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#Rezension #Rezensionsexemplar
Bewertung ⭐⭐⭐⭐⭐
Nach dem ich euch den Autor bereits durch das
Interview vorgestellt habe, möchte ich euch natürlich noch erzählen, wie mir
Stille Saiten von Freddy Sicko, gefallen hat.
Die Atmosphäre des Buches ist sehr ruhig, Martin
Weber, der Protagonist, ein Musiker, kommt nach Jahre langer Abwesenheit wieder
zurück in sein Heimatdorf im Kraichgau. Er hat nach dem Tod seines Freundes,
der nie wirklich aufgeklärt wurde, die Heimat verlassen.
Wir lernen das Dorf und die Umgebung kennen und
tauchen dabei tief in die Gedankenwelt und Erinnerungen Martins ein.
Je länger er über die Geschehnisse von damals
nachdenkt, desto mehr hat er das Gefühl da sind Unstimmigkeiten, die Ereignisse
passen nicht zusammen.
Während er zu recherchieren und in der Vergangenheit
zu graben beginnt, wächst das Misstrauen ihm gegen über immer mehr. Anscheinend
wollen die Dorfbewohner nicht an den Dingen rühren.
Mich haben die Gedankengänge Martins fasziniert, immer
wieder stellt er sich die gleichen Fragen, geht er die gleichen Wege ab und
lässt die Geschehnisse vor dem Unfall Revue passieren. Manchmal wirkt es
meditativ, monoton. Doch dadurch wurden mir die Ereignisse selbst so vertraut,
dass mir ebenfalls die Ungereimtheiten auffielen. Martin zur Seite steht seine
Frau, ruhig, nachharkend, Martin den Raum lassend, den er benötigt.
Doch zwischen durch hatte ich das Gefühl, sie sorgt
sich um ihren Mann und dessen Besessenheit. Denn diese nimmt immer mehr Raum
ein und überschattet und überragt ihre Beziehung und ihr Leben in der alten
Heimat.
Dieses Gefühl entstand bei mir durch die vielen
kleinen Blicke, Gesten und Beobachtungen, die der Autor die Ehefrau machen
lässt. Die Subtilität in Freddy Sickos Art zu Schreiben habe ich sehr genossen.
Das Ende des Buches ist sanft, offen, gibt viel Raum
zum Nachdenken und lässt die Lesenden nachdenklich zurück.
Für mich ist Stille Saiten ein sehr gelungenes Debüt
und ich würde mich über viel mehr solcher ruhigen Geschichten freuen.

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