#Rezension #rezensionexemplar
In
ihrem Roman erzählt Florentine auf teils humorvolle, teils ernste
Weise, von ihrer Kindheit und Jugend in zwei Welten. Einerseits dem
Leben im Hamburger Nobelviertel, der Eliteschule in welche sie, als
unruhiges kreatives neurodivergentes Kind nicht so recht passte und
andererseits von den Ferien bei ihrer Potsdamer Verwandtschaft. Hier
konnte sie das wilde Kind sein das sie wirklich war, konnte von morgens
bis abends mit ihrer Freundin Katja, draußen Abenteuer erleben, durch
die Natur stromern, Dinge kennenlernen, die es so in der Großstadt nicht
gab. Hier lernte sie auch mal mutig zu sein, neues auszuprobieren und
einfach die Zeit genießen.
Anfangs kommen ihre Eltern und ihre Schwester in den Erzählungen kaum vor, doch nach und nach, anfangs zwischen den Zeilen, später auch sehr deutlich, können wir als Lesende die Streitereien der Eltern wahrnehmen, die Verzweiflung der Mutter, wenn sich ihr Kind nach nur 2 Minuten wieder so schmutzig gemacht hatte, dass sie wieder umgezogen werden musste. Lesen wir, dass der Vater oft nicht da war, herumreiste oder bis in die Nacht hinein arbeitete. Dann kommt es zur Trennung der Eltern, Florentine Joop schildert sehr eindrücklich, das Gefühl nirgens wirklich hinzu gehören, das Gefühl bei keinem der Elternteile erwünscht zu sein.
Wir erfahren von den Strapazen der
Grenzübergänge, wenn die Familie mal wieder die Verwandtschaft besuchte,
von der Angst den Strafen und Beschimpfungen der GrenzbeamtInnen
ausgesetzt zu sein. Aber auch wie sie so manche Dinge über die Grenze
schmuggelten.
Spannend fand ich ihr Erleben der friedlichen
Revolution und der Grenzöffnung, wie zwar die äußeren Mauern eingerissen
waren, dafür aber umso mehr in den Köpfen entstanden.
Die
humorvolle Erzählweise hat mich sehr bewegt, oft saß ich lesend und
lachend oder schmunzelnd da. Die Eindrücklichkeit ihrer Worte hat mich
tief bewegt.
Und so kann ich ganz klar sagen, dass Sommer im
Heckenrosental mein erstes Lesehighlight 2026 war, und dass, ob wohl das
Buch so gar nicht dem entspricht,was ich sonst zu lesen pflege.
#Lesehighligt26
#Blogtour
#SommerimHeckenrosental
(Quelle Grafik: Edition Outbird)
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