22 April 2026

Interview mit Tanja Lieberman zu ihrem Buch Tick mich doch


 

 

 


 

Grüßt euch, heute möchte ich euch gern Tanja Lieberman und ihr Buch Tick mich doch vorstellen. Sie war so nett mir Rede und Antwort zu stehen und heraus kam ein spannendes Interview.

 

Swapnix: Grüß dich Tanja, bitte stell dich kurz einmal vor, wer bist du und was tust du, wenn du nicht schreibst?

Tanja: Ein herzliches „Grüß Gott“ in die Runde und vielen Dank, dass ich mich hier vorstellen darf. Ich bin Tanja. Was ich mag: Wald, Berge, Meer, Schokolade und Blumen.  Was ich nicht mag: Respektlosigkeit, Streit, Ungerechtigkeit, Ausgrenzung, Pilze und Kochen. Ich bin Vielleserin und seit geraumer Zeit leider wenig-schreibende Autorin, da ich mich aus einer Krankheit kämpfe. Ereignisse, die mich beschäftigen, halte ich in Stichpunkten fest und nicht selten wird eine Geschichte daraus.

 

Swapnix: Worum geht es in deinem Buch ?

Tanja: Das Hauptthema ist das Tourette-Syndrom, mit dem mein Protagonist Simon klarkommen muss, dem der sich ausgeliefert fühlt und gegen das täglich ankämpft. Eine tragende Rolle spielt auch die Freundschaft zu Marco, der mit großer Selbstverständlichkeit immer zu Simon hält. Sowie die Beziehung zu seinem liebe- und verständnisvollen Vater. Trotzdem verliert er sich in Selbstzweifeln. Bis die Liebe zu Lovisa, viel in Simon verändert. Lovisa reduziert ihn nicht auf seine Tics, sondern nimmt ihn mit allem, was ihn ausmacht. Ihre Liebe ist wie ein Licht, das sich langsam ausbreitet.
Ich würde „Tick mich doch“ nicht Entwicklungsdrama nennen, wenn nicht eine fette Tragödie Simons gerade gewonnenes Selbstbewusstsein und seine Liebe zu zerstören droht.

 

Swapnix: Warum war es dir ein Anliegen, es zu schreiben?

Tanja: Wahrscheinlich wollte ich mir einerseits von der Seele schreiben, was ich im Laufe der Jahre mit Menschen mit Tourette erlebt habe. Auf der anderen Seite ist es mir eine Herzenssache, über das Tourette-Syndrom zu informieren und damit meinen Teil zum Verständnis für Tic-Erkrankungen beizutragen. Dazu habe ich mich für eine fiktive Geschichte entschieden, in die ich viele Fakten eingebaut habe.

 

Swapnix: Wie hast du für das Buch recherchiert? Hast du Menschen mit Tourette-Syndrom in deinem Familien- und Freundeskreis? 

Tanja: Es gibt einen Menschen im näheren Umfeld, der mit Tourette lebt und die Recherche zog sich über viele Jahre. Für meinen Roman habe ich über ein paar Fakten nachrecherchiert. Die Beschreibung der Tics beruht hauptsächlich auf Beobachtungen, ein paar habe ich aus dramaturgischen Gründen erfunden.

 

Swapnix: wie ging es dir dabei, als Du Simons Geschichte und Symptome schriebst?

Tanja: Natürlich sind viele Gefühle und Erinnerungen hochgekommen und es war ein sehr intensiver Schreibprozess. Überwiegend hat es mir aber Spaß gemacht, eine Figur zu entwickeln, die ich auf eine klassische Heldenreise schicken konnte. Da ich bewusst keinen Erfahrungsbericht, sondern einen Roman geschrieben habe, konnte ich mich meist in meiner Fantasie verlieren.

 

Swapnix: Hattest du eine spezielle Intention beim Schreiben und Veröffentlichen des Buches?

Tanja: Am Anfang war die Idee, ein Buch über Tourette zu schreiben. Als ich begann, die Storyline und erste Kapitel zu entwerfen, wuchs in mir ein mächtiger Drang mit der Geschichte nicht „nur“ unterhalten. Ich dachte, je mehr Menschen ich erreiche, desto mehr kann ich für das Thema sensibilisieren und hoffentlich dazu beitragen, ein paar Betroffenen das Leben in der Gesellschaft zu erleichtern.

 

Swapnix: Gibt es aus deiner Erfahrung heraus etwas, wie wir Betroffene unterstützen können?

Tanja: Ja, auf jeden Fall. Wenn ihr einmal einem Menschen mit Tics begegnet, fände ich es freundlich, das Gespräch mit ihm zu suchen, anstatt ihn anzustarren, über ihn zu lachen oder ihn gar zu beschimpfen. Es gibt auch verschiedene Vereine, die ihr mit einer Mitgliedschaft unterstützen könnt.

 

Swapnix: Wird es die Möglichkeit geben, dich einmal zu Treffen oder Lesen zu hören? Wo und wann wäre das?

Tanja: Leider kann ich noch keine Lesungen oder eine Teilnahme an Messen planen, da ich erst gesundheitlich wieder auf die Beine kommen muss. Aber ich hoffe, dass ich in absehbarer Zeit wieder dazu in der Lage sein werde.

 

Swapnix: Und schlussendlich wüsste ich gern, ob du mittlerweile an deinem nächsten Projekt arbeitest und wenn ja, worum wird es da gehen?

Tanja: Momentan überarbeite ich ein paar Kurzgeschichten. Ich habe zwar eine grobe Skizze für einen neuen Roman im Kopf, jedoch noch nichts Spruchreifes.

 

Swapnix: Liebe Tanja, ich danke dir für das spannende Gespräch und wünsche dir und deinem Buch viele begeisterte Lesende.

 

 

(Quelle Foto: Tanka Lieberman)

 

 

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