt man es erst später.

 

Swapnix: Welche Figur war für dich am schwersten und welche am einfachsten zu entwickeln? Woran könnte das gelegen haben?

Freddy: Am einfachsten sind erstaunlicherweise oft die Figuren, bei denen ich sehr schnell eine Stimme im Kopf habe. Sobald ich weiß, wie jemand denkt, spricht und auf Situationen reagiert, beginnt eine Figur fast selbstständig zu werden.

Schwieriger sind Figuren, deren Verhalten zunächst vielleicht widersprüchlich erscheint. Gerade dort muss man als Autor sehr genau wissen, was sie erlebt haben und warum sie bestimmte Entscheidungen treffen.

Bei „Stille Saiten“ war mir besonders wichtig, dass es möglichst wenig reine Schwarz-Weiß-Figuren gibt. Menschen tun manchmal falsche Dinge aus nachvollziehbaren Gründen – und umgekehrt können scheinbar richtige Entscheidungen gravierende Folgen haben.

Diese Zwischentöne machen Figuren für mich interessant, aber natürlich auch schwieriger zu schreiben.

 

Swapnix: Kannst du dir vorstellen, weitere Romane mit Lokalkolorit zu schreiben, oder arbeitest du sogar schon daran?

Freddy: Nicht nur vorstellen – ich arbeite bereits daran.

„Stille Saiten“ soll nicht allein bleiben. Die Geschichte und einige ihrer Figuren haben für mich noch längst nicht alles erzählt, und der Kraichgau bietet unglaublich viele Orte, Geschichten und Stimmungen, die sich literarisch nutzen lassen.

Der zweite Roman trägt den Arbeitstitel „Die Ordnung des Schweigens“ und führt die Geschichte weiter. Dabei möchte ich den Charakter der Reihe beibehalten: Spannung und Geheimnisse, aber ebenso Menschen, Beziehungen, Vergangenheit und natürlich wieder viel Atmosphäre aus der Region.

Ich merke beim Schreiben inzwischen, dass daraus eine ganze Reihe entstehen kann. Und darüber freue ich mich selbst wahrscheinlich genauso sehr wie hoffentlich später die Leserinnen und Leser.

 

Swapnix: Lieber Freddy, ich danke dir für den spannenden Einblick in dein Schreiben und die Entstehung von „Stille Saiten“. Möge das Buch viele begeisterte LeserInnen finden!

Freddy: Vielen Dank, liebe Sabrina. Und auch dir noch einmal ganz herzlichen Dank dafür, dass du dir die Zeit genommen hast, „Stille Saiten“ so aufmerksam zu lesen und dich so intensiv mit der Geschichte zu beschäftigen.

Gerade Rückmeldungen von Leserinnen und Lesern sind für mich sehr wertvoll – sowohl die Begeisterung als auch die Stellen, an denen Fragen entstehen. Genau davon lebt ein Buch schließlich auch nach seiner Veröffentlichung weiter.

#Autorenvorstellung  

#Buchvorstellung 

#StilleSaiten 

 

(Foto: Frau Steinmann-Plücker, Tamplate mit CanvaPro bearbeitet)